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Theaterhaus Stuttgart Drei Jahre Kuhnle, Gaedt und Baisch (KGB) – die Ego-Bändiger

Von Franz Krauder 

Stuttgarts Komiktrio KGB, das sich unter diesem Etikett nun schon seit drei Jahren humoristisch verdingt, wird in diesem Jahr sein stattliches Jubiläum feiern.

So sympathisch kann der KGB sein (von links): Otto Kuhnle, Michael Gaedt und Roland Baisch.  Foto: Anni Jurcec
So sympathisch kann der KGB sein (von links): Otto Kuhnle, Michael Gaedt und Roland Baisch. Foto: Anni Jurcec

Trios gibt’s viele. Die drei Musketiere zum Beispiel. Oder die Heiligen Drei Könige. Oder die Drei von der Tankstelle. Oder Tick, Trick und Track. Oder die Band Trio. Und dann gibt es da noch ein Trio, das gewissermaßen das Beste aus all diesen Trios vereint: Stuttgarts Komiktrio KGB, das sich unter diesem Etikett nun schon seit drei Jahren humoristisch verdingt.

KGB, das steht ja eigentlich für knallharte Geheimdienstarbeit „made in UdSSR“. Aber vor diesen drei Namen fürchten sich selbst gestandene Agenten: Kuhnle, Gaedt, Baisch. Ihr Auftrag: heiße Komik statt kalter Krieg. Den erfüllen sie seit ihrer Gründung zuverlässig. Eine Feier wert ist’s also auf jeden Fall, dass die Anarchokomiker Otto Kuhnle, Michael Gaedt und Roland Baisch sich einst zusammengeschlossen und es dann auch noch so lang miteinander ausgehalten haben (so der Stand bei Redaktionsschluss).

Gut 180 Jahre Lebens- und beinahe ebenso viel Bühnenerfahrung haben sich da vereint, um Großes zu vollbringen. Einfach hatten sie sich das vorgestellt, weil alle drei doch ganz genau wissen, wie man eine komische Show erschafft. Nur eine Schwierigkeit hatte der exorbitanten Erfahrung zum Trotz ein jeder übersehen: dass die beiden anderen auch mitreden wollen.

Die Proben des Trios sind schon interessanter als so manche Premiere

So mussten sie auf der Bühne also erst mal Platz schaffen: für ihre Egos. Dabei zeichnet sich die KGB-Show doch gerade durch eine mit allerlei Zeug vollgestellte Bühne aus. Dutzende Instrumente, Requisiten, Mäntel, Motorräder, Särge, Wodkagläser und weiß der Teufel was kommen bei den drei Diven zum Einsatz. Gelegentlich werden vor Publikum auch Toiletten dressiert. Da stellte sich natürlich früh die Frage: Bleibt jedem einzelnen genug Raum zur freien Entfaltung? Oder verderben zu viele Köche die Suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben?

Doch schon die Proben liefen dann wie am Schnürchen. Dabei waren die mindestens so chaotisch wie das Endprodukt. Mal kam Baisch zu Kuhnle nach Berlin, um dort etwas auszuspinnen. Später tauschten sich dann mal wieder Gaedt und Baisch in Stuttgart aus. Und so weiter. Baisch sagte damals während der öffentlich zugänglichen Vorbereitungen: „Mit dem hohen Interesse des Publikums hatten wir nicht gerechnet. Eigentlich dachten wir, da kommen vielleicht 20 Leute, mit denen wir dann ein bisschen diskutieren können.“ Doch wenn Kuhnle, Gaedt und Baisch proben, dann ist das eben schon interessanter als manche Premiere: „Gleich am Anfang waren es schon 200, die eine Show sehen wollten und applaudierten, als wir auf die Bühne kamen. Dabei hatten wir das Programm in gerade mal fünf Tagen zusammengebastelt.“ Fünf Tage – Gott brauchte damals sieben. Beziehungsweise sechs, am siebten hatte er ja bekanntlich Pause.

„Es ist, als ob Russland, Amerika und Saudi-Arabien plötzlich gut miteinander auskämen“

Pause hatten KGB seither nicht: Die Show kam gut an, der Jubel rollte. Entgegen aller Erwartungen ertrugen die drei einander dann doch. Wie sie das gemacht haben, wissen sie selbst nicht. Bevor Michael Gaedt als „Schrotti“ in der Vorabendserie „Soko Stuttgart“ zu sehen war, reüssierte er mit der fantastischen Truppe „Die kleine Tierschau“. Otto Kuhnle war Teil des Trio Blamage. Und Roland Baisch wirkte unter anderem im Scherbentheater, als Musical-Autor, als Gag-Schreiber Harald Schmidts und als Darsteller in der Pro-Sieben-Serie „Comedy Factory“. „Es ist, als ob Russland, Amerika und Saudi-Arabien plötzlich gut miteinander auskämen“, hat Baisch das Projekt einmal beschrieben. „Im Grunde ist unsere Kooperation ein Zeichen für den Weltfrieden. Ich sehe uns als Apostel der Liebe.“

KGB und der Helge-Schneider-Effekt

Was bei allem Quatsch aber auch noch gesagt werden sollte: Kuhnle, Gaedt und Baisch sind halt auch drei Könner. Jemandem beim Herumalbern zuzuschauen, macht natürlich umso mehr Spaß, wenn man weiß, dass dahinter ein großes Talent steckt. Der Helge-Schneider-Effekt. Greifen die drei dann nämlich zu ihren Instrumenten und trällern etwa ein Lied von der transsibirischen respektive schwäbischen Eisenbahn, dann wird schnell klar, dass sie im Grunde auch ganz seriöse Musiker sein könnten. Wenn sie halt nicht so ein kleines bisschen bekloppt wären. Und wenn da eben nicht ihre Egos wären. Welche die Herren ja aber zum Glück seit drei Jahren erfolgreich gebändigt haben.