Tipps und Trends für Radreisen Die Fahrradsaison beginnt – Das sollten Radler beachten

Vor der ersten Tour sollte der Drahtesel geprüft werden: Bremsen, Gangschaltung, Licht und Reifen okay? Foto: KI/Midjourney/Montage: Ruckaberle

Die Temperaturen steigen und mit ihnen die Lust aufs Radfahren. Aber vor der ersten Tour sollte die Fahrtüchtigkeit des Fahrrads geprüft und die Route in Ruhe geplant werden.

Urlaub mit dem Fahrrad, insbesondere mit dem E-Bike, wird immer beliebter. Vor allem die Routen entlang von Flüssen, Seen und Meeresufer zählen zu den Bestsellern. Wir verraten, welche Angebote und Trends 2025 neu sind und was Fahrradfans beachten sollten, bevor sie aufsteigen und losfahren.

 

Das Fahrrad im Frühjahrs-Check

Nur schnell die Luft prüfen und losradeln, das dürfte in den meisten Fällen zu wenig Vorsorge sein. Wer sich selbst nicht allzu gut mit der Fahrradtechnik auskennt, der bringt vor der ersten Tour sein Radl zum Service ins Fachgeschäft. Dort werden vor allem Bremsen, Gangschaltung, Licht und Reifen kontrolliert. Was die meisten selbst erledigen können: das Fahrrad putzen, auch die schmierige Kette.

Sorgfältig geplant – entspannt auf Tour

Das Rad ist überprüft, nun heißt es planen. Wohin soll die Reise gehen? Dazu liefern Radreiseführer, Fahrradzeitschriften, die Touristeninformationen einzelner Regionen und Online-Tourenportale wie beispielsweise Komoot ( www.komoot.de ); Outdooractive ( www.outdooractive.com ) und Bikemap ( www.bikemap.net ) Ideen und Inspiration. Ein hilfreiches Instrument sind die Online-Radroutenplaner der Bundesländer. Damit kann man sich eine passende Radroute von A nach B ausrechnen lassen ( www.radroutenplaner-deutschland.de ).

Weniger ist oft mehr

Zum Saisonstart sollten die Touren nicht zu lang sein, vor allem, wenn in hügeligen Regionen wie zum Beispiel dem Bayerischen Wald, dem Schwarzwald oder dem Westerwald geradelt werden soll. Radfahrer brauchen auch regelmäßig Pausen, zumal wenn Kinder mitfahren. Ein zeitlicher Puffer für eventuelle Pannen, längere Besichtigungen oder unfreiwillige Umwege kann auch nicht schaden. Normal sportliche Tourenradler planen pro Tag rund 40 bis 70 Kilometer. Ideal ist es, wenn in der Nähe der Radstrecke eine Bahnlinie verläuft oder ein Fahrradbus verkehrt, um notfalls einen Abschnitt überbrücken oder zurückfahren zu können.

Die passende Ausrüstung

Selbstverständlich kann man auch mit Jeans und T-Shirt losradeln. Aber das wird mit der Zeit unbequem. Es empfiehlt sich eine schnell trocknende Radhose inklusive gepolsterter Radunterhose sowie ein Radtrikot. Der vorausschauende Radler hat für unterwegs zudem Wechselwäsche dabei. Immer Pflicht sein sollten ein gut belüfteter Fahrradhelm, eine bruchsichere Sonnenbrille sowie Radhandschuhe. Außerdem gehört immer eine Trinkflasche, eine Wind- und Wetterschutzjacke etwas Proviant sowie Sonnencreme ins Gepäck.

Radreisen werden immer beliebter

Allein in Deutschland stehen rund 50. 000 Kilometer Radfernwege mit einer Länge zwischen 100 und 1100 Kilometern zur Verfügung, dazu mindestens 6000 fahrradfreundliche Unterkünfte. Fast vier Millionen Deutsche wollen in diesem Jahr eine Radreise mit mehr als drei Übernachtungen unternehmen, sagt Christian Tänzler, Tourismus-Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Das ,Erlebnis draußen’ steht im Ranking der Reiseinteressen ganz weit oben. Voraussetzung ist allerdings, dass eine gute Infrastruktur und die Qualität der Radwege sichergestellt sind“, sagt Tänzler. Die Kriterien dazu erfüllen vor allem bekannte Radregionen wie Allgäu und Bodensee sowie die Flussradwege an Weser, Elbe, Rhein, Main, Ruhr, Mosel und Donau, außerdem die Küstenstrecken an Nordsee und Ostsee.

