Tischtennis-Verbandsoberliga „Wir waren heiß und wollten es heute schon“ – SV Böblingen ist Meister

Schon drei Spieltage vor Schluss fix: Tim Kimmerle, Andrew Schönhaar, Luis Hornstein, Pascal Timke und Jan Hartmann sowie ihr Coach Henning Meier (v. .li.) steigen auf. Foto: SVB

Drei Spieltage gibt es diese Saison in der Tischtennis-Verbandsoberliga der Männer noch, aber dennoch steht bereits der Meister fest. Und das ist die wie geplant SV Böblingen.

Die Tischtennis-Männer der SV Böblingen steigen in die Oberliga auf – erst zum zweiten Mal in ihrer fast 75-jährigen Geschichte. Luis Hornstein, Andrew Schönhaar, Jan Hartmann, Tim Kimmerle und Pascal Timke haben sich das vor der Saison als Ziel gesetzt, und sie haben es nun geschafft.

 

Ein Böblinger, ein Schönaicher, zwei Stuttgarter und einer aus Filderstadt-Sielmingen, also alle aus der näheren Umgebung. Über die ganze Runde hinweg brachten die fünf unter ihrem Coach, Trainer-Legende Henning Meier, Topleistungen. Die Meisterschaft in der Verbandsoberliga steht sogar schon drei Spieltage vor Ende der Spielzeit fest.

SV Böblingen siegt jeweils 9:1 gegen TTF Rastatt und FT Freiburg II

Jüngst gewann die SVB zunächst mit 9:1 auswärts bei den TTF Rastatt und dann ebenfalls 9:1 vor großer Kulisse zu Hause gegen den schärfsten Rivalen FT Freiburg II, vor dem sie nun sieben Punkte Vorsprung aufweisen. Das ist uneinholbar. Die Böblinger wuchsen im direkten Duell gegen den Tabellenzweiten aus dem Breisgau über sich hinaus. Wie kam es zu diesem super Auftritt? „Ich weiß auch nicht so recht. Wir waren jedenfalls heiß und wollten unbedingt schon heute Meister werden“, erklärte Kapitän Luis Hornstein.

Gegen ein Team aus Freiburg war einer Mannschaft des Vereins übrigens schon einmal der Oberliga-Aufstieg gelungen. Das war in einem Entscheidungsmatch am 25. April 1965, das 8:8 und mit ausgeglichenem Satzverhältnis endete und nur dank der besseren Balldifferenz gewonnen wurde.

Als die SV Böblingen 1965 letztmals in die Oberliga aufstieg, standen unter anderem Hermann Dierich und Gerold Pfrommer (v. li.) an der Platte. Foto: Archiv

1965 steigt SV Böblingen dank besserer Balldifferenz in die Oberliga auf

Helmut Neusser, Peter Förster, Ernst Kegreiß, Hermann Dierich, Gerold Pfrommer und Siggi Hoyler hießen die Cracks damals. Gerold Pfrommer, noch heute oft Gast auf der Tribüne, erinnert sich: „Hermann Dierich und ich verloren zwar das letzte Doppel. Wir gewannen aber wenigstens einen Satz, das war letztendlich entscheidend.“

1965 war die Oberliga die Topklasse schlechthin, es gab Süd-, Südwest-, West- und Nord-Staffel. Die Besten spielten den deutschen Meister aus, eine Bundesliga gab es noch nicht. Inzwischen ist die Oberliga nur die fünfthöchste nationale Klasse. Allerdings ist die heutige Leistungsdichte im Tischtennis mit damals nicht vergleichbar.

Oberliga als Geschenk für 75-jähriges Tischtennis-Jubiläum der SV Böblingen

Nur zwei Jahre hielt es die Böblinger damals übrigens in der Oberliga Süd, dann ging es wieder runter. 1985 war die SVB mit einem jungen Team um Jürgen Spengler wieder nahe dran, verpasste aber den Aufstieg als Vizemeister. Jetzt klappte es also wieder – und das alles passgenau zum 75-jährigen Jubiläum der Abteilung im September. Die Oberliga Baden-Württemberg ist die unterste Bundesspielklasse. Bleibt zu hoffen, dass sich das aktuelle Team länger dort hält.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Aufstieg