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Theaterhaus Stuttgart Schriftsteller Max Goldt: Applaudiert wird zum Schluss

Von lyf 

Unter dem schlichten Titel „Max Goldt liest“ gastiert der Autor am 21. Februar im Theaterhaus, wo er seit 2003 schon oft zu hören war. Lesend wohlgemerkt.

Schriftsteller Max Goldt wurde als Autor mehrfach ausgezeichnet. Am 21. Februar liest er im Stuttgarter Theaterhaus.  Foto: Axel Martens
Schriftsteller Max Goldt wurde als Autor mehrfach ausgezeichnet. Am 21. Februar liest er im Stuttgarter Theaterhaus. Foto: Axel Martens

Manchmal erscheint einem kaum etwas so grotesk wie die schnöde Realität: Zum Beispiel in den mit geradezu sezierender Präzision geschriebenen Dramoletten des Schriftstellers Max Goldt. In ihnen legt der langjährige „Titanic“-Kolumnist die absurd-komischen Seiten im grauen Allerlei frei. Nichts ist dem 1958 in Göttingen geborenen Wahlberliner, der vor einigen Jahrzehnten von einer Fangemeinde aus Connaisseurs noch als Geheimtipp gehandelt wurde, zu belanglos, um aus treffender Beobachtung und gedanklichen Winkelzügen nicht doch etwas Literarisches zu verfassen. Stets bleibt er in angenehmer Distanz zum Sujet und trifft dennoch stets den Nagel auf den Kopf.

Max Goldt hat seine künstlerischen Wurzeln eigentlich in der Musik

Oder wie es Gustav Seibt, Journalist bei der „Süddeutschen“, ausdrückte: „Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt.“

Unter dem schlichten Titel „Max Goldt liest“ gastiert der Autor am 21. Februar im Theaterhaus in Stuttgart, wo er seit 2003 schon oft zu hören war. Lesend wohlgemerkt. Das ist nicht selbstverständlich bei einem, der seine künstlerischen Wurzeln eigentlich in der Musik hat und unter dem Titel „Draußen die herrliche Sonne. Musik 1980– 2000“ als Komponist, Sänger und Schöpfer elektroakustischer Klangexperimente soeben eine sechs CDs umfassende Retrospektive seiner Zusammenarbeit mit den Bands „Foyer des Arts“ und „Nuuk“ veröffentlicht hat.

Prosa zwischen Satire und melancholischer Sprachkunst

Der wohl berühmteste Song darauf, „Wissenswertes aus Erlangen“, in dem Goldt seine Erfahrung als Stadtführer einfließen ließ, ist zumindest einige Takte lang zu hören. Darüber hinaus gibt Max Goldt gemeinsam mit dem Zeichner Stephan Katz seit 1996 Comicbände heraus und hat zahlreiche Hörbücher veröffentlicht, zuletzt „Der Mann mit dem Mireille-Mathieu-Bart“ und „Weltstars im Nadelwald“.

Dennoch bereist er noch immer und seit vielen Jahren als Vortragender seiner Texte den deutschen Sprachraum. Der Mann braucht nicht viel, um sein Publikum in den Bann zu ziehen. An einem Tisch mit einem Glas Wasser neben sich trägt er seine zwischen Satire und melancholischer Sprachkunst changierende Kurzprosa in gemächlichem Tempo vor, mit klangvoller Stimme und wechselnder Betonung.

Wie er kürzlich in einem Interview verlauten ließ, fürchtet er dabei allzu eruptives Gelächter und hält eine Lesung dann für gelungen, wenn die Zuhörer andächtig lauschen und erst am Schluss ausgiebig klatschen.

Info: Max Goldt: 21. Februar, 20 Uhr, Theaterhaus, Tickets unter 07 11 / 4 02 07 20 sowie auf der Homepage des Theaterhaus Stuttgart.