Tiere und Klimawandel Vögel passen sich zu langsam an globale Erwärmung an

Von /dpa 

Mit der globalen Erwärmung gerät auch das Leben der Zugvögel mehr und mehr durcheinander. Forscher warnen: Selbst anpassungsfähige Arten in Deutschland sind vom Aussterben bedroht.

Eine junge Elster wird in einem Tierheim mit einem Mehlwurm gefüttert. Vögel können sich zwar mit verschiedenen Strategien dem Klimawandel anpassen. Allerdings halten sie mit dessen Tempo kaum mit, so dass auch anpassungsfähige Arten  langfristig bedroht sind. Foto:   17 Bilder
Eine junge Elster wird in einem Tierheim mit einem Mehlwurm gefüttert. Vögel können sich zwar mit verschiedenen Strategien dem Klimawandel anpassen. Allerdings halten sie mit dessen Tempo kaum mit, so dass auch anpassungsfähige Arten langfristig bedroht sind. Foto:  

Berlin - Vögel können sich zwar mit verschiedenen Strategien dem Klimawandel anpassen. Allerdings halten sie mit dessen Tempo kaum mit, so dass auch anpassungsfähige Arten wie Kohlmeise, Rauchschwalbe und Elster langfristig bedroht sind.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und internationale Kollegen nach einer Auswertung von Daten aus 71 Studien. Die Wissenschaftler untersuchten 17 Vogelarten. Die Ergebnisse wurden im Journal „Nature Communications“ veröffentlicht.

Studie liefert beunruhigende Ergebnisse

„Manche Arten wie Blaumeise, Kohlmeise, Rötelfalke und Eichelhäher legen ihre Eier früher im Jahr und sie legen insgesamt mehr Eier, doch langfristig reicht das Tempo der Anpassung nicht aus, um die Art zu erhalten“, sagt Hauptautorin Viktoriia Radchuk vom Leibniz-IZW. „Es gibt trotzdem noch eine Lücke zwischen der eigentlichen Brutzeit und der optimalen Brutzeit.“ Optimal sei die Brutzeit unter anderem, wenn die Natur am meisten Nahrung biete.

Bei manchen Arten funktioniere die Anpassung gar nicht, etwa bei der Trottellumme. „Die Vögel spüren nicht, dass sich die Bedingungen verändern und sie auch ihre Fortpflanzungszyklus anpassen müssen“, so Radchuk. Die Ergebnisse seien beunruhigend.

Selbst gut angepasste Arten sind bedroht

Noch beunruhigender sei die Tatsache, dass die analysierten Daten überwiegend häufige Arten umfassten, von denen bekannt ist, dass sie mit dem Klimawandel relativ gut umgehen. „Vergleichbare Anpassungen bei seltenen oder gefährdeten Arten müssen noch analysiert werden. Wir befürchten, dass die Prognosen zum Überleben für solche Arten, die für den Naturschutz von Belang sind, noch pessimistischer sein werden“, sagt Stephanie Kramer-Schadt, Leiterin der Abteilung für Ökologische Dynamiken am Leibniz-IZW.