Thomas Gottschalk verlässt "Wetten, dass..?" Ein Abgang ohne viel Lärm

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Innovative Unterhaltung sieht anders aus. Aber die Einschaltquote stimmte auch bei der letzten "Wetten, dass..?"-Show mit Thomas Gottschalk.

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Friedrichshafen - Die heiß diskutierte Frage nach einem Nachfolger von Thomas Gottschalk ist weiterhin offen. Zwar fragte 61-Jährige am Samstagabend in seiner letzten „Wetten, dass..?“-Ausgabe seinen Weggefährten Günther Jauch (55), ob dieser nicht übernehmen wolle, doch sehr wahrscheinlich ist das nicht. Gewissheit bekommen die Zuschauer am Sonntagabend ab 20.15 Uhr beim RTL-Jahresrückblick „2011! Menschen, Bilder, Emotionen“, da wollen die beiden über das Thema reden.

Nach der überraschenden Absage des Nachfolge-Favoriten Hape Kerkeling (46) in der vorletzten Gottschalk-Sendung Anfang November sucht das ZDF fieberhaft nach einem neuen Moderator für die 30 Jahre alte Unterhaltungsshow. Viele Moderatoren der ersten und zweiten Kategorie hatten zuletzt abgewunken, auch welche, die offensichtlich gar nicht gefragt worden waren. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut verschob die Personalentscheidung denn auch erstmal auf Januar 2012, die Show sollte nach Gottschalks Abgang sowieso erst einmal ein halbes Jahr Pause machen. Wahrscheinlich ist, dass sie im Sommer 2012 mit einer Spezialausgabe aus Palma de Mallorca wieder startet - mit welchem Moderator auch immer.

Die 151. Show von Gottschalk, der 1987 das Ruder von „Wetten, dass..?“-Erfinder Frank Elstner übernommen und nur 1992/93 für neun Ausgaben an Wolfgang Lippert übergeben hatte, war keine grandiose Abschiedsgala oder wehmütige Reminiszenzen-Show, sondern bodenständige ZDF-Samstagabendunterhaltung - nicht mehr und nicht weniger.

Pop-Urgesteine treten auf

Eine illustre Gästeschar von Iris Berben über Dirk Nowitzki bis zu Karl Lagerfeld, Pop-Urgesteine wie Meat Loaf und Lenny Kravitz sowie sechs traditionelle Wetten machten es dem „Wetten, dass..?“-Fan leicht, sich in der Friedrichshafener Rothaus-Halle heimisch zu fühlen. Fernseh-Innovation sieht anders aus, aber der Quotenerfolg dürfte Gottschalk auch beim letzten Streich wieder einmal recht gegeben haben. Die Einschaltquote wird - trotz der parallel gelaufenen „Supertalent“-Suche bei RTL - vermutlich über zehn Millionen gelegen haben.

Zwei Sportwetten, eine Merkwette, dazu Teelichterlöschen mit der Zunge, Klospül-Erkennung per Gehör und Golf-Basketball boten die Kandidaten an - alle gewannen, aber eine Action-Wette triumphierte: Wettkönig wurde der 21-jährige Germanistikstudent Daniel Langemeyer aus Mettingen (Nordrhein-Westfalen), der zusammen mit 47 anderen per Salto auf einem zwei Quadratmeter großen Tisch landete.

Am Ende verabschiedete sich Gottschalk mit einem Dank an sein Publikum und die Wettkandidaten: „Sie mit ihren Ideen haben diese Sendung am Leben gehalten“, sagte Gottschalk. Es wäre bitter für ihn zu sagen, das sei es gewesen mit dem Scheinwerferlicht. „Deswegen komme ich bald wieder“ - gemeint war sein Einstieg bei der ARD, wo er ab 23. Januar die Vorabendshow „Gottschalk live“ moderiert. Seine letzten Worte bei „Wetten, dass..?“: „Gute Nacht, es war eine tolle Zeit, auf Wiedersehen.“




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