What a year! Während es in diesem Jahr unzählige Neueröffnungen im Kessel gab und Foodhypes wie neapolitanische Pizza, Smash Burger, Cookies und Dubai Schokolade die Stadt überschwemmt haben, gab es auch einige Locations, von denen wir uns 2024 leider verabschieden mussten. Oh Stuttgart! Ein letztes Shoutout an die Spots, die nicht nur Stadtkinder unglaublich vermissen werden.
Fußballfans müssen jetzt ganz stark sein: Im Dezember schloss die Kultkneipe “Zum Dortmunder“ nach über 70 Jahren. Ende der 2000er haben Anja und Manfred Schuster die Kneipe in der Silberburgstraße übernommen und zum zweiten Wohnzimmer für VfB- und BVB-Fans gemacht. Jetzt ist Schluss. Woran hat’s gelegen? Neben den Nachwirkungen der Pandemie für die Gastro haben auch gesundheitliche Gründe dafür gesorgt, dass die beiden den beliebten Spot im Stuttgarter Westen nun endgültig aufgeben mussten. Im Dezember hieß es engültig: Abpfiff!
O’Reillys
Ebenfalls im Stuttgarter Westen befand sich 30 Jahre lang das beleibte Irish Pub O’Reillys – doch in diesem Jahr standen Besucher:innen plötzlich vor verschlossen Türen. Das Pub war über den Westen hinaus beliebt, galt als echter Klassiker und wurde bereits 1994 von Shane O’Reilly eröffnet, der auch Namensgeber war. Seit 2015 war die Location in Besitz von Cillian O’Reilly. Wieso die beliebte Bar schließen musste, ist bis heute unklar.
Fais Dodo
Eine weitere Hiobsbotschaft gab es im August direkt vom Rotebühlplatz: Nachdem das Fais Dodo den Stuttgarter Unort mit leckerem Essen und guten Drinks deutlich aufgewertet hatte, war Mitte September nach fast acht Jahren endgültig Schluss. Das Aus hatte sich bereits im vergangenen Herbst angedeutet, als Janina Messerle, Gründungsmitglied und eine der drei Betreiber:innen, dem Laden Lebewohl sagte. Seitdem führten Sebastian Heitzmann und Uwe Wagner das Fais zu zweit. Doch in diesem Jahr wollte auch Uwe Wagner kürzertreten und Sebastian entschied sich, nicht allein weiterzumachen. Ein Nachfolger für die Location war jedoch schnell gefunden: Inzwischen hat Tesfom Sare mit seinem eritreischen Restaurant Injeera die Räumlichkeiten übernommen.
Körle und Adam
Neue Wege will man auch im Feuerbach gehen. Zum Ende des Jahres schließt dort das Körle und Adam – Stuttgarts erstes veganes Restaurant. Vor elf Jahren stellten Alexander Körle und Thomas Adam ihre damals vegetarische Küche auf rein vegan um – mit Erfolg. Das Restaurant war immer gut besucht. Doch man soll bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist. Die beiden Restaurantbetreiber wollen sich nach dem Ende des Körle und Adams erstmal ausruhen und neu orientieren.
Super Jami
Auch aus dem Heusteigviertel gab es in diesem Jahr schlechte Neuigkeiten für alle Veganer:innen. Nach zehn Jahren schließt Köchin, Kochbuchautorin und Catering-Profi Kathi Bretsch ihre Super Jami Kitchen. Bis Ende des Jahres ist noch regulär geöffnet, ab Januar bis zur endgültigen Schließung im März 2025 nur noch Donnerstag- und Freitagabend. Den Grund für die Schließung lieferte Kathi in einem Instagram-Post: „Meine Zukunft liegt im Weingut – und nicht mehr im Restaurant“, schrieb sie dort.
Super Jami Kitchen, Bopserstr. 10, Stuttgart-Mitte, Mi-Fr 12-15+18-22 Uhr
Casa del Consumo
Nur wenige Minuten vom Super Jami Kitchen entfernt, ist auch die Reise durch Italien seit diesem Jahr vorbei: Ende September hat das Casa del Consumo geschlossen. Nachdem in der Heusteigstraße in den letzten fünf Jahren sämtliche Regionen Italiens kulinarisch bereist wurden, war die Rundreise, und somit auch das Projekt der Betreiber:innen, mit der Toskana abgeschlossen. Wir werden das Dolce Vita-Feeling vor allem im Sommer draußen auf der Terrasse sehr vermissen. Ciao!
Patacon Obi in der Sakristei
Back to the Roots hieß es für das Patacon Obi, das knapp zwei Jahre die ehemalige Sakristei am Erwin-Schoettle-Platz bespielt hat. Seit Oktober fokussiert sich Vanessa Obi mit ihrer afrikanischen Küche wieder komplett auf ihren Laden in der Böblinger Straße. Ein Nachfolger für die ehemalige Sakristei war jedoch schnell gefunden: Seit November begeistern James Nash und Thaires Lisboa mit dem „Saudade bei der Sakristei“ mit Gerichten aus der südamerikanischen und spanischen Küche und leckeren Drinks.
Saudade bei der Sakristei, Eierstr. 17, Stuttgart-Süd, Mo-Do 15-0, Fr+Sa 15-3, So 15-22 Uhr
Zass
Normale Kartoffeln auf die Eins? Offensichtlich nicht mehr in Stuttgart! Mit dem Zass schließt Ende Dezember auch der letzte Kumpir-Spot im Kessel. Nach mehreren Jahren in unmittelbarer Nähe zum Marienplatz gibt Andreas Schilling den berühmten Ofenkartoffel-Spot wegen familiärer Gründe auf. Im Süden ist die Trauer groß, schließlich war das Zass einer der beliebtesten Lunch-Spots.
Palais Après
Last but not least: Neben der Schließung verschiedener Locations in Stuttgart, hat uns auch das Aus einer Partyreihe sehr getroffen. Nachdem im Sommer noch hunderte Menschen auf der neuen Freitreppe beim "Palais Après" am Stadtpalais tanzten, war plötzlich Schluss mit der beliebten After-Work-Reihe. „Stuttgart being Stuttgart“ hieß es, als im Sommer dann der Grund, „Beschwerden von lokalen Gewerbetreibenden“ die Runde machte. Der 8,1 Millionen Euro teure neue Vorplatz inklusive 80 Meter breiter Freitreppe vor dem Stadtpalais war als neue Open-Air-Fläche also erstmal Geschichte. Einziger Wermutstropfen: Ab 22. Januar 2025 startet das Stadtpalais mit der neuen Partyreihe „Palais Advant“, in der ab 6 Uhr morgens mit Kaffee, Croissants und DJs vor der Arbeit gefeiert werden kann.