Tierschutz in Stuttgart Tierschützer gegen Feinschmecker

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Die Tierschützer von Peta haben Feinkost Böhm wegen Tierquälerei angezeigt. Die Schutzorganisation hatte die Adresse für Feinschmecker vor fünf Jahren schon einmal im Visier.

Schon 2007 protestierte Peta gegen Böhm, damals wegen Stopfleber. Foto: dpa
Schon 2007 protestierte Peta gegen Böhm, damals wegen Stopfleber. Foto: dpa

S-Mitte - Der Feinkosthändler Böhm hat sich schon in der Vergangenheit bei Tierschützern unbeliebt gemacht. Vor fünf Jahren sammelte die Schutzorganisation Peta Unterschriften gegen Böhm und protestierte in der Innenstadt. Ziel war, Böhm zu zwingen, keine Leberpastete von gestopften Gänsen mehr zu verkaufen. Allerdings ist zwar das Stopfen von Gänsen in Deutschland verboten, nicht aber der Verkauf importierter Stopfleber.

Jüngst hingegen ist die Adresse für Stuttgarter Feinschmecker der Tierschutzorganisation wegen eines tatsächlichen Rechtsverstoßes aufgefallen. „Das Aufbewahren lebender Krustentiere auf Eis ist verboten; sie dürfen nur im Wasser oder vorübergehend auf feuchter Unterlage aufbewahrt werden.“ So ist es unzweideutig im Paragraphen 11 der Tierschutz-Schlachtverordnung zu vermerkt.

Eben dagegen hat der Feinkostladen laut Peta verstoßen. Ende Oktober seien lebende Langusten auf Eis und Krebse ohne Wasser zum Verkauf angeboten worden. Deswegen hat Peta Anzeige beim Veterinäramt erstattet. Nach einem Gespräch mit den Tierschützern habe die Betriebsleitung zugesichert, künftig keine Schalentiere mehr auf Eis zu verkaufen. Feinkost Böhm bestätigt den Sachverhalt zwar grundsätzlich, eine genauere Auskunft war aber auch innerhalb von zwei Tagen nicht zu bekommen.

Offenbar ermutigt vom Erfolg, erneuert Peta nun die alte Forderung nach dem Verzicht auf Stopfleber. Das Stopfen von Gänsen ist in der Tat in etlichen Ländern inner- und außerhalb der EU als Tierquälerei verboten. In einem anderen Punkt irren die Tierschützer allerdings: „Geschäftsführer des Lebensmittelgeschäftes ist der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch“, ist im Peta-Protestschreiben zu lesen. Tatsächlich heißt der Besitzer der 1889 gegründeten Traditionsfirma zwar Ferdinand Piëch, ist aber nicht der Chef des VW-Aufsichtsrats sondern dessen Sohn.

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