Thomas Bopp abserviert CDU übt sich in Selbstdemontage

Thomas Bopp steht nicht auf der Kandidatenliste für die Regionalwahl im nächsten Jahr. Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

Mit der Entscheidung gegen Thomas Bopp schwäche sich die Kreispartei in erster Linie selbst, glaubt Redakteur Jörg Nauke.

Es ist ja nicht so, dass der Vorsitzende der Regionalversammlung, Thomas Bopp (CDU), von allen Seiten uneingeschränkte Zustimmung für sein Wirken erfahren würde. Vor allem nach der Wahl 2019 konnte man sich über sein Demokratieverständnis nur wundern. Aber es war ihm gelungen, dank der Verbrüderung mit der ÖDP, seinen Posten gegen die stärkeren Grünen zu verteidigen. Aus CDU-Sicht ein Erfolg.

 

Bopp wurde vom Hof gejagt

Unterm Strich kann der in Stuttgart und der Region schwächelnden CDU nichts Besseres als Bopp passieren. Dass ihm der Kreisvorsitzende Thraso Malliaras nun kurz vor der nächsten Wahl Dank und Anerkennung zollen muss, weil man ihn gerade vom Hof gejagt hat, ist so unverständlich, dass der Verdacht aufkommt, niemand habe die Folgen überrissen. Womöglich war die Entscheidung gegen Bopp nur ein Betriebsunfall des Kreisvorstands in Kooperation mit dem der Regionalpolitik bisher eher distanziert gegenüberstehenden OB Frank Nopper? Für eine Korrektur ist es nun zu spät. Bopp ist mit der CDU fertig.

Noppers Ruf hat gelitten

Ob Frank Nopper bei der Wahl ein besseres Zugpferd ist, sei dahingestellt. Seine Reputation hat im Rathaus eher gelitten. Den Posten des Regionalpräsidenten sind die Stuttgarter mit dieser Entscheidung auf jeden Fall los. Nopper hätte weder Zeit noch Neigung, dieses Amt auszufüllen. Die übrigen Bewerber kommen nicht infrage. Auch für die CDU-Regionalfraktion kann es heikel werden. Bopp hat sich im Amt leicht getan, Mehrheiten zu organisieren. Jeder Nachfolger wird Probleme bekommen.

Malliaras kennt die Schwächen des OB

So wie der Kreischef Malliaras, der entscheiden muss, ob er die Stuttgarter CDU weiter führen will. Er saß der Kommission vor, die Bopp einstimmig auf Platz eins setzte und Nopper ignorierte. Für Malliaras war der Fall klar – niemand kennt die Macken des OB besser als sein ehemaliger Referent.

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