Tipps für Bahnfahrgäste Was fährt während des Bahn-Streiks?

Die S-Bahn wird vom Streik stark betroffen sein. Foto: dpa/Marijan Murat

Drei Tage lang will die Lokführergewerkschaft GDL von Mittwoch an den Bahnverkehr lahmlegen. Doch einige Züge verkehren dennoch – und die Deutsche Bahn verweist auch auf das Angebot der Konkurrenz.

Im Fernverkehr der Bahn wird von Mittwoch an wegen des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL nicht mehr viel laufen. Auch Fahrgäste, die im Regionalverkehr auf Züge der Deutschen Bahn (DB) angewiesen sind, müssen sich in den kommenden Tagen auf Einschränkungen gefasst machen. Zwar beginnt der Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL), den die DB noch auf juristischen Weg zu verhindern versucht, erst am Mittwoch. Allerdings könne es auch bereits am Dienstagabend zu einzelnen Zugausfällen kommen, warnt DB Regio Baden-Württemberg und rät dazu nicht notwendige Reisen während des Streiks erst gar nicht anzutreten.

 

Notfahrpläne im Netz

Das Verkehrsunternehmen hat Notfahrpläne erarbeitet. Die S-Bahn in der Region dürfte mit Ausnahme eines Stundentaktes auf der Linie S 1 stillstehen. Zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen soll es zusätzlich über die Panoramastrecke neun Züge über den Tag verteilt geben. Doch weiter geht es nicht: Wegen Bauarbeiten muss man in Richtung Böblingen auf Busse umsteigen. Zwischen Stuttgart und Tübingen und zwischen Stuttgart und Freudenstadt einzelne Züge unterwegs sein. Zwischen Stuttgart und Schwäbisch Hall strebt die Bahn einen Zwei-Stunden-Takt an.

Es könne trotzdem „noch zu kurzfristigen Änderungen und Zugausfällen kommen“. Man wolle eventuell aber auch kurzfristig mehr Züge anbieten. Für den 11. und 12. Januar sollen die Fahrpläne jeweils mit einem Vorlauf von zwei Tagen veröffentlicht werden. Die DB hat eine Gratis-Hotline unter der Nummer 08000-996633 eingerichtet.

Zudem verweist sie auf die Informationsmöglichkeiten im Internet und in der DB-App. Eine kompakte Fahrplanübersicht für einzelne Linien im Regionalverkehr gibt es auch unter: https://www.bahn.de/service/fahrplaene/aktuell. Dann die Rubrik Regionalverkehr und als Region Baden-Württemberg auswählen.

DB empfiehlt die Konkurrenz

In ihren Informationen, die dort unter „Streik – DB Regio Baden-Württemberg“ zu finden sind, verweist die Deutsche Bahn auch ausdrücklich auf das Angebot konkurrierender Bahnunternehmen. Auf Strecken im Land, wo parallel Züge anderer, nicht vom Streik betroffener Bahnanbieter verkehren, verzichtet man auf ein eigenes Notprogramm.

Die DB nennt die Linien Aalen-Ulm und Donaueschingen-Triberg/Rottweil, wo die landeseigene Gesellschaft SWEG verkehrt, sowie die Verbindungen Stuttgart-Ulm und Stuttgart-Crailsheim über Schwäbisch Hall-Hessental oder Aalen des Konkurrenten Go-Ahead. Daneben verkehren in 31 vom Land ausgeschriebenen, regionalen Bahnnetzen und Teilnetzen immerhin zehn weitere Unternehmen, die auch während des Streiks ein normales Angebot fahren wollen.

Im Gegensatz zur Konkurrenzgewerkschaft EVG, die bei ihren Streiks im vergangenen Jahr etwa auch Stellwerke lahm legen konnte, hat die GDL ihren Schwerpunkt immer noch beim Fahrpersonal. Eine Gewähr, dass alle ihre Züge verkehren, geben aber auch die Bahn-Konkurrenten nicht.

Go-Ahead verweist auf eigenen Tarifabschluss

Das inzwischen von der Österreichischen Staatsbahn übernommene Unternehmen Go-Ahead, das von Stuttgart aus beispielsweise Richtung Karlsruhe, Würzburg, Crailsheim, Ulm und Tübingen unterwegs ist, teilt dabei eine kleine Spitze gegen die Deutsche Bahn aus.

In einer kurz vor der Streikankündigung verfassten Pressemitteilung weist man unter der Überschrift „Hochattraktiver Tarifabschluss für Beschäftigte bei Go-Ahead“ darauf hin, dass man Anfang Januar gerade einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer abgeschlossen hat. „GDL und Go-Ahead einigen sich ohne Streik“, heißt es dort. Die Wochenarbeitszeit für Mitarbeiter im Schichtdienst werde von 38 auf 35 Stunden abgesenkt, „bei vollem Lohnausgleich.“ Und genau das ist der Kern des Konflikts zwischen DB und GDL.

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