Vorsicht, wenn Sie in der Stadt unterwegs sind: Es könnte sein, dass ein junger Meister Adebar direkt vor Ihnen landet.

Mit etwas Glück sieht man nun auch die jungen Störche auf den Wiesen rund um Weil der Stadt, die sich nur noch durch die Schnabelfarbe von Leon und Heidi, den Altstörchen, unterscheiden. „Die Kleinen haben schwarze Schnäbel“, sagt Sabine Holmgeirsson, die auch in diesem Storchenfrühling und – sommer die „Weiler Glücksbringer“ begleitet hat.

 

Auch wenn der Sommer noch lange nicht vorbei ist, geht die Storchensaison langsam zu Ende. „Vermutlich ziehen die vier Anfang August Richtung Süden“, erklärt die Storchenbeauftragte Sabine Holmgeirsson. „Die Alten bleiben noch etwas länger da und genießen nach dem Stress der Aufzucht das ruhige Leben – ohne die Brut!“ Seit einiger Zeit machen sie Ausflüge – erst die drei Größeren und inzwischen auch der Kleinste des Quartetts. Immer wieder ziehen sie ihre Runden über der Altstadt – wie der Strandsommer wohl aus der Storchenperspektive wirkt?

Wie wirkt der Strandsommer unter Storchenperspektive? Foto: Frühauf

Leon und Heidi haben in den letzten Wochen – bei der Aufzucht ihrer Jungen – ganze Arbeit geleistet. „Vier Küken sind eine Herausforderung“, weiß Sabine Holmgeirsson. „In Baden-Württemberg gab es nur zwei Nester mit fünf Jungen.“ Aber auch vier kleine Störche müssen erst einmal satt werden.

Vor allem abends standen in den letzten Wochen Storchenbegeisterte unterhalb des Turmes und beobachteten das Treiben im Nest, auf dem der Platz zuletzt ganz schön knapp geworden ist. Denn die Jungen wiegen inzwischen alle über drei Kilogramm, und damit fast so viel wie ihre Eltern. Wenn einer der Jungen Flugübungen im Nest vollführte, mussten die anderen in Deckung gehen.

Kleine Pause im sonst regen Familienleben. Foto: Frühauf

Das Fliegen ist den Vögeln angeboren, aber sie müssen trotzdem üben. Dadurch stärken sie ihre Muskeln, die in den letzten Wochen kräftiger geworden sind. Außerdem ist es für Jungtiere nicht einfach, enge Kurven zu fliegen oder ein Ziel korrekt anzusteuern. Dadurch kann es passieren, dass sie auf der Straße landen. Dann heißt es: Abstand halten und abwarten, ob der Vogel aus eigener Kraft wieder abheben kann.

In diesem Jahr gingen bisher kaum Informationen bei der Storchenbeauftragten von Menschen ein, die plötzlich einen Storch im Garten hatten oder einem auf der Straße begegnet sind. Leon und Heidi werden wohl noch den August über in und um Weil der Stadt anzutreffen sein – bevor auch sie dann zum Überwintern in den Süden fliegen, um hoffentlich im nächsten Jahr den Horst auf dem Turm wieder mit Leben zu füllen.