Tödlicher Stadtbahnunfall Student von Stadtbahn überrollt

  Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
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Die unterschätzte Gefahr: Besonders zur Volksfestzeit sind einige Passanten erheblich alkoholisiert unterwegs – und geraten besonders im Bahnverkehr immer wieder in gefährliche Situationen. Eine endete in Bad Cannstatt tödlich.

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Stuttgart - Auf tragische Weise ist ein 20-Jähriger in der Nacht zum Freitag in Bad Cannstatt ums Leben gekommen: Der junge Mann kroch offenbar hilflos und ohne Orientierung in der Waiblinger Straße auf den Stadtbahngleisen umher – und wurde von einer Stadtbahn erfasst und tödlich verletzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei dem Getöteten um einen 20-jährigen Studenten aus dem Zollernalbkreis, der zuvor offenbar das Cannstatter Volksfest auf dem Wasen besucht hatte. „Warum sich der Betroffene in diesem Bereich aufhielt, ob er eine Unterkunft in der Nähe aufsuchen wollte oder sich verirrt hatte, ist noch unklar“, sagt Polizeisprecher Jens Lauer. Der junge Mann war gegen 23.35 Uhr zwischen den Haltestellen Wilhelmsplatz und Uff-Kirchhof auf dem Gleisbett unterwegs – nach Angaben eines Augenzeugen schwankend und in gebückter Haltung.

Derweil näherte sich eine Stadtbahn der Linie U 13 in Richtung Giebel der Örtlichkeit. Der 40-jährige Fahrer der Stadtbahn bemerkte die dunkel gekleidete Person auf dem Gleis offenbar nicht – oder zumindest viel zu spät. Die Bahn erfasste den 20-Jährigen frontal und schleifte ihn einige Meter mit. Für ihn kam jede Hilfe zu spät: Ein alarmierter Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Ein Gutachter wurde eingeschaltet, um die genaue Unfallursache zu klären. Dazu gehört auch eine Analyse einer Blutprobe.

Auch vor einem Jahr gab es ein Todesopfer

Besonders zur Volksfestzeit sind einige Passanten erheblich alkoholisiert unterwegs – und geraten im Bahnverkehr in gefährliche Situationen. Für die Bundespolizei trauriger Alltag: „Am Cannstatter Bahnhof sind immer wieder Leute verbotenerweise auf den Gleisen unterwegs“, sagt Bundespolizeisprecher Daniel Kroh. Die Sünder hatten sich am Bahnsteig geirrt oder wollten eine Abkürzung nehmen.

Vor einem Jahr, am 9. Oktober 2016, hatte dies ebenfalls tödliche Folgen: Ein 33-Jähriger aus dem Elsass, der mit einer Reisegruppe auf dem Volksfest war und verloren ging, war zwischen den Haltestellen Bad Cannstatt und Neckarpark auf den Gleisen unterwegs. Als sich eine S-Bahn der Linie S 1 Richtung Kirchheim/Teck näherte, hatte der Mann keine Chance. Er wurde von der Bahn überrollt und getötet. Erst nach einer Vermisstenmeldung konnte seine Identität geklärt werden.




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