Tischtennis Außergerichtliche Einigung – Thomas Walter voll rehabilitiert

Voll rehabilitiert: Thomas Walter, Geschäftsführer des baden-württembergischen Tischtennis-Verbandes. Foto: Imago/regiopictures

Der Geschäftsführer des baden-württembergischen Tischtennis-Verbandes, der seinen Arbeitgeber verklagt hatte, erhält ausstehende Gehaltszahlungen und seinen ursprünglichen Job zurück.

Thomas Walter hat eine schwierige Zeit hinter sich. Der Geschäftsführer von Tischtennis Baden-Württemberg (TTBW) kämpfte um Gehaltszahlungen, gegen seine Degradierung und letztlich auch um seinen Ruf. Nun ist das Arbeitsgerichtsverfahren, das er gegen seinen Arbeitgeber angestrengt hatte, vorbei. Thomas Walter ist voll rehabilitiert, wie ein Sieger aber fühlt er sich nicht. „Dieser Ausgang war nach den letzten beiden schmerzhaften Jahren, die in Erinnerung bleiben werden, so nicht zu erwarten“, sagt der Tischtennis-Funktionär, „mit dem Ende bin ich zufrieden. Aber es ist kein Triumph für mich.“

 

Thomas Walter, der seit 25 Jahren Geschäftsführer des Verbandes ist und den Tischtennissport im Land geprägt hat, erlebte eine schleichende Entmachtung durch den mittlerweile verstorbenen Ex-Präsidenten Frank Tartsch, der 2023 in Gabi Wendel eine weitere Geschäftsführerin einsetzte und diese im Januar 2024 zur Hauptgeschäftsführerin mit Personalverantwortung beförderte. Thomas Walter, dem das Vertrauen entzogen worden war, ging die Situation psychisch und physisch an die Substanz. Er wurde von verschiedenen Ärzten mehrfach krankgeschrieben, woraufhin der Verband die Gehaltszahlungen einstellte.

Neues Präsidium bringt Wende im Fall Thomas Walter

Dagegen klagte Walter, bei einem Gütetermin vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht unterstellte ihm TTBW-Anwalt Rolf Eissler (Reutlingen), bei den Krankmeldungen würde es sich um „Gefälligkeitsatteste“ handeln. Eine Einigung blieb zunächst aus, zur Wende kam es trotzdem – weil im Juni 2025 ein neues Präsidium gewählt wurde. Seitdem ist Rainer Franke (zum zweiten mal) TTBW-Präsident, und auf seiner Agenda stand die Beendigung des Falles Thomas Walter ganz oben.

Ein Kammer-Termin vor dem Arbeitsgericht, der Anfang Juli hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt, und mittlerweile gibt es eine außergerichtliche Einigung. Demnach vereinbarte der Verband mit Thomas Walter die nachträgliche Zahlung des Gehalts, die Gewährung von Urlaub aus der Zeit der Abwesenheit sowie die Streichung einer Abmahnung. Grundlage für diesen Vergleich, heißt es in einer TTBW-Mitteilung, sei „die Auffassung aller Präsidiumsmitglieder, dass es an den ärztlichen Befunden keinerlei Zweifel gebe“. Der Verband erklärt, dass damit die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit gegeben sei. „Thomas Walter ist mein Mann, und er wird mein Mann bleiben“, sagt Präsident Rainer Franke, „er wird nun, wie vor der Umstrukturierung, als Geschäftsführer wieder das Gesicht des Verbandes sein.“

Thomas Walter kehrt in vertraute Rolle zurück

Noch gibt es zwar den einen oder anderen Punkt zu klären, zum Beispiel die Einstellung eines Referenten für den kaufmännischen Bereich, sicher aber ist, dass Thomas Walter bald wieder ein ähnliches Tätigkeitsfeld haben wird wie vor den Streitigkeiten. „Es ist der Job“, sagt der Geschäftsführer, „den ich gerne machen will.“

Die Rückkehr in die alte Struktur war auch deshalb möglich, weil Hauptgeschäftsführerin Gabi Wendel den Verband verlassen hat. „In Abstimmung mit dem Präsidium“, heißt es in der entsprechenden TTBW-Mitteilung, „wird sie sich neuen beruflichen Herausforderungen widmen.“ Man habe sich „in gegenseitigem Einvernehmen getrennt“, erklärt Präsident Franke, die Freistellungsphase laufe seit Ende November: „Die Zusammenarbeit hat nicht funktioniert.“

Thomas Walter will sich nun so schnell wie möglich wieder den Projekten widmen, die „den Tischtennissport voranbringen“. Dazu gehört aus seiner Sicht, eigene Veranstaltungen für Jugendliche attraktiver zu machen, das Schaffen neuer Angebote für Ganztagsschulen, die auch besser mit qualifizierten Trainern versorgt werden sollen, sowie der Versuch, die Outdoor-Szene in den Verband einzubinden – zum Beispiel beim großen Aktionstag am 1. Mai 2026. „Outdoor-Tischtennis liegt voll im Trend, das ist eine richtig große Sache“, sagt Thomas Walter, „ich sehe dort für uns als Verband ein riesengroßes Potenzial.“

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