Tischfußball Gelungene Premiere der jungen Sportart

Von Luis Manzi 

Der TSV Schmiden ist zum ersten Mal Gastgeber eines Turniers der Serie des Weltverbandes ITSF. In der Festhalle sind es auch die jungen Spieler, die auf sich aufmerksam machen.

Marcel Grützner (rechts) und Markus Ludwig stehen  sich im Dress des TSV Schmiden  an einem der  Tische in der Festhalle gegenüber. Foto: Patricia Sigerist
Marcel Grützner (rechts) und Markus Ludwig stehen sich im Dress des TSV Schmiden an einem der Tische in der Festhalle gegenüber. Foto: Patricia Sigerist

Schmiden - Es kehrt Ruhe am Tisch ein. Der Ball in der vordersten Reihe, das Handgelenk am Griff. Die Stange wird hin und her bewegt, und schon wird der Ball mit einer ruckartigen und schnellen Bewegung im Tor versenkt.

Für den Profi ist es Routine, für den Laien jedoch ein unglaubliches Tempo

Genau das stand am Samstag und Sonntag in der Festhalle in Schmiden auf der Tagesordnung. Die Tischfußballer des TSV Schmiden waren zum ersten Mal Gastgeber eines Turniers der Serie des Tischfußball-Weltverbandes (ITSF), der ITSF-Pro-Tour. „Wir sind zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Für das erste Mal war das richtig gut. Es könnten beim nächsten Mal auch gerne noch mehr kommen“, sagte Markus Ludwig, der Abteilungsleiter der TSV-Tischfußballer.

Für den Profi ist es Routine, für den Laien jedoch ein unglaubliches Tempo, das auf den verschiedenen Tischen erreicht wird. Dahinter steckt zumeist jahrelanges Training, dahinter stecken Wochen, in denen viele Stunden für die Sportart Tischfußball investiert werden. So war das auch bei Markus Ludwig, selbst Spieler der Oberliga-Mannschaft des TSV Schmiden, der am Sonntag im Einzelklassement gegen starke Konkurrenz den vierten Platz belegte. Der 42-Jährige spielt nun schon seit 26 Jahren Tischfußball. Seit 2006 übte er den Sport bei Kick it Stuttgart aus, dessen Mitglieder im Mai 2018 beim TSV Schmiden heimisch wurden.

Für einen unerfahrenen Spieler ist das nicht so einfach

Doch dass Erfahrung nicht alles ist, bekam er im Vorrundenspiel gegen seinen Widerpart Michel Klaffke zu spüren, der in der Junioren-Einzelwertung den ersten Platz belegte. Der erst 15-jährige Tischfußballer des TFC Mavericks Einrich ist amtierender Weltmeister der Junioren im Einzel-, Doppel- und Teamwettbewerb. „Das Alter spielt manchmal schon eine Rolle, er ist einfach viel schneller und flinker als ich“, sagt Markus Ludwig. Doch andersherum ist es oft auch die Erfahrung, die einem zum Sieg verhelfen kann. Nico Schlager vom TFVS Emmendingen war mit seinen erst elf Jahren der jüngste Teilnehmer im Einzelwettbewerb und spielt erst seit einem Jahr im Verein. Zum Ende einer Partie ist nicht wenig Kopfsache, die psychische Komponente entscheidet mit über den Ausgang des Spiels. Für einen unerfahrenen Spieler ist das nicht so einfach. „Es ist wichtig, wie schnell du das Spiel des Gegners lernen kannst.

Die Jungen bringen frischen Wind in den Tischfußballsport

Das, was wir spielen, hat viel Systemcharakter“, sagt Adrian Distel, Spieler des TSV-Landesliga-Teams, das vor wenigen Wochen in die Oberliga aufgestiegen ist. Einer der schon für den TSV Schmiden in der Oberliga spielt, in der ersten Vertretung, ist Marcel Grützner, der mit seinem Teamgefährten Dimitrij Zavt, ebenfalls vom TSV Schmiden, im Doppel den ersten Platz belegte. Irma Del Grosso, Spielerin der TSV-Bundesliga-Frauen, fand sich mit André Stockmanns von Tablesoccer Dortmund auf dem fünften Platz des offenen Doppelklassements wieder. Sieger der offenen Einzelwertung wurde der Weltranglistenvierte Raphael Hampel, 20, vom Bundesligisten Tablesoccer Dortmund.

Die Jungen bringen frischen Wind in den Tischfußballsport und kennen das Image des Kneipensports nicht mehr. „Wir haben früher in den Kneipen angefangen zu spielen, für die Jugendlichen ist der Ursprung nicht mehr in den Kneipen“, sagt Markus Ludwig, der auch beim TSV Schmiden auf die Jugend setzt. „Es wäre wünschenswert, in ein paar Jahren zwei bis drei Jugendmannschaften bei uns zu haben“, sagt Ludwig. Dann besticht bei solch einem Turnier schon bald auch der Schmidener Nachwuchs mit schnellen Spielzügen und Toren auf den Tischen.