Tiere – die Silberameise Die schnellste Ameise der Welt

Von /dpa 

Die Silberameise ist ein Phänomen in der Tierwelt: Sie lebt in Gegenden mit den höchsten Oberflächentemperaturen von über 60 Grad Celsius. Und sie ist – im Verhältnis zu ihrer Beinlänge – eines der schnellsten Lebewesen auf der Erde.

Ihren deutschen Namen trägt die Silberameise  aufgrund ihrer silbrig glänzenden Erscheinung. Sie bewohnt  Trockenwüsten wie die Sahara. Unter den Insekten tritt sie in den Gebieten mit den höchsten Oberflächentemperaturen von über 60 Grad Celsius auf. Foto: Wikipedia commons//Bjørn Christian Tørrissen/CC BY-SA 3.0 4 Bilder
Ihren deutschen Namen trägt die Silberameise aufgrund ihrer silbrig glänzenden Erscheinung. Sie bewohnt Trockenwüsten wie die Sahara. Unter den Insekten tritt sie in den Gebieten mit den höchsten Oberflächentemperaturen von über 60 Grad Celsius auf. Foto: Wikipedia commons//Bjørn Christian Tørrissen/CC BY-SA 3.0

Ulm/Douz - Ein Mensch, der mehr als 500 Kilometer pro Stunde läuft? Absolut unmöglich. Selbst der Sprinter Usain Bolt schafft nicht mal ein Zehntel dieser Geschwindigkeit. Um mit der Silberameise (Cataglyphis bombycina) mithalten zu können, müsste ein Mensch aber diese irre Geschwindigkeit rennen – zumindest auf die jeweilige Beinlänge umgerechnet.

Zehn Millimeter klein und wahnsinnig schnell

Das haben Forscher in einer Arbeit herausgefunden, die im „Journal of Experimental Biology“ veröffentlicht ist. Die Wissenschaftler haben das zehn Millimeter lange Tierchen in der Wüste Tunesiens mit einer Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt – und gemessen, dass die Ameise jede Sekunde bis zu 157 mal die Länge ihrer eigenen Beine zurücklegt (etwa drei Kilometer pro Stunde).

Die Ameise muss so schnell sein für ihre spezielle Art der Nahrungssuche. Sie frisst andere Gliedertiere, die die Hitze nicht überlebt haben. Oft sind das Fluginsekten. „Die werden vom Wind in das Gebiet geweht und sterben dann irgendwann, weil es zu heiß und trocken ist“, sagt Studienautor Harald Wolf von der Universität Ulm.

Zum Abkühlen ins unterirdische Nest

Doch die Ameise sucht ihr Futter nicht abends oder in der Nacht wie die meisten anderen Aasfresser, sondern in der glühenden Mittagshitze. Da kann der Sand gut und gerne mal 60 Grad heiß werden. Selbst mit seinen speziellen Proteinen verträgt der Körper des Tieres maximal 54 Grad.

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Um abzukühlen muss die Ameise regelmäßig in ihr unterirdisches Nest zurück. Gleichzeitig sind die Wege zur Nahrung oft weit. Die Möglichkeit sehr schnell nach Hause zurückkehren zu können ist also überlebenswichtig.

Besonders interessant ist für die Wissenschaftler auch, dass die Ameise ähnlich wie Bienen sehr gut navigieren kann. In der Anwendung könnte das zum Beispiel auf Roboter in Gebäuden übertragen werden, in denen es keine Satellitennavigation gibt.

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