Hundekotproblem in Leonberg Die Strafen bald dreimal so teuer

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Ertappte Halter müssen 90 Euro, auf Spielplätzen sogar 130 Euro zahlen. Stadtrat stimmt an diesem Dienstagabend ab.

Spielplätze sind keine Hundetoiletten. Wer erwischt wird, muss künftig 130 Euro zahlen. Foto: factum/Granville
Spielplätze sind keine Hundetoiletten. Wer erwischt wird, muss künftig 130 Euro zahlen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Wenn Ottmar Pfitzenmaier über den Schopflochberg seine Joggingrunden dreht, so kommen ihm diese wie Slalomläufe vor: Ständig muss er Hundehaufen ausweichen.Die eigenen Erfahrungen dürften ­wesentlich dazu beitragen, dass der SPD-Fraktionschef an diesem Dienstagabend im Gemeinderat für höhere Bußgelder stimmen wird.

Und damit ist Pfitzenmaier nicht allein. Nahezu alle Stadträte, so legt die Vorabdiskussion im städtischen Finanzausschuss nahe, werden die Verdreifachung der Strafe von bisher 30 auf 90 Euro mittragen. Mehr noch: Wer seinen Hund zwecks Toilettengang auf einen Spielplatz führt, ist künftig mit 130 Euro dabei.

Kein Kavalierdelikt

Die Initiative aus dem Rathaus, die ­Strafen so drastisch zu erhöhen, kommt nicht von ungefähr: „Unsere Spielplatzkontrolleure haben bei einem Kontrollgang bis zu 20 Hundehaufen entdeckt“, ­berichtet der für Ordnung zuständige ­Bürgermeister Ulrich Vonderheid (CDU). „Das ist eine Sauerei, die nicht mehr als ­Kavaliersdelikt bezeichnet werden kann.“

Ginge es nach der CDU, wären auf Spielplätzen sogar 150 Euro fällig. „Wir brauchen eine wirksame Abschreckung“, sagt die Fraktionsvorsitzende Elke Staubach. „Hunde haben da absolut nichts verloren.“

Entscheidend ist natürlich die Kontrolle. Gerade morgens und abends, wenn viele Leute mit dem Hund Gassi gehen, würde künftig stärker geprüft, kündigt der städtische Ordnungsamtsleiter Jürgen Beck an. Vor allem Zivilstreifen sollen nicht nur die Kotproblematik im Auge haben, sondern den Leinenzwang und die Hundemarke.

Ausfällige Hundehalter

Dass Hundehalter bisweilen uneinsichtig sind, beklagt nicht nur der Anwohner in nebenstehendem Artikel. Martin Epple (Freie Wähler) hat schon mehrfach aggressive Halter erlebt. „Die Leute parken wild am Ortsrand und lassen ihre Tiere auf die Felder laufen“, schildert der Stadtrat aus Gebersheim. „Wenn man sie anspricht, werden sie ausfällig.“ Deshalb ist auch Cordula Ahlborn von der Ratsgruppe SALZ für schärfere Strafen: „Sonst stehen alle Hundehalter pauschal unter Generalverdacht.“

Kontrollen sind nicht nur in Parks und Straßen nötig. Axel Röckle (Freie Wähler) und Willi Wendel (CDU) weisen auf die Gefahren für die Landwirtschaft und die Tiere hin. „Kot in Feldern kann in die Nahrungskette kommen und ist schädlich für Mensch und Tier“, sagt Röckle. Wendel hat sogar erlebt, dass Wildtiere nicht weggeworfene Kotbeutel gefressen und daran zugrunde gegangen sind. Daher wird das Ordnungsamt auch an Feldern ­patrouillieren.