Tierquälerei im Schurwald Amt stoppt Leiden der Lämmer

Nicht alle Schafe haben es so gut wie diese Exemplare. Foto: dpa
Nicht alle Schafe haben es so gut wie diese Exemplare. Foto: dpa

Es ist der klassische Fall von Tiersammelwut. Im Schurwald hat das Veterinäramt 55 verwahrloste Schafe sowie Hühner, Enten und Kaninchen beschlagnahmt.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)
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Göppingen - Gegen den entschiedenen Protest einer offensichtlich überforderten Tierhalterin haben das Göppinger Veterinäramt und die Polizei 24 Hühner, zwölf Enten, zehn Kaninchen und eine komplette Schafherde von einem Anwesen im Schurwald abtransportiert. Bereits im April hatte die Behörde der Frau 19 Rottweiler-Hunde abgenommen und ihr das Halten von Tieren generell untersagt. Weil das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem Eilverfahren das Verbot jetzt als „voraussichtlich rechtmäßig“ einstufte und den Einspruch der Frau zurückwies, handelte das Veterinäramt und ließ den Tiertransporter vorfahren.

Selbst war die Frau trotz der Aufforderung, die Tiere innerhalb eines Monats abzugeben, nicht tätig geworden. Vielmehr hätten dem Veterinäramt Hinweise vorgelegen, wonach die Frau versucht habe, durch Scheingeschäfte das Tierhaltungsverbot zu umgehen. So sollen Tiere nur auf dem Papier auf andere Personen übertragen worden sein. Wegen der Verstöße im April ist ein Strafverfahren anhängig.

Verwahrlost zwischen toten Mäusen

Damals habe es sich um einen Notfall gehandelt, sagte der für den tierschutzrechtlichen Vollzug zuständige Abteilungsleiter Stephan Ludwig. Die Hunde hätten sich in einem verwahrlosten Zustand befunden. Sie waren abgemagert und hatten zwischen Hundehäufchen, toten Mäusen und einem Hundekadaver gelebt. Diesmal seien die Verstöße weniger gravierend. Allerdings wiesen einige der 55 beschlagnahmten Schafe überlange Klauen auf. Einzelne Tiere litten an Atemwegserkrankungen. Mehrere Schafe und Hühner seien abgemagert. Weitere Befunde würden gegenwärtig durch die Amtstierärzte erhoben, heißt es in einer Mitteilung.

Das Anwesen der Frau verfüge zwar über eine Scheune, diene aber nicht einem landwirtschaftlichen Betrieb im engeren Sinne, sagte Ludwig. Vielmehr gehe die Behörde davon aus, dass es sich um einen Fall von Animal-Hoarding, also um das krankhafte Sammeln von Tieren handle. Schon vor mehreren Jahren war die Frau im Ostalbkreis aufgefallen. Auch dort waren ihr mehrere Hunde abgenommen worden. Einige von ihnen hatten auf verschlungenen Pfaden wieder den Weg zu ihrer ehemaligen Besitzerin gefunden. Deshalb will die Behörde nicht mitteilen, wo sie die Tiere untergebracht hat.

Alle Hunde gut vermittelt

Zumindest bei den Hasen ist bekannt, dass sie ihre vorübergehende Unterkunft in der Tierherberge Donzdorf gefunden haben. Ihr Zustand sei „nicht so toll“, sagt die Vorsitzende Martina Heinzmann. „Sie haben kahle Stellen, vereiterte Augen, Milben in den Ohren und Durchfall.“ Sobald sie gesund sind, will Heinzmann sie an neue Halter vermitteln. Im Fall der Rottweiler habe dies überraschend gut funktioniert. Zehn wurden ins Göppinger Tierheim gebracht, neun Hunde hatte die Tierherberge übernommen. „Wir haben für alle gute Plätze gefunden“, sagt Heinzmann.




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