Tipps für Hausbesitzer Wie man die Wärmepumpe vor Diebstahl schützt

Keine leichte Beute, die Wärmepumpe: Das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg rechnet mit einem Anstieg der Delikte. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Experten gehen davon aus, dass sich in Zukunft Diebstähle von Wärmepumpen häufen werden. Wie verbreitet ist das Problem in Baden-Württemberg derzeit und wie können sich Haushalte absichern?

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Jene Fotomontage kann durchaus bange machen: Da spurtet ein schwarz gekleideter Mann mit Panzerknacker-Maske von dannen, in der rechten Hand leger den Teil einer Wärmepumpe, die immer öfters vor dem Häusern in der Republik Luft für die Heizung ansaugt. Die „Welt am Sonntag“ hat unlängst über ein neues Phänomen berichtet: den Wärmepumpenklau. Auch das Magazin „Der Spiegel“ hat den Fall in Schleswig-Holstein aufgegriffen. Aber wie oft werden tatsächlich Pumpen gestohlen? Und wie verbreitet ist das in Baden-Württemberg?

 

Jörg Lauenroth, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg, lässt auf Nachfrage wissen: Man gehe davon aus, „dass in diesem Deliktsbereich zukünftig ein Anstieg zu verzeichnen sein wird“. Gründe dafür seien die steigenden Rohstoffpreise und die Lieferengpässe. „Auch beim Diebstahl von Solarmodulen ist in der Zukunft mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen.“ Für Gegenwart und Vergangenheit indes gilt: Die bei der Polizei angezeigten Diebstähle von Wärmepumpen in Baden-Württemberg liegen laut dem LKA-Sprecher „im einstelligen Zahlenraum“. Und: „Die Pumpen befanden sich vorwiegend auf Baustellen beziehungsweise in Rohbauten und waren noch nicht fest montiert oder besonders gegen Wegnahme gesichert.“

Allein mit dem Kasten, der die Außenluft ansaugt, fängt ein Dieb übrigens nichts an. Viele weitere notwendigen Komponenten, wie der Pufferspeicher, befinden sich – wie auch bisher Gas- und Ölkessel – im Haus. Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht keinen Anlass zur Panik. Er selbst kann sich im Land nur an einen Fall erinnern. Im Mai 2020 wurden in Neuhausen (Kreis Esslingen) in einem Neubaugebiet drei originalverpackte Wärmepumpen gestohlen. Der Wert der Beute laut Polizei: etwa 9000 Euro.

Worauf man bei Versicherungen achten sollte

Das Risiko, dass Haushalte auf den Kosten sitzen bleiben, wenn doch mal eine Räuberbande die Pumpe abschraubt, besteht derweil durchaus. Experten raten, den Versicherungsschutz für Wärmepumpe und Solarmodule unbedingt zu prüfen. In einem Bestandsgebäude, das eine Wärmepumpe vor die Tür gesetzt bekommt, gilt laut Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale: Falls nötig, die Hausrats- oder Wohngebäudeversicherung auf die Wärmepumpe und die Solarpanels ausweiten. „Man muss zwingend den Versicherungsstand prüfen“, sagt er. Bei Neubauten sollte man von vornherein alles absichern.

„Das Vorgehen der Versicherer ist uneinheitlich“, sagt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten. „Einige versichern den Diebstahl gar nicht, andere versichern ihn, wenn die Wärmepumpe entweder mit dem Gebäude oder mit dem Grundstück fest verbunden ist.“ Heißt über feste Verschraubungen mit Fundament oder Betonsockeln. Das LKA Baden-Württemberg hat ebenfalls eine Reihe an Tipps. Zum einen natürlich ein wachsamer Nachbar sein. Zum anderen rät es zu Bewegungsmeldern, Einhausungen und Videokamera.

Weitere Gefahren in der Zukunft

Pumpen-Diebstähle sind nicht die einzige potenzielle Gefahr der Zukunft. Was zum Beispiel ist, wenn Extremwetter die Wärmepumpe oder Solaranlage dahinraffen? Claudia Frenz vom Bund der Versicherten sagt: Man solle „auch den Schutz vor Beschädigungen durch Naturereignisse umfänglich berücksichtigen. Versicherer werden diese Entwicklung berücksichtigen und ihre Prämien entsprechend anpassen.“ Nur die Hälfte der Gebäude in Deutschland ist laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gegen Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmung versichert. In Baden-Württemberg sind es indes mehr als 90 Prozent. Bis 1990 gab es hier eine Pflicht, diese will man nun wieder einführen.

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