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Theaterhaus Stuttgart „Me and Mr Cash“: Schauspielerin Lucie Mackert über das Theater-Musik-Projekt

Von Franz Krauder 

Die Schauspielerin Lucie Mackert hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Roman Roth, dem Regisseur Endre Holéczy und dem Gitarristen Thomas Maos ein Stück über Johnny Cash und June Carter geschrieben: Ab dem 24. Januar ist „Me and Mr Cash“ am Stuttgarter Theaterhaus zu sehen. Im Interview spricht sie über das Projekt.

Roman Roth spielt in „Me and Mr Cash“ Johnny Cash, Lucie Mackert spielt June Carter. Am 24. Januar ist Premiere im Stuttgarter Theaterhaus. Foto: Veranstalter
Roman Roth spielt in „Me and Mr Cash“ Johnny Cash, Lucie Mackert spielt June Carter. Am 24. Januar ist Premiere im Stuttgarter Theaterhaus. Foto: Veranstalter

Frau Mackert, wie kam es zu diesem Projekt?

Roman Roth, Endre Holéczy und ich kennen uns schon sehr lange aus unseren Anfängen am Zimmertheater Tübingen. Wir hatten schon lange den Plan, wieder ein gemeinsames Stück zu machen. Da Roman und ich sehr gerne Musik machen, war klar: Wir wollen etwas Musikalisches auf die Bühne bringen. Roman kam dann mit der Idee, einen Abend über Johnny Cash und June Carter zu machen.

Was begeistert Sie am Thema?

Johnny und June sind privat sehr interessante Persönlichkeiten, gleichzeitig sind sie auch zu Symbolfiguren geworden. Sie sind so ziemlich das einzige Paar aus dem Showbizz, das sich nicht irgendwann endgültig getrennt hat und gleichzeitig bis zum Schluss auch gemeinsam auf der Bühne stand.

Das ist faszinierend. Und die Musik dazu mochten wir eben total gerne. Wir haben dann noch Thomas Maos, einen wahnsinnig guten Gitarristen und Klangkünstler aus Tübingen, mit ins Boot geholt, der das Ganze perfekt ergänzt. Mit Thomas habe ich seit vielen Jahren die Band Lucie M. und das Tribunal des Escargots.

Zu dritt interpretieren wir Songs von Johnny und June sowie Duette der beiden. Roman und ich spielen zudem diverse Saitenin­strumente und singen, wir sind eine Liveband. Manchmal klingt es nach ganz klassischem Country, manchmal auch völlig anders. Wir nähern uns Johnny und June sowohl inhaltlich als auch musikalisch an. Wir beschränken uns aber nicht aufs Kopieren.

Waren Sie vorher Johnny-Cash-Fans?

Tatsächlich waren wir alle von Anfang an begeistert von der Idee, etwas über Cash und Carter zu machen, aber wir kannten die beiden noch nicht so gut. Klar, von Johnny hatte jeder von uns ein paar American Recordings und ein Best-of-Album im CD-Regal stehen. Und man hat den Film „Walk the Line“ gesehen, aber viel mehr wussten wir nicht. Wir bereiten uns nun aber seit eineinhalb Jahren auf dieses Projekt vor und sind seitdem – man kann schon sagen – Fans geworden. Zumindest haben wir die beiden lieben gelernt. Je mehr wir über sie, auch über deren Fehltritte und dunklen Momente gelernt haben, desto mehr haben wir sie in unsere Herzen geschlossen.

Was uns sehr beeindruckt hat, ist, dass Johnny Cash, auch im Vergleich zu vielen seiner zeitgenössischen Kollegen, ein sehr authentischer Mensch und Künstler war, der das Herz am rechten Fleck hatte. Er hat Fehler gemacht und das auch zugegeben. Das hat uns – neben den Songs und seiner Bühnenpräsenz – sehr imponiert.

Was erzählen Sie in diesem Stück?

Wir begeben uns auf eine Suche. Wer ist Johnny Cash? Was machte die Beziehung June Carter Cash und Johnny Cash zu etwas so Besonderem? Geht so etwas überhaupt – eine Liebe im Rampenlicht? Und wenn ja: Wie schafft man es, dass das irgendwie über Jahrzehnte hinweg funktioniert? Was ist Mythos, wie sah die Realität eventuell aus?

Man kann die Geschichte vom Mythos Johnny und June auch nicht erzählen, ohne sich die damalige Gesellschaft anzuschauen: Was machte die amerikanische Gesellschaft im Laufe des letzten Jahrhunderts aus? Wie haben sich Werte gewandelt und inwiefern haben unsere Protagonisten das vielleicht sogar mitgestaltet?

Geht es im Stück, wie der Titel vermuten ließe, um Carters Perspektive?

June ist eine starke und liebende Persönlichkeit. Auch sie war eine begabte Songwriterin – „Ring of Fire“ stammt zum Beispiel aus ihrer Feder. Es geht aber auch um die Beziehung anderer Menschen zu Johnny Cash. Wir bringen all diese Blickwinkel ein in das Stück und versuchen, daraus ein ganz eigenes Gesamtbild des Mythos Johnny Cash zu zeigen.

Info: „Me and Mr Cash“: Premiere am 24. Januar, 20.15 Uhr, zwei weitere Termine im Januar; Theaterhaus, Tickets unter 07 11 / 4 02 07 20 sowie auf der Homepage.