Tipps für Nutzer So bewahren Sie bei Windows 10 den Durchblick
Die neueste Generation des Betriebssystems bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Wir erklären, was man darüber wissen muss.
Die neueste Generation des Betriebssystems bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Wir erklären, was man darüber wissen muss.
Stuttgart - Nach dem Aus für Windows 7 wechseln nach und nach auch die letzten Nutzer zu Windows 10. Ein guter Zeitpunkt, denn die Kinderkrankheiten scheinen überwunden, regelmäßige Updates machen das Betriebssystem sicherer und vielseitiger. Viele der neuen Funktion erschließen sich aber nicht sofort. Wir stellen die wichtigsten vor.
Schnelleinstieg mit dem Start-Menü
Der von vielen Nutzern vermisste Start-Button kehrt mit Windows 10 zurück. Ein Klick darauf öffnet ein aus mehreren Teilen bestehendes Start-Menü. Für Neueinsteiger mag es etwas gewöhnungsbedürftig aussehen, das Konzept ist aber gut durchdacht. Direkt über dem Start-Button finden sich der Ein- und Aus-Schalter. Das Zahnrad darüber symbolisiert die „Einstellungen“, die zentrale Anlaufstelle für nahezu alle wichtigen, Windows betreffenden Optionen. Auch die aus älteren Versionen gewohnte Systemsteuerung gibt es noch, zu finden über die Eingabe von „Sys“ im Suchfeld rechts neben dem Start-Button. Sie ist jedoch ein Auslaufmodell, dessen Funktionen über kurz oder lang in die „Einstellungen“ umziehen sollen. Die Icons über dem Zahnrad sind Abkürzungen zu den Bereichen „Bilder“ und „Dokumente“. Sie dienen dazu, schnellen Zugang zu häufig benutzten Elementen des Datei Explorer (früher Windows Explorer) zu ermöglichen. Ganz oben findet sich das Symbol für das persönliche Benutzerkonto, über das man sich aus der aktuellen Sitzung abmelden kann.
Mehr Übersicht mit Apps und Kacheln
In der zweiten Spalte des Start-Menüs gibt es eine alphabetische Übersicht aller installierten Apps und Programme, die man direkt aus diesem Menü aufrufen oder mit einem Rechtsklick deinstallieren kann. Im Fenster ganz rechts davon befinden sich ebenfalls Programmsymbole, allerdings in Form von Kacheln. Diese repräsentieren das, was von der bei Windows 8 so heftig kritisierten Kachelansicht noch übrig geblieben ist. Das Erscheinungsbild lässt sich weitgehend frei anpassen. So kann man einen Eintrag aus „Alle Apps“ auf die rechte Seite ziehen, um das jeweilige Programm als frei verschiebbare Kachel zu setzen. Ein Rechtsklick auf eine Kachel eröffnet weitere Optionen. Auf die gleiche Art lassen sich Programm-Icons an die Taskleiste am unteren Bildschirmrand anheften. Schließt man das Start-Menü oder klickt auf einen Punkt außerhalb davon, erscheint die Desktop-Ansicht, wie man sie von älteren Windows-Versionen her kennt.
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Wer sucht, der findet
Die Suchfunktion wird gestartet durch eine Text- oder Spracheingabe über das Suchfeld in der Taskleiste. Sie wurde über Upgrades nach und nach mit immer neuen Optionen ausgestattet und umfasst unter anderem lokal gespeicherte Dokumente, Apps und das Internet. Über „Mehr“ am oberen Rand des Ergebnisfensters kann man die Suche auf bestimmte Objekte wie Fotos, Musik oder Personen eingrenzen. Über die Menüschaltfläche (die drei Punkte) oben rechts, kann man weitere Suchoptionen festlegen. So lässt sich der Suchverlauf auf Geräten, auf denen man mit seinem Microsoft-Konto angemeldet ist, verfolgen. Zudem kann man den Verlauf, etwa aus Datenschutzgründen, manuell löschen oder ganz ausschalten. Die Suchfunktion lässt sich unter Windows 10 also wie ein erweiterter Datei Explorer einsetzen. Über „Letzte Aktivitäten“ gelangt man schnell zu den zuletzt verfolgten Aktivitäten zurück.
Mehr Durchblick mit mehr Fenstern
Die auf den ersten Blick simple „Snap-Assist“-Funktion wurde unter Windows 10 erweitert. „Greift“ man ein Fenster mit gehaltener linke Maustaste oben an der Titelzeile und zieht es ganz an den Bildschirmrand, dann heftet es sich dort automatisch an. Auf der anderen Seite erscheinen nun alle geöffneten Fenster in einer Miniaturansicht. Wählt man eines davon durch Anklicken aus, wird es auf der gegenüberliegenden Seite angeheftet. Ist der Bildschirm groß genug, haben bis zu vier Fenster Platz. In allen angedockten Fenstern kann man direkt arbeiten, indem man das gewünschte Fenster kurz anklickt. Es lassen sich aber auch Inhalte verschieben, zum Beispiel, indem man einen Textbaustein links markiert, mit der linken Maustaste festhält und auf die rechte Seite zieht.
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„Task-View“, der multiple Arbeitsplatz
Rechts neben dem Suchfeld befindet sich das Feld „Aktive Anwendungen“. Dahinter verbirgt sich eine neue Funktion namens „Task-View“, mit der man sich die Arbeit stark erleichtern kann. Alternativ kann man auch über die Tastenkombination „Windows + Tab“ in diese Ansicht wechseln. In der Leiste ganz oben befinden sich nun weitere Miniaturansichten, genannt „Desktop 1“, „Desktop 2“ und so weiter. Klickt man darauf, scheinen alle geöffneten Anwendungen verschwunden. Doch keine Sorge: Sie sind noch da, und man kann über „Windows + Tab“ und „Desktop 1“ oder über „Aktive Anwendungen“ dorthin zurückkehren. Unter „Desktop 2“ hat Windows einen „virtuellen Desktop“ namens „Desktop 2“ erstellt, in dem man, unabhängig von den im „Desktop 1“ geöffneten Programmen und Dokumenten, frei schalten und walten kann. Auf diese Weise kann man schnell zwischen beliebig vielen Arbeitssituationen wechseln und die Arbeit leichter organisieren.
Praktische Zeitreise mit „Timeline“
Direkt unter der Leiste mit den „virtuellen Desktops“ sind alle geöffneten Fenster der aktuell ausgewählten Arbeitsumgebung. Man kann bequem von Anwendung zu Anwendung springen, indem man auf das entsprechende Fenster klickt. Scrollt man etwas weiter nach unten, erscheinen dort viele weitere Fenster, über die man bis zu 30 Tage in die Vergangenheit reisen kann. Das funktioniert auch mit dem Schieberegler ganz rechts. In dieser „Timeline“ sind alle Anwendungen gespeichert, die man in dieser Zeit genutzt hat. Klickt man darauf, kann man genau dort weitermachen, wo man zuletzt aufgehört hat.
Mit einem Klick auf die Lupe über dem Schieberegler rechts sucht man gezielt nach Dateien oder Programmen. Das ist zum Beispiel praktisch, wenn man an einer PowerPoint-Präsentation gearbeitet hat, aber nicht mehr weiß, wo sie gespeichert ist, oder um eine Internetseite aufzurufen, auf der man vor ein paar Tagen gewesen sind. Damit das funktioniert, muss die jeweilige Anwendung die Timeline-Funktion aber unterstützen. Sie kann zudem kein Backup ersetzen, denn gelöschte Dateien lassen sich damit leider nicht wieder herbeizaubern.