Der Kandidat für die Linken, Thomas Walz, ist erstmal baff: So viele Stimmen für Die Linke hätte er nicht erwartet. Auf die Wahlparty im AI Xpress im ehemaligen Böblinger Eisenmann-Areal sind etwa 20 Leute gekommen. Um 18.10 Uhr ist der Sekt noch zu. Thomas Walz sagt, „ich muss gestehen, ich habe nicht mit so einem guten Ergebnis gerechnet, aber wir haben einen guten Wahlkampf hingelegt, und das Ergebnis ist verdient“.
Negative Stimmung gegenüber Geflüchteten
Auch wenn Thomas Walz nicht auf der Landesliste ist und damit nicht in den Bundestag einziehen wird, steht er voll hinter dem Programm seiner Partei. „Wir werden konsequent für soziale Gerechtigkeit kämpfen und mit der Unterstützung von SPD und Grünen versuchen, eine stärkere Besteuerung von Superreichen umzusetzen. Außerdem werden wir eine starke Stimme sein gegen die negative Stimmung gegenüber Geflüchteten in der Bundesrepublik.“ Ein Höhepunkt des Wahlkampfes war für ihn die Zeit, nachdem die CDU ihre Gesetzentwürfe zur Asylpolitik in den Bundestag eingebracht hatte. „Vor allem Jüngere sind daraufhin in unsere Partei eingetreten, die gesagt haben, ,jetzt muss ich aktiv werden, Flyer verteilen oder bei den Infoständen aushelfen.’“
Zu den Linken gekommen ist der 32-jährige Historiker aus Aidlingen über einen Kommilitonen an der Universität Stuttgart, der im Jahr 2018 die Linksjugend Stuttgart wiederbelebt habe. Von da an und über verschiedene andere Engagements in der linken Szene kam er schnell zur Mutterpartei, wurde dann vier Jahre später erstmals zum Kreisvorsitzenden gewählt, jüngst im Amt bestätigt. Jetzt hat ihn sein Kreisverband als Bundestagskandidaten aufgestellt.