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InterviewTheater Tri-Bühne Stuttgart Theaterstück „Jacke wie Hose“: Eine Frau spielt einen Mann

Von bär 

In den 30er Jahren vertuscht eine Frau den Tod ihres Mannes, schlüpft in seine Kleidung und geht an seiner Stelle zur Arbeit, um den Job nicht zu verlieren. Diese Zeitungsnotiz hat Manfred Karge zu seinem Stück „Jacke wie Hose“ inspiriert. Robert Arnold hat es inszeniert.

Im Theaterstück „Jacke wie Hose“ steht Ella Gericke im Fokus. Sie spielt ihren Mann Max, erlebt als ihr eigener Mann die Weimarer Republik, den 2. Weltkrieg, die Nachkriegszeit, die Teilung Deutschlands, den Mauerfall. Das Stück wird im Theater Tri-Bühne gezeigt.  Foto: Laura Kifferle
Im Theaterstück „Jacke wie Hose“ steht Ella Gericke im Fokus. Sie spielt ihren Mann Max, erlebt als ihr eigener Mann die Weimarer Republik, den 2. Weltkrieg, die Nachkriegszeit, die Teilung Deutschlands, den Mauerfall. Das Stück wird im Theater Tri-Bühne gezeigt. Foto: Laura Kifferle

Herr Arnold, „Jacke wie Hose“ ist 1982 uraufgeführt, in viele Sprachen übersetzt und auf allen Kontinenten aufgeführt worden. Haben Sie eine Erklärung für diesen anhaltenden Erfolg?

Ja. Wir sehen einen rasanten Schnelldurchlauf durch die deutsche Geschichte seit der Weimarer Republik. Ella Gericke erzählt aus ihrem Leben. Wie es notwendig war, nach dem Tod ihres Mannes dessen Platz, dessen Rolle zu übernehmen, um in einer von Männern dominierten Welt bestehen zu können. Für mich geht es im Stück aber um eine allgemein menschliche Emanzipation. Um Frauen und Männer in Abhängigkeit vom jeweiligen System, um den nackten Überlebenskampf. Damals wie heute. Wie haben uns denn heute die Umstände im Griff? Sind wir nicht auch heute von so vielem abhängig? Im Stück heißt es: „Dieselben Fragen und dieselben Lügen“.

Wie viel Tragödie oder Komödie stecken in dem Stoff, in dieser Situation eines weiblichen Männerlebens?

Ella gibt ihre Identität auf, den Umständen geschuldet. Das ist tragisch. Sie sucht ihren Platz in der Gesellschaft, einen Weg zu leben, zu überleben. Komisch ist da wenig. Es ist hart. Aber jede Komödie ist Tragödie und umgekehrt. Insofern ist das Stück immer wieder tragikomisch.

Das Stück ist ohne Regieanweisungen, dafür in einer besonders raffiniert rhythmischen Sprache geschrieben, mit Prosa und Blankvers. . .

Tatsächlich empfinde ich den Text regelrecht als Dichtung, die sich meiner Meinung nach auch als pure Lektüre eignet, was man nicht von so vielen Stücken sagen kann. Prosa wechselt mit epischen Formen; kurze, knappe Sätze mit langen Erzählpassagen. Der Text ist hochmusikalisch.

Welche Rolle spielt die Musik in Ihrer Inszenierung?

Die Musik bekommt einen sehr zen­tralen Platz. Ich integriere Christine Ivanovic, eine junge Violinistin. Sie wird eine Art Alter Ego der Protagonistin sein, die die Geschichte forcieren, begleiten, ausbremsen kann. Davon verspreche ich mir einen „Dialog“ im Monolog.

Info: „Jacke wie Hose“: Premiere 25. März, danach 26. und 28. März, jeweils 20 Uhr, Theater Tri-Bühne, Tickets unter 0711 / 23 64 610 und auf dieser Webseite