Thomas Hornauer: Unternehmer und „Christbuddhist“ Königliche Majestät

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Vereinte Chakren, funkelnde Riesen-Amethysten, westafrikanische Prinzenkronen: eine Reise in die abenteuerliche Welt des Unternehmers und Esoterikers Thomas G. Hornauer.

Thomas Hornauers  Thron ist von Bergkristallen und polierten Achatscheiben umsäumt. Foto: Frank Eppler
Thomas Hornauers Thron ist von Bergkristallen und polierten Achatscheiben umsäumt. Foto: Frank Eppler

Plüderhausen - Er sitzt auf einem rotsamtenen Märchensofa und spielt Keyboard. Edelsteinbrocken glitzern in einer Hightech-LED-Lichtshow. Er trägt weiße Turnschuhe, eine weiße Sporthose, eine weiße Winterjacke. Draußen steht sein weißer Tesla. Einen weißen Rolls-Royce besitzt er auch und einen weißen Mercedes. Nach dem Reha-Termin hat er noch ein Tiramisu gegessen beim Italiener – er ist ein Süßer. Eine Herzattacke vom Januar zwingt ihm ein Tagesprogramm mit Sport, Gymnastik und Ernährungsberatung auf. Ein viel zu eng getaktetes Leben für einen, der aus den Weiten ferner Galaxien kommt.

Die Mitarbeiter nennen ihn „Majestät“

Thomas G. Hornauer, 56, ein Unternehmer, der mit Flirt- und Astrolines sehr vermögend wurde, den Landessender B.TV kaufte und damit Furore machte, mit seinem Kanal Telemedial noch einen draufsetzte, dann in Thailand ein spirituelles Dorf baute, erleuchtet jetzt Edelsteine in seinem „globalen Lichtkristallzentrum“.

Der Hof in seinem Plüderhausener Domizil, eine frühere Nudelfabrik, ist nicht mit Splitt aufgeschüttet, sondern mit einem Meer aus Bergkristallen und Rauchquarzen. Alles umrahmt von wahlplakatgroßen Parolen wie „himmlisch-göttlich“ oder „unternehmerisch-künstlerisch“. Dagegen wirken die Einfamilienhäuser hinter dem Zaun richtig blass. Für seine neue Schaffensära hat Hornauer Leuchtwände aus Karneolen, Bergkristallen und Bernsteinen erfunden. In der „Säulenhalle der Giganten“ thronen vier Meter hohe Citrin-Kolosse, fünf Tonnen schwere Amethysten und andere Naturwunder.

An der Festtafel im Thronsaal stehen Prachtstühle, die zu einem Shakespeare-Drama passen würden. In der Ecke sitzt ein weißer Plüsch-Tiger. Eine Frau um die 50 serviert Hornauer eine Erfrischung: „Ihr Wasser, Königliche Hoheit.“ So nennen ihn seine Mitarbeiter. Manchmal auch „Königliche Heiligkeit“ oder schlicht „Majestät“. Seine Töchter sagen „Papa“. Die ihn nicht mögen, nennen ihn „Scharlatan“, „Gehirnwäscher“, „Schikaneur“, „Großmaul“, „Abzocker“ oder „Spinner“. Die sich über ihn lustig machen, sagen „durchlauchtigte Durchgeknalltheit“ oder „König Drosselbirne“. Was kümmert’s ihn? „Ich spinne nicht, die Masse spinnt“, sagt Hornauer.

Wahrscheinlich musste es so kommen, dass das Majestätische durchbricht. Hornauers Eltern waren zwar Wirtsleute in Welzheim, aber, das ergaben seine Recherchen, er ist ein Ururenkel König Ludwigs II.