Thomas Hornauer: Unternehmer und „Christbuddhist“ Immer was los

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In seiner Fabrik lagert noch die Studioausrüstung, Technik vom Feinsten. In den Regalen: 10 000 Tapes mit alten B.TV-Nachrichten – „vielleicht schmeiß ich die alle weg“ – und stapelweise „Deutschmarkt“-Geldscheine, eine von ihm kreierte „Wurzelwährung“, deren Sinn schwer zu erklären ist. Auf dem 500er-Schein ist Hornauer mit Rokoko-Perücke abgebildet. Nur Jesus auf dem 1000er steht über ihm.

Charity in Monaco, Dornröschen in Thailand

Was ist passiert seit seinem TV-Abschied? Er sei den Weg in die Weisheit gegangen, sagen er und seine Schüler. Manche wollten seinen Genius zwar nicht erkennen, doch das sei der reine Neid. Er rief das Vereinte Heilige Deutsche Königreich aus, eine „Mentaldemokratie gegen die Volksverblödung“. Er gründete den Christ-Buddhismus. Heimaterde für die Christbuddhisten ist Paradise Valley, das er in den thailändischen Dschungel gepflanzt hat. Ein Wallfahrtsort für Erleuchtete und Schüler. Eine Million Quadratmeter mit Bungalows, Tempel, Meditationsräumen, Plantagen, Fischzucht, Amphitheater und einer Trinkwasserfabrik. Und dort läuft es wie immer: Ist der Chef nicht da, weil er mal auf dem Rotkreuz-Ball in Monaco oder in seiner Fabrik vorbeischauen muss, versinkt alles in einen Dornröschenschlaf.

Was auch noch passierte: der Yoruba-Stammeskönig Odu-Dua von Benin krönte ihn zum Prinzen, 90 buddhistische Mönche und Meister Kittichet Siriwatako segneten die Krone. Die Krönungsfeierlichkeiten in Afrika verpasste Hornauer, weil man ihn am Pariser Flughafen aufhielt: den Zöllnern waren die 60 Kilo „Deutschmarkt“-Scheine in Lidl-Tüten nicht geheuer. In Benin schaffte er übrigens als Berater der Stammeskönige die Beschneidung ab, doch das ist eine andere Geschichte.

Edelsteine in Hülle und Fülle

Schließlich kam es, dass Hornauer eine hellsichtige Nonne traf. Sie riet ihm: „Gib den Prinzentitel ab, sonst fängst du dir ein Karma ein.“ Also verbrannte er die Urkunde und transformierte sich als Mönch eines buddhistischen Klosters in 44 Tagen vom Prinzen zum König der Herzen für das Vereinte Heilige Deutsche Königreich.

Jetzt baut er in der Heimat seine Edelstein-Verkaufsausstellung. Achatmandeln pflastern die Räume. Mit 24-Karat-Blattgold veredelte Amethysten. Ein 250-Kilo-Brummer schaukelt in einer von Hornauer designten Metallspange. Eine Lichtkristallpyramide vereint alle sieben Chakren, was immer das heißen mag. „Ich habe eine neue Welt geschaffen“, sagt Hornauer.