Beim Waiblinger Weihnachtscircus vom 19. Dezember bis 6. Januar zeigen internationale Zirkusstars ihr Können. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und das Kartentelefon heiß.
Luitgard Schaber
09.12.2025 - 13:32 Uhr
„Tante Britta ist nur am Handy“, sagt Merrylu Casselly augenzwinkernd und meint damit ihre Schwiegermutter in spe und Chefin des Waiblinger Weihnachtscircus (Rems-Murr-Kreis), Britta Sperlich, die sich um den Vorverkauf der Eintrittskarten für die 18. Auflage kümmert. Zu sprechen ist sie daher auch für diese Zeitung nur, wenn es gelingt unter der Ticket-Hotline zu ihr durchzukommen. „Die Gala-Premiere ist bereits ausverkauft und Logenplätze gibt es nur noch ab dem 30. Dezember“, freut sich Britta Sperlich über den reißenden Absatz gleich zum Verkaufsstart. „Bisher ist der Zulauf noch größer als im vergangenen Jahr.“ Noch mehr in Fahrt komme der Ticketverkauf erfahrungsgemäß allerdings, wenn die Kasse im Vorzelt Anfang Dezember öffne. Dann reiche die Warteschlange meist bis aus dem Zelteingang hinaus.
Aktuell herrscht im Vorzelt die Ruhe vor dem Sturm. Das Kassenhäuschen ist verwaist. Lediglich Pinguin- und Eisbärfiguren der bereits aufgebauten Winterwunderlandschaften bevölkern das Vorzelt nebst ein paar erhöht stehenden Heiligenfiguren und einem Riesenengel, der zwischen Schneemännern und Discokugeln unter der Decke schwebt. Nur spärliches Tageslicht, das durch den offenen Zelteingang fällt und Lichterketten, die blau in den Eislandschaften funkeln, erhellen den Raum, in dem kistenweise Weihnachtskugeln und -girlanden bereitliegen, die noch verteilt werden wollen.
Familie Sperlich packt an: Vorbereitungen im Foyerzelt
Nebenan im Foyerzelt geht’s derweil geschäftig zu. „Die Eisbären sind schon ausgeladen“, kommentiert Siegfried Sperlich die Rotte mannsgroßer Tierfiguren, die darauf warten neben den bis unter die Zeltspitze reichenden und schon prächtig geschmückten Christbaum sowie die später rundherum stehenden Getränke- und Essensbuden platziert zu werden. Für mehr hat auch er keine Zeit, da er gemeinsam mit seinen Brüdern und Schwagern alle Hände voll zu tun hat, um weitere Einrichtungsgegenstände aus einem Lastwagen auszuladen und aufzubauen. Die Damen der Großfamilie – Britta und Markus Sperlich haben vier Söhne, drei Töchter, sieben Enkel und fast ebenso viele Schwiegersöhne und -töchter – übernehmen das Schmücken.
Die Pressearbeit hat Britta Sperlich in diesem Jahr in die Hände von Merrylu Casselly gelegt, die mit ihrer Pferde- und Ponydressur zu den Topacts des 18. Waiblinger Weihnachtscircus gehört. Selbst will sich die 34-Jährige, die in siebter Generation der weltbekannten Artisten- und Tierlehrer-Dynastie Casselly angehört, nicht als Zirkusstar bezeichnen – obwohl sie beim Internationalen Circus Festival in Monte Carlo schon mehrfach die höchste Auszeichnung, den Goldenen Clown, erhalten hat.
Fasziniert mit seiner extremen Gelenkigkeit: der Schlangenmensch Cesar Pindo. Foto: privat
„Ich mache ja nur etwas Comedy mit Pferden“, sagt die Starartistin bescheiden und freut sich, erstmals mit ihrem Lebenspartner Siegfried Sperlich beim Waiblinger Weihnachtscircus in der Manege und hinter den Kulissen dabei sein zu können. „Die Sperlichs sind sehr familiär. Ich freue mich, hier in diese Riesenfamilie, die so stark zusammenhält, reingekommen zu sein.“
Weihnachten im Zirkus: Casselly feiert mit der Sperlich-Familie
So wird Merrylu Casselly in diesem Jahr anstatt in der Manege des Stuttgarter, Heilbronner oder eines anderen großen Weihnachtscirkus’ in Europa zu stehen, in Waiblingen am vorstellungsfreien Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum im Foyerzelt sitzen und im Familienkreis der Sperlichs Christi Geburt mit Festessen und Geschenken feiern – eventuell gemeinsam mit weiteren Starartisten aus aller Welt. Denn alle, die zur 18. Auflage ihres Circusspektakels engagiert sind, sind auch zum gemeinsamen Weihnachtsfest eingeladen, wie Merrylu Casselly verrät.
Dazu gehören einmal mehr weitere Weltstars, wie etwa der brasilianische Luftakrobat Super Silva, der kopfunter in zwölf Metern Höhe eine Kombination aus Skywalk und Trapezakrobatik beim Waiblinger Weihnachtscircus vorführen wird. Waghalsig ist sicherlich auch die Armbrust-Show von Ovidiu und Rebaka Pasarar aus Rumänien, die sich gegenseitig wie in Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“ einen Apfel vom Kopf schießen werden.
Ebenfalls erstmals in Waiblingen tritt der Schlangenmensch Cesar Pindo aus Ecuador auf, der mit seiner extremen Gelenkigkeit gleichsam zu faszinieren und zu schockieren versteht. Des Weiteren konnten die Sperlichs die Hellriders wiederholt engagieren, die mit ihrer Motorrad-Stuntshow in einer Stahlgitterkugel bereits zu den Publikumslieblingen in Waiblingen gehören. Wer nun denkt, dass er ihre Darbietung schon kennt, irrt sich. Denn die Kolumbianer setzen einmal mehr eines drauf, indem sie dieses Mal zu siebt in der Kugel fahren. Dazu sorgen der französische Starclown Anthony Lefort und der Bauchredner Giampaolo Maltese aus Italien mit ihren für Gags sicherlich für Lachsalven.
Perfektion bis zur Gala im Waiblinger Weihnachtscircus
Bis sie eine Woche vor der Gala anreisen, muss sämtliches Equipment, das gut und gern 15 bis 20 Auflieger fülle, aufgebaut sein, erklärt Merrylu Casselly. Denn dann beginnen die Proben. „Die Artisten können zwar ihre Nummern, aber Licht und Ton müssen genau darauf abgestimmt werden.“ Bis die Requisiteure ebenso perfekt ihren Job drauf haben, werde daher täglich von morgens bis abends geprobt.
Tickets Der Vorverkauf hat begonnen. Unter den Telefonnummern 0160/5075472 und 0173/4066849 können Tickets reserviert werden. Der Kartenverkauf vor Ort läuft bereits. Plätze in der Loge kosten für Erwachsene 32 Euro, im Parkett 25. Kinder zahlen je zwei Euro weniger.
Weitere Infos zum Programm unter:www.waiblinger-weihnachtscircus.de