Das Storchenpaar Heidi und Leon ist sehr geschäftig. Sie brüten regelrecht etwas aus. Doch es lauern auch Gefahren.
Das sind schöne österliche Vorboten: Im Nest von Leon und Heidi liegen inzwischen Eier, vermutlich schon seit vergangener Woche. Was viele nicht wissen: Storcheneier sind kaum größer als Hühnereier, auch wenn der Storch einer der größten Vögel in Deutschland ist. Dafür haben sie eine stabile Schale und dank ihrer Größe passen mehrere Eier ins Nest, so dass sie gut bebrütet werden können.
Dauerhafte Wärme ist wichtig für die Entwicklung der Embryonen. Das scheint auch unser Weil der Städter Storchenpaar zu wissen: Ab und zu wenden Leon und Heidi ihre Eier, um sie gleichmäßig zu bebrüten. „Wegen der Brutzeit von 32 Tagen schlüpfen die Küken in der vorletzten Aprilwoche“, sagt die Weiler Storchenbeauftragte Sabine Holmgeirsson, die das Nest und ihre Bewohner beobachtet. Sie freut sich, dass die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die Zweige des Laubbaums gekürzt haben, um vom Parkplatz am Klösterle eine freie Sicht aufs Nest zu haben.
Regen ist schlecht für Jungtiere
Die vom Naturschutzbund in Weil der Stadt geplante Webcam direkt am Nest wird nicht realisiert: „Um einen Blick von oben auf das Nest zu gewährleisten, müsste Geäst am Nest Rand aufgebaut werden. Damit würden wir den Flugbetrieb der Alt- und Jungstörche behindern“, erklärt Sabine Holmgeirsson. Also bleibt es mal wieder spannend, denn die Eier sind so nicht zu sehen.
Beim genauen Hinschauen fällt auf, dass das Federkleid der Vögel nach den regenreichen Tagen ziemlich zerrupft und feucht aussieht. Bei Dauerregen unterlassen sie weite Flüge – denn ohne Thermik und mit nassen, schweren Federn wäre das eine kräftezehrende Angelegenheit. Stattdessen sparen sie Energie und versuchen ihr Gefieder in den Regenpausen zu trocknen.
Je dichter ein Horst gebaut ist, desto leichter sammelt sich Wasser im Nest, das vor allem für Jungtiere zum Verhängnis werden kann. Während Dauerregen für Altvögel meist keine größere Herausforderung ist, wird er für junge Störche ohne wasserdichtes Federkleid schnell lebensbedrohlich, denn sie kühlen ohne trockenes Daunenkleid aus und unterkühlen stark. Aber bis zum Schlüpfen bleibt ja noch etwas Zeit. Und spätestens an Ostern soll das Wetter ja besser werden!