Tierfund auf der A5 So geht es dem Löwenbaby nach dem Unfall

Von Sabrina Kreuzer 

Am Dienstagmorgen verunglückte ein Kleinbus auf der A5. Aus dem Fahrzeug wurden nicht nur die menschlichen Insassen gerettet, sondern auch ein weißes Löwenbaby. Das Kleine ist nun im Reptilium Landau untergebracht und quietschfidel.

Bei einem Unfall auf der A5 zwischen Walldorf und Kronau wurde ein weißes Löwenbaby gefunden. Foto: dpa/Reptilium Landau 8 Bilder
Bei einem Unfall auf der A5 zwischen Walldorf und Kronau wurde ein weißes Löwenbaby gefunden. Foto: dpa/Reptilium Landau

Kronau/Landau - Dunkelbraune Augen und eine Nase schauen aus der schwerbeschädigten Holzkiste, die im Anhänger des roten Kleinbusses steht. Sie gehören zu einem gerade einmal sieben Wochen alten, weißen Löwenbaby. Es hat den Unfall auf der A5 zwischen dem Autobahnkreuz Walldorf und der Ausfahrt Kronau unbeschadet überstanden. Mittlerweile ist die kleine „Lea“, wie sie getauft wurde, im Reptilium in Landau untergebracht.

Der Geschäftsführer des Reptiliums, Uwe Wünstel, sagt: „Lea geht es sehr gut.“ Nach der Ankunft im Reptilien-Zoo habe das Kleine erst einmal zur Ruhe kommen müssen: „Sie hat in der Nacht gefressen und getrunken.“ Danach habe sie die Nähe zu den Menschen gesucht, sagt Wünstel: „So konnten wir den näheren Kontakt pflegen.“ Die Löwin sei momentan in Quarantäne untergebracht, weil sie noch nicht gegen Tollwut geimpft ist. Sie werde jedoch rund um die Uhr betreut.

Wie es mit der kleinen Lea weitergeht, ist noch nicht sicher. Aber Sorgen muss müsse man sich keine machen, sagt Wünstel: „Erst einmal bleibt sie hier im Reptilium.“ Normalerweise sind Junglöwen die ersten drei Monate bei ihrer Mutter. „Erst dann fangen sie an, festere Nahrung zu fressen“, so Wünstel. Wieso Lea mit ihren sieben Wochen schon von ihrer Mutter getrennt wurde, ist noch nicht klar.

Die Ermittlungen im Fall laufen, sagt Polizeipressesprecher Dennis Häfner vom zuständigen Polizeipräsidium Mannheim. Der Kleinbus war von der Slowakei aus nach Spanien in den Raum Barcelona unterwegs. Ob es sich um einen illegalen Tiertransport handelte, sei noch unklar, sagt die Polizei. „Es gilt noch zu prüfen, ob das Tier richtig transportiert wurde oder ob es innerhalb der EU überhaupt transportiert werden durfte.“

Ein Tukan befand sich ebenfalls im Kleinbus

Die Insassen des verunglückten Wagens können noch keine Angaben zum Unfallhergang und dem Transport an sich machen. Sie seien noch nicht vernehmungsfähig, sagt Häfner. „Momentan werden sie noch ärztlich behandelt.“

Neben dem Löwenbaby befand sich im Anhänger des Kleinbusses auch ein Nashornvogel, besser bekannt als Tukan. Den Unfall habe dieser genutzt, um zu fliehen. Am Dienstagnachmittag wollen Zeugen das Tier bei der Kiesgrube nahe Kronau gesichtet haben.

Für die Ermittlungen sucht die Polizei nach weiteren Zeugen, die den Tukan gesehen haben. Bei Sichtungen des exotischen Vogels werden Zeugen gebeten, sich mit der nächsten Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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