THW in Leonberg Zum Pumpenüben geht es an die Glems

Von Brunhilde Arnold 

Die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks feiert in der Steinturnhalle ihr 40-jähriges Bestehen.

THW-Ortsbeauftragter Matthias Schultheiß Foto: factum/Granville
THW-Ortsbeauftragter Matthias Schultheiß Foto: factum/Granville

Leonberg - Es gibt hier im Saal Männer der ersten Stunde“, sagte der THW-Ortsbeauftragte Matthias Schultheiß. „Mehr als 75 Prozent der aktiven Helfer haben die harte Schule der THW-Jugend erlebt“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. Thomas Schühle ist einer von ihnen. Er war 13 Jahre alt, als er als einer von 14 Jugendlichen in die 1977 neu gegründete Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) im Ortsverband Leonberg eintrat. Heute – 40 Jahre später – ist er als Kraftfahrer noch immer aktiver Helfer. Das war dem THW eine Ehrenurkunde wert.

Doch nicht nur er wurde beim 40-jährigen Jubiläum der Jugendgruppe auf die Bühne gerufen. Auch seine Tochter Vanessa Schühle, selbst seit 14 Jahren im THW aktiv, erhielt für ihre besonderen Verdienste, so der THW-Vize-Präsident Gerd ­Friedsam aus Bonn, das Helferzeichen in Gold. Die junge Frau ist seit 2013 Jugendbeauftragte im Ortsverband und kümmert sich überwiegend um die Zehn- bis 14-Jährigen. Die gleiche Ehrung erhielt auch Julian Frühwald, seit 2008 Jugendbetreuer und  Ortsjugendleiter des Fördervereins. So verzahnen sich also beim Rückblick auf die vierzigjährige Geschichte der THW­Jugend in Leonberg die Generationen ineinander, wie das Zahnrad das Symbol der Organisation ist, eine Anstalt des Bundes, die technisch-humanitäre Hilfe sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene zur Aufgabe hat.

Im Mai 1977 fing alles an

Als im Mai 1977 die Jugendgruppe in Leonberg gegründet wurde, gab es die aktiven Helfer schon seit mehr als zehn Jahren im Ort. So konnte gleich in den Anfangsjahren mit der THW-Ausbildung begonnen werden. Die Jugendlichen traten aber auch in der Stadt in Erscheinung, etwa bei der Glems-Putzete, bei der Reparatur des Dachs an der DRK-Jugend­baracke sowie am Pferdemarktumzug oder beim Christbaumsammeln, das sie unter dem Motto „Vier gewinnt“ zusammen mit den anderen Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, DRK und DLRG machen. ­Natürlich kamen damals wie heute Freizeitunternehmungen nicht zu kurz.

Besonders hervorgetan haben sich die Jugendlichen bei den Wettkämpfen des THW. In den Jahren 2009, 2011 und 2015 wurden sie Landesjugendsieger und 2016 siegten sie auf Bundesebene. „Da sind wir mächtig stolz drauf“, sagte Schultheiß. Für diese herausragenden Leistungen erhielten die Jugendlichen und ihre Betreuer, zu denen neben Julian Frühwald und Vanessa Schühle der Ortsjugendbeauftragte Daniel Reger und Alex Mauch zählen, viel Beifall von den Festgästen.

Der Oberbürgermeister Bernhard Schuler lobte die „herausragend gute Jugendarbeit“. Anders lasse sich nicht erklären, dass das THW immer genug Mitglieder ­habe. Der scheidende OB bot unter dem Beifall der Festgäste an, beim nächsten Maibock-Fest des THW zwei Stunden Bier ausschenken zu wollen. Der Landrat ­Roland Bernhard spendierte 700 Euro für ein Faltzelt für die Jugendlichen.

Die Jugend kommt nach

Was machen die Kinder und Jugendlichen selbst am liebsten in der Gruppe? „Besonders begeistert sind sie von der ­expliziten THW-Ausbildung“, sagte Julian Frühwald auf Nachfrage. Das ist der Umgang mit der Technik, auch in der realen Umgebung, also zum Wasserpumpen an die Glems gehen, oder üben, Verletzte zu retten. Besonders beliebt sei bei den Jung­helfern auch die einmal jährlich statt­findende 24-Stunden-Übung. So werde der Nachwuchs spielerisch an die echten ­Aufgaben des THW herangeführt.

Die derzeit 30 Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren, darunter auch fünf Mädchen, sind in zwei Altersgruppen eingeteilt und treffen sich mittwochs, außer in den Ferien, von 18 bis 20 Uhr in der Mollenbachstraße 11 zur Ausbildung, zu Übungen, aber auch zu Spiel und Spaß. Wer neugierig geworden ist, kann einfach mal vorbeikommen, betonte Julian Frühwald.