InterviewTobias Feisthammel, Kapitän der Stuttgarter Kickers „Der Verein hat seine Lehren gezogen“

Von Jürgen Frey 

Im Vorjahr gingen den Stuttgarter Kickers auf der Zielgeraden die personellen Alternativen aus. Durch die Winter-Neuzugänge soll das diesmal nicht passieren. Kapitän Tobias Feisthammel äußert sich zu der neuen Konkurrenzsituation.

Auch Kapitän Tobias Feisthammel stellt sich der neuen Konkurrenzsituation im Kickers-Kader: „Das gehört im Fußball dazu.“ Foto: Baumann 17 Bilder
Auch Kapitän Tobias Feisthammel stellt sich der neuen Konkurrenzsituation im Kickers-Kader: „Das gehört im Fußball dazu.“ Foto: Baumann

Stuttgart - Der erhoffte Pflichtspielstart gegen den FSV 08 Bissingen fiel ins Wasser und wird nun am kommenden Dienstag (19 Uhr/Gazi-Stadion) nachgeholt. Davor geht es für den Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers an diesem Samstag zum SV Sandhausen II. Kapitän Tobias Feisthammel warnt davor, das Tabellen-Schlusslicht zu leicht zu nehmen.

Herr Feisthammel, haben Sie die Enttäuschung über den Spielausfall verarbeitet?

Wir Spieler, die Fans und alle im Verein haben sich auf das Spiel gefreut. Schließlich haben wir sechs Wochen darauf hingearbeitet. Aber man steckt eben bei solchen Widrigkeiten nicht drin.

Der Verein konnte kurzfristig das Testspiel gegen den FSV Hollenbach organisieren.

Das war natürlich das Beste, was uns passieren konnte. Wir haben uns gefreut, dass wir im Rhythmus bleiben konnten und Wettkampfpraxis erhielten.

Und nach sechs Testspielen ohne Sieg gab es auch noch ein Erfolgserlebnis in Form eines 2:0.

Wir wollten die Chance nutzen und die Vorbereitung mit einem Sieg abschließen. Das ist uns gegen einen starken Verbandsligisten souverän gelungen.

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Jetzt beginnt der Ernstfall an diesem Samstag (14 Uhr) beim Tabellen-Schlusslicht SV Sandhausen II.

Die aber gute Vorbereitungsergebnisse vorzuweisen haben. Wir nehmen sie auf keinen Fall zu leicht. Ich hoffe nur, dass uns nicht noch einmal die Witterung in die Quere kommt.

Wie intensiv schauten Sie am Wochenende auf die anderen Oberligaresultate, wie zum Beispiel das 5:0 des VfB Stuttgart II beim TSV Ilshofen?

Klar schaut man hin, gerade wenn man selbst kein Pflichtspiel hat. Aber Grunde genommen sind die Ergebnisse der anderen Mannschaften egal, denn wir müssen unseren Job machen.

Die U21 des VfB eilt von einem Kantersieg zum nächsten. Haben Sie als ehemaliger VfB-II-Spieler eine Idee, woran das liegt?

Ich unterhalte mich zwar ab zu mit meinem früheren Mitspieler Tobias Rathgeb (Anm.d.Red.: Co-Trainer des VfB Stuttgart II), aber dieses Erfolgsgeheimnis hat er mir nicht verraten (lacht).

Wie beurteilen Sie die neue Konkurrenzsituation in Ihrer Mannschaft durch die fünf Winter-Neuzugänge?

Positiv. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Da haben Trainer und Sportlicher Leiter in der Winterpause wirklich einen richtig guten Job gemacht. Jetzt gilt es, die besten Spieler einzusetzen und die Mannschaft weiter zu formen.

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Die Zeiten, dass das Innenverteidiger-Duo Feisthammel/Auracher gesetzt ist, sind vorbei. Machen Sie sich Sorgen um Ihren Stammplatz?

Nein, Konkurrenzkampf gehört im Fußball dazu. Der Trainer hat nun noch mehr Optionen, das ist doch viel besser, als wenn sich das Team von alleine aufstellen würde.

Es ist doch aber ein Unterschied, ob zum Beispiel gestandene Routiniers wie Sie, Auracher, oder Klauß auf der Bank sitzen oder – wie in in der Vorrunde – die Eigengewächse Kilic, Nkem und Cetinkaya.

Spieler, die damit nicht zufrieden sind, wenn sie nicht zum Einsatz kommen, wird es immer geben. Dann müssen sie eben noch mehr Gas geben. Die Verantwortlichen wollten die Situation haben, so wie sie sich jetzt darstellt. Und eines darf man doch nicht vergessen.

Bitte!

Wir haben eine charakterlich einwandfreie Mannschaft, in der jeder weiß, dass das allerwichtigste nun einmal der Erfolg der Mannschaft und des Vereins ist. Für den größtmöglichen sportlichen Erfolg wird sich der Einzelne zurücknehmen und sein Ego nicht über die anderen stellen.

Im vergangenen Jahr fehlten auf der Zielgeraden die personellen Alternativen.

Absolut. Patrick Auacher, Mijo Tunjic, Pedro Astray, auch ich – wir alle fielen aus, und die Alternativen waren rar gesät. Daraus hat der Verein seine Lehren gezogen. Wenn jetzt etwas passieren sollte, steht Ersatz parat. Und daran haben die sinnvollen Verstärkungen in der Winterpause eben ihren Anteil.

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Was wird entscheidend sein, damit es mit dem Sprung in die Regionalliga klappt?

Wir müssen gut starten, wollen mehr Konstanz wie in der vergangenen Vorrunde reinbekommen und jedes einzelne Spiel wie ein Endspiel angehen.

Und das Derby gegen den VfB II am 17. Mai haben Sie auch schon im Hinterkopf?

Das ist noch weit weg, und jetzt haben wir erst einmal das Spiel gegen Sandhausen im Kopf.

Wir haben Fotos der Winter-Neuzugänge der Stuttgarter Kickers. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie!