Tigermücken in Weilimdorf Mückenattacken: „Ich konnte nicht mehr im Garten sitzen“

, aktualisiert am 07.08.2025 - 08:56 Uhr
Zwei Anwohnerinnen aus Weilimdorf holen sich bei einer Infoveranstaltung Tabletten zur Bekämpfung der Tigermücke. Foto: Savas Savidis

Anwohner in Weilimdorf plagt die eingewanderte Asiatische Tigermücke. Wir haben Stimmen vor Ort eingefangen.

Großer Auftrieb im Privatgarten Eisenhardt in Weilimdorf: Auf dem Grundstück der Reisach-Siedlung hat kürzlich eine Informationsveranstaltung zum Thema Bekämpfung der Tigermücke stattgefunden – und es kamen viele Anwohner und Interessierte, um zu hören, was das Gesundheitsamt Stuttgart und die Firma Icybac, eine Tochter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), zu sagen hatten. Was für Tipps gibt es gegen die sich rasant verbreitende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die in der Region um Korntal-Münchingen schon länger und seit geraumer Zeit auch in Weilimdorf nachgewiesen ist? Wie kann man ihre Verbreitung eindämmen?

 

Klar ist, dass sich die Weilimdorfer von den Mücken belästigt fühlen: „Ich wohne in der Nähe“, sagt Anja Wagner. Letztes Jahr sei es besonders schlimm gewesen mit den Mücken: „Im Garten sitzen – das war nicht mehr möglich.“ Ihr Mann sei beim Sport trotz dicker, langärmliger Kleidung gestochen worden. Entspanntes Draußen im Grünen gehe anders. Eine andere Anwohnerin fügt hinzu: „Wir versuchen, alle Maßnahmen durchzuführen, die empfohlen werden.“ Aufklärung sei daher wichtig, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Anwohner fordern mehr Unterstützung

In der Region gibt es immer öfter Nachweise. Korntal etwa ist seit letztem Jahr stark befallen: „Ich habe mir das hier vorhin auf einer Karte angeschaut“, sagt eine Anwohnerin erstaunt. Dass etwas getan werden muss, ist ihr schon länger klar. Deshalb ist sie in den Privatgarten gekommen: „Ich habe einen Hund und deshalb auch Wasserschalen draußen stehen.“ Nun weiß sie, dass sie die Schale, sofern noch gefüllt, alle zwei, drei Tage komplett leeren und frisch befüllen soll. „Es ist wichtig, dass man informiert ist.“ Von der Kommune wünscht sie sich allerdings mehr Unterstützung.

Ähnlich sieht es eine andere Anwohnerin: „Wir versuchen alle Maßnahmen einzuhalten, die empfohlen werden.“ Da müsse auch die Stadt ihren Teil beitragen – „und nicht nur alle zwei Jahre mal präsent sein“. Ihr Appell: „Die Stadt darf sich nicht ausklinken.“

Positiv bewerten die Anwesenden, dass es neben Schautafeln sowie Broschüren mit Tipps auch „Handfestes“ zum Mitnehmen gibt: Die Interessierten können sich etwa mit Bti-Tabletten eindecken. Diese enthalten Inhaltsstoffe aus Eiweiß, die die Larven vor dem Schlüpfen töten und damit eine Verbreitung verhindern. Andere Tiere und Pflanzen, so Isybac, tragen dabei keinen Schaden davon. Zudem liegen Mückennetze bereit, etwa zum Abdecken von Regentonnen, die sich hoher Nachfrage erfreuen.

Tabletten gegen die Larven

Auch zahlreiche Familien mit Kindern sind gekommen. Artin Tokatlian, der Projektleiter von Icybac, hat deshalb für das junge Publikum vorgesorgt: „Wir haben hier extra Brutstätten und Mikroskopierstationen aufgestellt, damit Kinder sich ausprobieren können.“ Schließlich wolle man schon die Kleinsten sensibilisieren. Unter den Mikroskopen können die Kinder die Larven der Mücken betrachten. Ein Junge fischt mit einem Kescher aus der bereitgestellten Regentonne Larven.

Neben der Information liegt der Blick auch auf der Prävention. Die Teilnehmenden fühlen sich „durch die Infoveranstaltung bestärkt darin, den Mücken den Kampf anzusagen“, sagt eine Weilimdorferin. So versprechen sich nun viele Hilfe durch die Bti-Tabletten: „Die haben letztes Jahr schon bei unserer Wassertonne und Vogeltränke geholfen“, so Anja Wagner.

Nachbarn setzen auf Zusammenarbeit

Für eine der Anwohnerinnen steht fest: „Es nützt nichts, wenn ich meinen Garten pflege – und der Garten daneben verlottert und hat stehendes Gewässer. Dann können sich die Fliegen ja trotzdem ausbreiten.“ Die Veranstalter betonen ebenfalls immer wieder: Zusammenarbeit, so laute das Motto.

Arne Uhlig, Mitarbeiter der Firma Icybac, drückt es so aus: „Die Kommunikation in der Nachbarschaft ist essenziell. Es kommt darauf an, wie sehr die Bürger mitmachen.“ Zufrieden verlassen die Interessierten nach anderthalb Stunden den Garten der Reisach-Siedlung – und fühlen sich nun besser gewappnet gegen die Insekten.

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