Theaterhaus in Stuttgart Probebühne für Gauthier Dance ist gesichert

Die Zukunft von Gauthier Dance ist gesichert. Das Ensemble kann auch die nächsten fünf Jahre am Löwentor proben. Foto: KS-Images.de/Karsten Schmalz

Die Stadt hat beschlossen, den Umzug in eine neue Halle sowie die Miete für fünf Jahre zu finanzieren. Ob der Theaterhaus-Anbau bis dahin fertig ist, steht in den Sternen.

Das öko-soziale Bündnis im Stuttgarter Gemeinderat hat kürzlich die Weichen für den Anbau des Theaterhauses auf dem Pragsattel mit Proberäumen, Lagern, Logistikflächen nebst Tiefgarage und vielen Büros gestellt, indem es das städtische Hochbauamt mit Planung und Erstellung beauftragt hat. Allerdings muss das Gebäude bereits in fünf Jahren stehen, was ambitioniert erscheint, fiel der Beschluss dafür doch bereits vor sieben Jahren, um jetzt wieder auf null gestellt zu werden. Und die personelle Situation in der Verwaltung hat sich seitdem auch deutlich verschlechtert. Statt der heute in Aussicht gestellten 105 Millionen Euro, war anfangs nur von 40 Millionen Euro die Rede gewesen.

 

Die Zeit drängt

Die Zeit drängt allein schon deshalb, weil das Theaterensemble des Theaterhauses und die Compagnie von Gauthier Dance spätestens 2028 ihren Proberaum am Löwentor verlieren. Konkreter: Sie müssen dann die Halle verlassen, in die sie im kommenden Frühjahr erst einmal einziehen, weil sie ihren angestammten Platz wegen des Abrisses des Gebäudes aufgeben müssen. Das kommt allerdings alles andere als überraschend.

Zusagen nicht eingehalten

Bereits 2017 war der Eigentümerin, das ist die Firma Dibag des Münchner Projektentwicklers und Theaterhaus-Freundes Alfons Doblinger, von der Stadt zugesichert worden, dass ihr Grundstück spätestens 2022 geräumt würde. Dieser Umstand hatte an der Rathausspitze in den vergangenen Jahren aber nicht den nötigen Druck erzeugt, mit dem Vermieter über Alternativen zu reden, weshalb das Gerücht die Runde machte, Gauthier Dance könnte deshalb Stuttgart verlassen müssen. Doblinger, der in Stuttgart unzählige Projekte realisiert hat und noch realisieren will, ließ sich allerdings von Freunden im Rathaus und im Theaterhaus überzeugen zuzuwarten, bis die Stadt die Finanzierung des Umzugs in eine benachbarte Halle geklärt hat. Der Verwaltungsausschuss hat nun am Mittwoch die Finanzierungszusage gegeben, sodass das Theaterhaus einen Mietvertrag von April 2024 an für die neue Probebühne abschließen kann.

Der Mietvertrag läuft bis 2028

Der Mietvertrag läuft fünf Jahre und beginnt mit dem Einzug. Die Grundmiete beläuft sich auf 200 000 Euro pro Jahr, die Nebenkosten auf 40 000 Euro. Für den Um- und Ausbau werden einmalig 1,2 Millionen Euro gewährt, der Umzug wird mit 200 000 Euro unterstützt. Die Zuschüsse werden im Rahmen der Kulturförderung gegeben. Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) äußert in der Vorlage für den Rat die Hoffnung, dass die Halle am Löwentor tatsächlich die letzte Interimsstätte bis zum Einzug in den Theaterhausanbau sein werde.

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