Tiefbauamt äußert sich zur Flutwelle im Bezirksbeirat Mühlhausen Zweite Röhre für Feuerbach

Von Iris Frey 

Nach der Flutwelle durch Starkregen in Mühlhausen am 7. Juni, hat nun das Tiefbauamt im Bezirksbeirat Mühlhausen Stellung genommen und Hintergründe erläutert. SÖS-Linke schlugen eine zweite Röhre für den Feuerbach vor.

Das Auslaufbauwerk für den Feuerbach am NeckarDas Auslaufbauwerk für den Feuerbach am Neckar. Foto: Tiefbauamt Stuttgart
Das Auslaufbauwerk für den Feuerbach am NeckarDas Auslaufbauwerk für den Feuerbach am Neckar. Foto: Tiefbauamt Stuttgart

Mühlhausen - Im Bezirksbeirat Mühlhausen ist über das Hochwasser gesprochen worden, das am 7. Juni Alt-Mühlhausen überschwemmt hat. Zahlreiche Betroffene waren als Zuhörer da, auch eine Frau, die berichtete, dass sie zwei Autos, die Wohnung verloren habe und krank geworden sei. Ein anderer berichtete, dass er versichert sei, aber die Versicherung nicht zahle. Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann hatte einen Vertreter des Tiefbauamts geladen, Jürgen Mutz. Er erklärte Hintergründe zur Flut. Zuvor hatte der Bezirksvorsteher erklärt, dass er mit CDU-Bezirksbeirat Johannes Schlichter am 8. Juni vor Ort war zur Begehung. Er betonte, wie überraschend die Flut gekommen sei, bei der auch Autos mit geschwemmt wurden. Er verwies auf die Rettungskräfte, die Feuerwehren und die Nachbarn, die sich geholfen haben in Solidarität und erklärte, dass viele Angst hätten, dass so etwas wieder passieren kann.

Mutz verwies auf den Starkregen, der am 7. Juni vom Himmel kam: „Den Starkregen können wir nicht vermeiden.“ Der Feuerbach sei in vielen Teilen verdolt. Normalerweise würden drei Liter pro Sekunde fließen, durch den Kanal passen maximal 90 Kubikmeter pro Sekunde. Die Menge habe an dem Tag nicht gereicht. Am 7. Juni habe es auch in Zuffenhausen und Zazenhausen Überschwemmungen gegeben, nachdem zwei Stunden lang eine Starkregenmenge von 50 Litern pro Quadratmeter herunter gekommen sei. Die Kanäle seien für so ein Ereignis nicht bemessen, so Mutz. Er erklärte, dass der Feuerbach aufgrund des Siedlungsdrucks in einen engen Kanal gepresst sei und dass ihm der Taltiefpunkt genommen worden sei. Einige Abschnitte seien renaturiert. Heute würde die Stadt die Bebauungspläne anders machen. Es soll, so Mutz, dem Feuerbach wieder der normale Verlauf gegeben werden, eine Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben. Wenn hier die Planungen fertig seien, könne er sagen, wie viel Schutz es bringe, so der Tiefbauamts-Mitarbeiter. Das Regenrückhaltebecken solle nur Schmutz aus dem Gewässer fernhalten. Es habe einen anderen Zweck. Da würden 1000 Kubikmeter durchpassen. Zudem sprach Mutz die Hausbesitzer an, dass sie ihr Haus mit verschiedenen Möglichkeiten schützen, wie etwa die Kanäle mit Rückstauklappen versehen und hochwassersichere Türen einbauen. Er verwies auf zwei Broschüren, Schutz vor Starkregenschäden vom Städtischen Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES) und vom Land die Hochwasserschutzfibel.

Bau eines Damms wurde nicht weiter verfolgt

In der Fragerunde verwies Johannes Jäger (SPD) darauf, dass beim Tümpel im Feuerbachtal vor ein paar Jahren ein Dammbau überlegt worden sei und fragte, warum dies nicht gemacht worden sei. Mutz erklärte, dass er das momentan nicht sagen könne. Friedrich Raith (CDU) unterstützte den Vorschlag von Jäger. Heike Funk (CDU) sagte, die Unsicherheit bei den Menschen werde bleiben und fragte, in welchem Turnus die Kanäle gereinigt würden. Mutz sagte, sie würden ein bis zweimal im Jahr kontrolliert. Auf die Nachfrage von Monika Kurfeß (CDU) sagte Mutz, dass es sich um ein 50-jähriges Hochwasser gehandelt habe. Reiner Hoffman (SÖS-Linke-Plus) erklärte, dass auch morgen wieder etwas passieren könne. Er forderte die Stadt auf, etwas zu tun und fragte, ob bei der Umgestaltung des Ortskerns ein zweiter Kanal machbar sei. Mutz sagte, das halte er für möglich oder den jetzigen zu vergrößern, „mehr geht immer“. Paul Bendel, neuer stellvertretender Bezirksbeirat von SÖS-Linke-Plus, erklärte, dass es hier um das Ringen um jeden Quadratmeter versiegelter Fläche gehe und fragte, warum kein Notstand ausgerufen worden sei. Die Bezirks- und Stadtverwaltung solle bei einem solch unvorhergesehenem Ereignis alle Schleusen öffnen, um den Bürgern zu helfen. Er plädierte bei solchen Ereignissen für außergewöhnliche Maßnahmen. Bohlmann: „Wir haben getan, was möglich ist.“ Seit dem Hochwasser in Hofen gebe es Notfallpläne. Aktuell gebe es keinen Notfonds der Stadt, so Bohlmann. Der Gemeinderat werde es diskutieren, so der Bezirksvorsteher, er verwies auf den Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion zur Flut und dass auch er Ergebnisse sehen wolle, dass das Risiko in Zukunft minimiert werde.

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