Theaterhaus Jazztage: 4 Wheel Drive Die Supergroup übertrifft in Stuttgart alle Erwartungen

Von Thomas Staiber 

Das deutsch-schwedische Quartett 4 Wheel Drive hat im Stuttgarter Theaterhaus seine Tour triumphal beendet.

4 Wheel Drive beim Auftritt im Stuttgarter Theaterhaus (von links): Michael Wollny, Lars Danielsson, Nils Landgren, Wolfgang Haffner Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt 5 Bilder
4 Wheel Drive beim Auftritt im Stuttgarter Theaterhaus (von links): Michael Wollny, Lars Danielsson, Nils Landgren, Wolfgang Haffner Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Stuttgart - Nach dem Konzert der europäischen Jazz-Supergroup 4 Wheel Drive bildete sich eine lange Schlange vor dem Verkaufsstand im Foyer. Doch mancher, der das Album danach daheim angehört hat, mag – trotz der Autogramme auf dem Cover – ein wenig enttäuscht gewesen sein. Denn das deutsch-schwedische Quartett hatte das Album in einem Göteborger Aufnahmestudio vor der Tournee aufgenommen. Die endete nun nach elf Stationen triumphal im Theaterhaus. Siggi Loch, der Chef des ACT-Labels, bestätigte nach dem Konzert: „Die Band ist auf der Tour immer besser geworden, besser noch als auf dem Album.“

Von „Lady Madonna“ bis „Just the Way you are“

Beim Zusammentreffen des singenden Posaunisten Nils Landgren, seines Landsmannes Lars Danielsson am melodisch gespielten Kontrabass, dem fantasievollen Pianisten Michael Wollny und Strahlemann Wolfgang Haffner am Schlagzeug war die Vorfreude riesengroß – und das Konzert übertraf alle Erwartungen. Denn die Vier agierten dicht und reagierten mit traumwandlerischem Verständnis, jeder von ihnen hatte den Freiraum, den er benötigt, um sich improvisatorisch voll entfalten zu können. Manchem mag das Programm mit alten Radiohits und die Singstimme Landgrens eine Spur zu gefällig gewesen sein. Doch wie sich der musikalische Vierzylinder mit seinem Allradantrieb im schroffen Gelände des Jazz und angenehmen Pop-Gefilden zurechtfand, war sensationell.

4 Wheel Drive spielten alle Songs – etwa „Lady Madonna“ von den Beatles oder „Just the Way you are“ von Billy Joel – mit Respekt vor den harmonischen Qualitäten, da wurde nicht dekonstruiert oder gar zerstört. Die vertrauten Lieder dienten vielmehr als Startrampe für die Höhenflüge dieser außergewöhnlichen Jazzmusiker, die auch mit ihren Eigenkompositionen wahre Begeisterungsstürme entfachten im ausverkauften Saal T1 des Theaterhauses.