Tipps von Stylistin aus Freiberg am Neckar Wie Mamas beim Schminken Zeit sparen

Kursleiterin Jennifer Papa (rechts) will den Frauen effiziente Tipps geben, die am Morgen Zeit sparen und auch für Wohlgefühl sorgen. Hier zeigt sie Teilnehmerin Jessica Scimenes etwa, wie man Augenringe nach einer schlaflosen Nacht verschwinden lässt Foto: Jürgen Bach

Die Stylistin Jennifer Papa aus Freiberg am Neckar bietet in Zusammenarbeit mit der Schiller-Volkshochschule den Kurs „Mama Make-up“ an. Sie gibt viele praktische Tipps, etwa wie Yogasteine die Haut gut aussehen lassen können.

Es ist Freitagmorgen in Freiberg: Jennifer Papa wartet auf die Teilnehmerinnen ihres Kurses „Mama Make-up“. Dass die Kursleiterin ausgerechnet Papa mit Namen heißt, ist ein netter Gag am Rande. Acht Frauen sind angemeldet, und Papa zeigt sich gespannt, denn einige Mamas lassen noch auf sich warten. Zur verabredeten Stunde sind gerade mal vier der acht Teilnehmerinnen da. Gut eine Viertelstunde später sind es sechs. Schon dieser Umstand zeigt, wie gegenwärtig das Thema „Zeit“ ist. Und er erklärt die Intention des Kurses, der Müttern helfen soll, beim Schminken morgens Zeit zu sparen.

 

Es ist der zweite Kurs seiner Art, den Papa an der Schiller-Volkshochschule anbietet, damit Mütter mit kleinen Kindern „das Maximum aus sich herausholen können“, wie die Kursleiterin es ausdrückt, die sich als „Jenny“ vorstellt. Die selbstständige Stylistin ist Hair- und Make-up-Artist und kommuniziert mit ihrer Kursklientel per Du. Privat hat sie schon viele Kurse zu dem Thema durchgeführt. Der Ton ist locker, und Jenny erklärt, dass wenige Handgriffe genügen können, um nicht jedem zeigen zu müssen, dass der Nachtschlaf nicht optimal war – etwa weil ein Kind die Mutter vom Schlafen abgehalten hat.

Die Kosmetik wird gestellt

Zwei Teilnehmerinnen haben ihr Jüngstes mitgebracht. Anna hat alle Hände voll zu tun, um Sohnemann Matti mit seinen acht Monaten zufriedenzustellen. Später landet der Kleine in einer Trage auf dem Rücken, und Anna hat wenigstens die Hände frei. Die braucht sie auch, um die Verschönerungstipps der Kursleiterin auszuprobieren. Einen Spiegel, Pinsel-Set und Basics wie Wattepads und Wattestäbchen haben die Frauen selbst mitgebracht. Die Kosmetik wird gestellt. „Es sei denn jemand ist Allergikerin, dann muss sie ihre Produkte mitbringen“, erklärt Jenny, die durch die Verspätung der Frauen nun selbst etwas unter Zeitdruck geraten ist.

Trotzdem steht am Anfang ein kleiner Theorieblock und die Abfrage, wer sich wie schminkt. Einige Damen gar nicht. So wie Sandra, die mit Söhnchen Julian gekommen ist, der auf Erkundungstour ist und seine Mutter auf Trab hält. Sie habe es sich wegen ihrer sensiblen Haut abgewöhnt, sich zu schminken. Anna wiederum hofft auf neue Impulse, weil „ich mich ungefähr seit 30 Jahren immer auf die gleiche Art schminke“. Dass sie bald wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren will, ist auch eine Motivation.

Jenny Papa verblüfft schon mit ihrem ersten Tipp: Ein Yogastein für das Gesicht soll kühlen und Schwellungen abbauen. „Zuvor mit kaltem Wasser abspülen und auf der Haut ausstreichen“, empfiehlt die Stylistin, die kurz darauf BB-Cremes in der Hand hält, eine feuchtigkeitsspendende Tagespflege, die Farbpigmente enthält und mit Sonnenschutzfaktor ausgestattet sein kann. „Damit spart ihr schon mal viel Zeit“, so Papa, die „kein Fan von hochgepushtem Styling“ ist und den natürlichen Look favorisiert. „Zumal unsere Kids die Hände oft im Gesicht der Mutter haben“, wie Papa weiß, die selbst zwei Kinder hat. Bei Augenringen empfiehlt sie Concealer im orangefarbenen oder gelben Bereich: „Danach solltet ihr Concealer punktuell auftragen, der eine Nuance heller als der eigene Hautton ist.“

Mit desinfizierten Händen machen sich die Frauen an die Arbeit und setzen das eben Gehörte mit einem Foundation-Pinsel oder Schwämmchen um. „Möglichst nicht mit den Händen einreiben“, warnt Papa. Schon bald zeigt sich ein ebenmäßigeres Hautbild bei den Frauen. Worauf die Kursleiterin aber empört reagiert, ist das Ansinnen, Sommersprossen abdecken zu wollen. „Die sind doch wunderschön“, ruft sie leicht verständnislos aus. Kurz geht es noch um die Hygiene der Utensilien, die regelmäßig mit Kernseife gereinigt werden sollten, dann folgt schon das Thema glänzende Hautstellen.

Ein kurzer, fester Pinsel ist wichtig

Beim Puder zeigt sich die Kursleiterin ebenfalls eher zurückhaltend: „Das muss hautbildabhängig entschieden werden, denn Puder trocknet aus“, so die Info, auf die eine weitere folgt: „Nie zu viel Material nehmen, und den Pinsel am Deckelrand abklopfen. Dann nur leicht über das Gesicht huschen“, dem anschließend noch Kontur und Struktur verliehen wird: „Mit braunen Rougetönen aus dem matten Bereich.“ Hierbei wichtig: ein kurzer, fester Pinsel und damit immer in Richtung Haaransatz ausstreichen. „Wer unterhalb der Wangenknochen ansetzt, betont die Wangen“, sagt Jenny, die erklärt: „Hell öffnet, dunkel kaschiert. Um einem rundlichen Gesicht Taille zu geben, solltet ihr unter den Wangenknochen mit dem Pinsel ansetzen.“ Ist das erledigt, wird Rouge nach Geschmack aufgetragen: Rosétöne oder Helleres, wie lachsfarbenes Rouge, das bei hellen Augen Wirkung zeige. „Braune Töne kann aber jeder Hauttyp tragen.“

Bis wohin der Lidschatten aufgetragen werden darf, kennzeichnet Jenny Papa mit einem Stift. Sie markiert damit die Waterline, die sich vom Augenwinkel hoch zum Brauenbogen ergibt. „Den Basiston der Haut auf das ganze Lid, die dunklere Farbe zu einem Drittel auf das untere bewegliche Lid auftragen“, so lautet die Maxime.

Obwohl die Zeit nun knapper wird, zeigt Jenny noch den Umgang mit Eyeliner und Kajal. „Am besten ihr übt abends, die sichere Hand ist Übungssache.“ Worauf besonders geachtet werden müsse, ist der Flügelschlag beim Eyeliner, der „Wing“. Der sollte bei beiden Augen an derselben Stelle sitzen. Die Wimperntusche bildet den Schlussakkord bei diesem Ritual, das dem Gesicht Frische und Strahlen schenken soll.

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