Tierischer Lärm in Heilbronn Gelbkopfamazone macht Radau – und kommt womöglich aus Stuttgart

Eine Gelbkopfamazone hat sich nach Heilbronn verirrt. Womöglich kommt sie aus Stuttgart. (Foto aus dem Rosenteinpark) Foto: imago images/blickwinkel/McPHOTO
Eine Gelbkopfamazone hat sich nach Heilbronn verirrt. Womöglich kommt sie aus Stuttgart. (Foto aus dem Rosenteinpark) Foto: imago images/blickwinkel/McPHOTO

Eine Gelbkopfamazone hat sich in den Heilbronner Stadtteil Böckingen verirrt und zieht dort mit ihren lauten Rufen seit Tagen die Aufmerksamkeit auf sich. Der Papagei könnte aus Stuttgart gekommen sein.

Heilbronn - Exotischer Besuch in Heilbronn: Seit einigen Tagen hat es sich eine Gelbkopfamazone im Stadtteil Böckingen gemütlich gemacht. Dort dreht der Papagei am Himmel seine Runden und zieht die Blicke der Anwohner auf sich. Auch die lauten Rufe des Tieres sind nicht zu überhören, wie die „Heilbronner Stimme“ auf ihrer Homepage berichtet.

Helga Mühleck, stellvertretende Leiterin des städtischen Grünflächenamts in Heilbronn, hat zwei Theorien für die Herkunft des Exoten, schreibt die Zeitung. Entweder ist der Vogel ist aus einem privaten Haushalt entflohen, oder er hat sich aus dem Stuttgarter Rosensteinpark/Schlossgarten auf die Reise gemacht.

Wie die Gelbkopfamazone nach Stuttgart kam

Um die Ansiedlung der Papageien in Stuttgart ranken sich einige Legenden. Eine besagt, dass das erste Tier aus der Wilhelma entflohen ist. „Wir gehen davon aus, dass das erste Tier aus privater Haltung entflohen ist“, sagte Renate Kübler, Diplom-Biologin und Leiterin der unteren Naturschutzbehörde für den Stadtkreis Stuttgart, in einem Gespräch mit unserer Zeitung im Sommer 2019. Da Papageien gerne in Kolonien leben, habe sich laut Kübler jemand erbarmt und dem ersten Tier einen Partner an die Seite gestellt. Seitdem wächst die Population stetig. 40 bis 60 Tiere sollen im Stadtgebiet leben.

Die ursprüngliche Heimat von „Amazona oratrix“ – wie die Gelbkopfamazonen wissenschaftlich heißen – sind mexikanische Regenwälder. „Die Population in Stuttgart ist die größte außerhalb ihres Heimatgebietes.“ Dort seien sie vom Aussterben bedroht. Obwohl die Tiere also eigentlich nicht in unser Ökosystem gehören, überleben sie und verdrängen auch keine hier heimischen Arten.

Nun könnte sich ein Exemplar in ein neues Abenteuer weiter nördlich gestürzt haben.

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