Foto: imago /Arnulf Hettrich

Mit dem E-Bike ins Mittelgebirge

Deutschland hat aber auch neben den Klassiker-Regionen großes Potenzial. Vor allem durch den anhaltenden E-Bike-Boom werden mehr und mehr die deutschen Mittelgebirge für Radreisen entdeckt. Ob im Harz oder im Westerwald, ob im Schwarzwald, Bayerischen Wald oder in der Eifel: Dank eingebautem Rückenwind sind hügelige Strecken mit vielen Höhenmetern kein gravierendes Reisehindernis mehr. Und das Gepäck kann man sich von Hotel zu Hotel transportieren lassen.

Eine Empfehlung für Radler, die ungern täglich das Bett wechseln, sind Sterntouren von einem festen Urlaubsort aus. Ein neues Angebot für Genießer ist das Sechs-Tage-Package rund um Bad Füssing im Bayerischen Bäderdreieck von Pedalo ( www.pedalo.com ). Die vier Tagestouren zwischen 45 und 60 Kilometern führen unter anderem in die Drei-Flüsse-Stadt Passau, ins Europareservat Unterer Inn und ins oberösterreichische Innviertel.

Radurlaub im Ausland

Beim Radeln im Ausland sind traditionell die Nachbarländer gefragt, vor allem Österreich, (Nord-)Italien, Niederlande und Dänemark. Fernere Ziele sind weitaus weniger begehrt aufgrund der schwierigeren Anreise. Stichwort: Nachhaltigkeit! „Radreise-Ziele in Übersee interessieren nur eine Minderheit von ein bis zwei Prozent“, erklärt Christian Tänzler. Ein neuer Tipp für grenzüberschreitenden Radverkehr mit Österreich ist der Lech-Radweg. Von Lech am Arlberg geht es nach Augsburg, also (fast) bis zur Lechmündung in die Donau, vom hochalpinen Lechquellengebirge durch ein noch weitgehend unberührtes Flusstal ins liebliche Alpenvorland des Allgäus und weiter nach Bayerisch Schwaben ( www.eurobike.at ).

Unter dem Einfluss des Klimawandels

„Die Klimaerwärmung beeinflusst auch die Entscheidung für Radreiseziele. Stichwort: Coolcation. Das heißt, viele Reisende wählen bewusst lieber Regionen, in denen gemäßigtes oder kühleres Klima vorherrscht“, weiß Tänzler. „Gerade im Sommer sind deshalb Destinationen wie Irland, Schottland und Skandinavien mittlerweile stärker nachgefragt. So veranstaltet die Landpartie ( www.dielandpartie.de ) eine neue E-Bike-Reise von Aarhus in Dänemark nach Oslo, Norwegens Hauptstadt. Während der Acht-Tage-Tour geht es von Aarhus nach Aalborg und Frederikshavn zum Fährhafen Hirtshals. Das Finale verläuft dann auf den Spuren Edvard Munchs durch den Süden Norwegens.

Gravelbiken und Bikepacking

„Mit den Themen Gravelbike und Bikepacking hat sich ein Trend entwickelt: Raus in die Natur – auch im nahen Umfeld“, weiß Tänzler. „Gravelbikes – zu deutsch: Schotterfahrräder – sind geländegängige Räder. Abseits der klassischen Routen mit kleinem Gepäck wird die Sehnsucht nach dem Draußensein gestillt – auch bei jüngeren Zielgruppen. Und etwas überraschend: Fast die Hälfte sind Gravelbikerinnen!“ Kein Wunder also, dass mehr und mehr Tourismusverbände und Radreiseveranstalter das Thema aufgreifen und entsprechende Touren und Angebote erarbeiten. Vorreiter dabei sind zum Beispiel die Regionen Haßberge, Schwarzwald und Tirol. Aber auch im Mittelmeerraum schätzt man das Gravelbike.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Auszeit Radfahren