Tischtennis TSV Grafenau und SpVgg Weil der Stadt gehen Spielgemeinschaft ein

Die SG-Macher (von links) Thorsten Voges (TSV Grafenau), Lorenz Kaschuba (SpVgg Weil der Stadt), Michael Widmaier (TSV Grafenau), Thomas Verleih (SpVgg Weil der Stadt) Foto: Holzapfel

Ab der neuen Tischtennis-Saison wird die SG Weil der Stadt-Grafenau an den Start gehen. Die Vereine gehen die Kooperation gut überlegt ein, um sich zukunftsfähig aufzustellen.

Die Bildung von Spielgemeinschaften ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Unabhängig von der Sportart geht es vielerorts sowohl im Nachwuchs- als auch im Erwachsenenbereich um die Zusammenführung von Sportlern und auch Ehrenamtlichen. Und zumeist geschieht dies aus der Not heraus. Etwas anders gestaltet sich dies bei den Tischtennisabteilungen der SpVgg Weil der Stadt und des TSV Grafenau, die zur kommenden Saison als SG an den Start gehen werden.

 

„Wir sehen dies eher unter dem Motto ,Stillstand ist Rückschritt´“, sagt Weil der Stadts langjähriger Abteilungsleiter Thomas Verleih, der von einem einstimmigen Beschluss bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung berichtet. Den gab es analog einige Tage zuvor beim TSV Grafenau.

Der Weg bis zur finalen Entscheidung der SG-Gründung war keineswegs ein beschwerlicher, aber doch einer, der von den Funktionsträgern einiges an Zusatzaufwand erforderte. Am Anfang standen eine lose Idee, dann ergebnisoffene Gespräche und später die Bildung von Arbeitsgruppen. „Im Grunde ging das dann in klassisches Projektmanagement über“, erzählt Thomas Verleih von einer durchorganisierten Vorgehensweise.

Gute Erfahrungen mit TSV Merklingen

Was aber veranlasste die Sportvereinigung Weil der Stadt, die im Tischtennisbezirk mit 145 Mitgliedern, fünf Männer-, zwei Frauen- und zwei Seniorenteams zu den größten Vereinen gehört, zu einem Zusammenschluss mit dem TSV Grafenau? „Wir haben vor etwa einem Jahrzehnt bereits gute Erfahrungen mit der Fusion mit dem TSV Merklingen gemacht, was die Bündelung von Kräften anbetrifft“, holt Thomas Verleih aus. Gemeinsam mit dem TSV Grafenau werde nun das Einzugsgebiet signifikant erweitert. „Wenn man die Gebiete übereinanderlegt, woher unsere Tischtennisspieler kommen, reden wir von 33 000 Einwohnern – da ist viel Potenzial vorhanden.“ Ein weiterer Vorteil wäre die gemeinsame Nutzung von Hallenkapazitäten. So könne nun in beiden Vereinen an drei Tagen in der Woche das Tischtennistraining angeboten werden. „Das gemeinsame Training wird bereits seit drei Monaten gelebt.“

Unter der Federführung von Thorsten Voges verzeichnet der TSV Grafenau derzeit einen guten Zulauf im Jugendbereich, in Weil der Stadt nimmt derweil aktuell nur eine Mädchenmannschaft am Punktspielbetrieb teil. „Insgesamt stehen nun acht Jugendtrainer für die gesamte Nachwuchsarbeit zur Verfügung“, betont Thomas Verleih, der im Zusammenschluss eine positive Entwicklung im wichtigen Thema der Nachwuchsförderung vorhersieht.

Vereine werden getrennt weitergeführt

Rein rechtlich werden beide Vereine weiter getrennt geführt, auch finanziell. „Anfallende Gebühren werden dann nach einem einfachen Schlüssel aufgeteilt“, sagt Thomas Verleih, „in den anderen Gebieten wie Spielbetrieb, Jugendarbeit, Materialwesen oder Breitensport verhalten wir uns aber wie ein Verein.“ Dementsprechend werde es zukünftig SG-Versammlungen geben, eine verantwortliche Person wird derweil weiterhin als Ansprechpartner zum jeweiligen Gesamtverein fungieren.

„Über allem steht jedoch, dass die Chemie unter den Verantwortlichen stimmt“, bekräftigt Verleih, „dieses Gefühl hatten wir von Anfang an, und es war die Basis für die Realisierung der Spielgemeinschaft.“ Wichtig ist dem langjährigen Weil der Städter Macher auch, dass seine Abteilung auf Grund der Größe nicht als „die Stärkere“ der beiden gesehen werden will. „Das war von Anfang an eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“

Nicht „aus der Not heraus“ agieren

Vielmehr gelte es nun, aus einer insgesamt positiven Gesamtsituation und nicht „aus der Not heraus“ weitere Vorteile zu generieren. Um im Konstrukt mit anderen großen Vereinen in der Umgebung weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.

Zur neuen Saison geht es dann als SG Weil der Stadt-Grafenau auf Punktejagd. „Jetzt kümmern wir uns erst einmal um die Bestellung neuer Trikots“, sagt Thomas Verleih und lächelt.

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