Nach tödlichem Unfall bei Lorch Was tun gegen Geisterfahrten?

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Nach dem tödlichen Unfall auf der B29 bei Lorch stellt sich die Frage, wie solche Unfälle und sogenannte Geisterfahrten verhindert werden können. Der ADAC gibt Antworten.

Bei dem tödlichen Verkehrsunfall nach einer Falschfahrt auf der B29 bei Lorch kamen zwei Menschen ums Leben. Foto: dpa
Bei dem tödlichen Verkehrsunfall nach einer Falschfahrt auf der B29 bei Lorch kamen zwei Menschen ums Leben. Foto: dpa

Lorch - Warum die 72-jährige Frau am Sonntagnachmittag auf der B29 bei Lorch auf die falsche Fahrbahn fuhr und deswegen einen Unfall verursachte, der zwei Menschen das Leben gekostet hat, ist weiterhin unklar. Die Polizei geht nach eigenen Angaben nicht von Absicht aus.

„Die Gründe einer Falschfahrt lassen sich häufig nicht mehr festellen, da viele sogenannte Geisterfahrer einen Unfall nicht überleben“, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. Bei älteren Menschen könne es sein, dass sie verwirrt seien, zum Beispiel durch Medikamente, die sie einnehmen. Bei jüngeren Autofahrern könnten Drogen oder Alkohol im Spiel sein, nicht selten sei das Falschfahren auch eine Mutprobe, so Hölzel. „Leider gibt es aber auch ab und an Suizidfahrten, in denen der Fahrer also bewusst sein Leben aufs Spiel setzt.“

Verkehrsexperten überprüfen vermeintlich gefährliche Auffahrten

Rund 2200 Meldungen über Falschfahrten gibt es pro Jahr, gut die Hälfte davon passiert in der Dunkelheit. „Auffahrten, an denen schon häufiger eine Falschfahrt begonnen hat, müssen genau überprüft und gegebenenfalls besser beschildert werden“, sagt Hölzel. Diese werden dann bei einer sogenannten Verkehrsschau inspiziert. Verkehrsexperten sind dann an den womöglich gefährlichen Stellen vor Ort und überprüfen, ob Markierungen und Verkehrsschilder gut sichtbar sind. Ist dies nicht der Fall, müssen die Mängel sofort behoben werden.

Trotz aller Vorkehrungen kann es passieren, dass ein Autofahrer versehentlich in den Gegenverkehr gerät. Für so einen Fall hat Hölzel eine klare Empfehlung: „Sofort an die Seite fahren, das Warnblinklicht anmachen und sich selbst in Sicherheit bringen.“ Das bedeutet: Betroffene sollen das Auto verlassen und an den Straßenrand stellen, auf keinen Fall in den Verkehr laufen und anschließend die Polizei verständigen. Das gleiche gelte auch, wenn einem ein Falschfahrer entgegen kommt, sagt Hölzel: „Rufen Sie die Polizei und geben Sie alle nötigen Informationen durch.“




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