Tipps & Tricks Der Update für Windows XP

Ein Bild aus alten Zeiten: Bill Gates präsentiert am 13. Februar 2001 das Betriebssystem Windows XP Foto: dpa
Ein Bild aus alten Zeiten: Bill Gates präsentiert am 13. Februar 2001 das Betriebssystem Windows XP Foto: dpa

Anfang April stellt Microsoft den Support für Windows XP ein. Dann werden keine Sicherheitslöcher mehr gestopft. Wir geben Ratschläge für alle, die umsteigen wollen und sich fragen: Windows 7 oder 8? Core oder Pro? Und 32 oder doch lieber 64 Bit?

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Stuttgart - Schon heute sind PCs mit Windows XP die am häufigsten von Cyberschädlingen wie Viren, Würmern und Trojanern befallenen Systeme (die StZ berichtete). Schutzmechanismen, die in Zeiten zunehmender Internetkriminalität dringend notwendig sind, werden von Microsoft nur noch für neuere Windows-Versionen entwickelt. Wenn der Konzern am 8. April sein altes Betriebssystem XP fallen lässt, wird das ohnehin löchrige Sicherheitsnetz zusammenbrechen. „Die Softwarebasis von Windows XP stammt aus einem Zeitalter, in dem noch Disketten benutzt wurden und das Speichern von Daten in der Cloud eine Zukunftsvision war“, sagt der Windows-Produktmanager Boris Schneider-Johne. Auch die Soft- und Hardwarehersteller werden nun keine neuen Treiber und Updates mehr veröffentlichen. Wer sich nicht für ein anderes Betriebssystem wie Mac OS oder Linux entscheidet, hat damit im Grunde nur noch die Wahl zwischen Windows 7 und 8. Aber welches System ist besser?

Windows 7 oder Windows 8?

Wer einen PC oder ein Notebook mit Touchscreen benutzt, findet in Windows 8 die richtige Version, da nur diese die Berührungssteuerung unterstützt. Bei vielen Besitzern klassischer Desktop-PCs hagelte es dagegen von Anfang an Kritik, vor allem an der Kacheloberfläche des Startbildschirms. Mit der neuen Version 8.1 wurden viele der Kritikpunkte ausgemerzt. Auf Wunsch startet Windows nun mit der gewohnten Desktopansicht. Die Steuerung über die Bildschirmecken kann ebenfalls ausgeschaltet werden. Das von vielen Nutzern schmerzlich vermisste Startmenü fehlt jedoch weiterhin. Es kann aber nachgerüstet werden, beispielsweise über das kostenlose Programm Classic Shell (www.classicshell.net). In Sachen Stabilität und Tempo sind beide Versionen fast gleichwertig, Windows 8 startet allerdings deutlich schneller, da der PC beim Herunterfahren in einen Ruhemodus versetzt wird.

Statt des in Windows 7 enthaltenen Media Centers, der Musik und Filme abspielt, bietet Windows 8 einen Virenscanner. Zu bedenken ist auch die Unterstützung der Betriebssysteme durch Microsoft und die Hardware-Hersteller. Die Unterstützung für Windows 7 wird noch bis 2020 laufen. Für Windows 8 stehen aktuellere Treiber zur Verfügung, die das Zusammenspiele zwischen Betriebssystem und Hardware regeln. So werden Geräte mit USB 3.0-Schnittstelle unterstützt, ohne dass der Nutzer etwas tun muss. Es spricht trotz des schlechten Rufs wenig gegen Windows 8.

Windows 8.0 oder Windows 8.1?

Insgesamt sind fünf Versionen verfügbar: Windows 8.0 (auch „Core“ genannt) und Windows 8.0 Pro sowie Windows 8.1 Core und 8.1 Pro. Windows RT ist ein eigenständiges Betriebssystem für mobile Rechner, das normale Windows-Programme nicht unterstützt, sondern nur mit Apps arbeitet. Für den Hausgebrauch reichen die Core-Versionen von Windows 8.0 und 8.1 aus. Profi-Funktionen wie die Möglichkeit, ganze Laufwerke zu verschlüsseln, gibt es aber nur bei Pro. Die professionelle Einbindung in größere Netzwerke ist mit Pro komfortabler. Die Systemanforderungen unterscheiden sich nicht. Allen Varianten fehlt das Media Center sowie die Möglichkeit, DVDs abzuspielen. Bei den Pro-Versionen lässt sich das Media Center für zehn Euro nachrüsten, bei den Core-Versionen verlangt Microsoft unrealistische 140 Euro dafür. Wer die nicht bezahlen will, kann Multimedia-Funktionen über Software anderer Hersteller oder als Windows-App nachrüsten.

Wenn man einen Rechner mit XP auf den neusten Stand bringen will, sollte man zu Windows 8.0 greifen. Denn Windows 8.1 kann keine Daten von einem XP-Rechner übernehmen, was beim Umzug viel Handarbeit notwendig macht. Nachdem man XP mittels des beiliegenden „Easy Transfer Tools“ auf Windows 8.0 gebracht hat, kann man jedoch im zweiten Schritt kostenlos umsteigen und Windows 8.1 im Windows-Store herunterladen. Wird das 8.1-Upgrade dort nicht automatisch angeboten, fehlen wichtige Windows-Updates, die man über die „Systemsteuerung“ und „Windows Updates“ nachinstallieren kann. Wichtig ist auch, dass die ältere Windows-Version auf dem neuesten Stand ist. Denn nur dann ist gewährleistet, dass die Installation reibungslos verläuft. Auch hier kann man über „Windows Update“ und „Nach Updates suchen“ das System manuell auf den aktuellen Stand bringen. Bei einem Upgrade bleiben die persönlichen Dateien erhalten. Trotzdem sollte man vorher unbedingt eine Sicherung (Backup) auf einen externen Datenträger machen.

Unterscheiden muss man zwischen Upgrades und Volllizenzen. Erstere setzen eine ältere Windows-Version voraus; dazu gehört Windows 8.0, das nur als Upgrade von XP oder Vista angeboten wird. Allerdings sind diese Lizenzen nicht mehr unbegrenzt erhältlich. Andernfalls muss man auf die teurere Vollversion von Windows 8.1 ausweichen. Dann wird das Betriebssystem neu aufgesetzt; alle älteren Daten und Programme werden dabei gelöscht.

32 Bit oder 64 Bit?

Falls möglich, sollte man auf die 64-Bit-Version setzen. Denn die gängigen Arbeitsspeichergrößen von vier Gigabyte werden von 32-Bit-Systemen nicht unterstützt. Der Prozessor muss aber darauf ausgelegt sein, da es sonst zu erheblichen Problemen kommt. Aufschluss darüber bekommt man im Zweifel durch gleichzeitiges Drücken der Windows- und Pause-Taste. Unter der Adresse windows.microsoft.com/de-ch/windows/32-bit-and-64-bit-windows finden sich weitere Tipps, wie man herausfinden kann, ob ein PC 64-Bit-kompatibel ist.

Ein kostenloses Microsoft-Konto ist nicht unbedingt erforderlich, wenn man Windows 8 nutzen möchte. Trotzdem ist es empfehlenswert, sich zu registrieren. Denn viele Vorteile und Dienste lassen sich nur so nutzen, etwa der Onlinespeicher SkyDrive, der demnächst in „OneDrive“ umbenannt wird. Auch für den Kauf von Apps, eine der wichtigsten Neuerungen von Windows 8, ist ein Microsoft-Konto nötig. Wer sich vor dem Umstieg registriert, kann Skydrive auch nutzen, um persönliche Daten zu sichern und auf den neu eingerichteten PC zu übertragen.

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