Tödlicher Unfall in Stuttgart Fußgänger in der Stadt leben gefährlich

Von Wolf-Dieter Obst 

Der Tod einer Fußgängerin im Stuttgarter Westen wirft ein Schlaglicht auf die Verkehrssicherheit in der Landeshauptstadt. Schon im letzten Jahr gab es sieben Opfer.

Die Polizei untersucht die Unfallstelle in der Bebelstraße im Stuttgarter Westen. Foto: SDMG
Die Polizei untersucht die Unfallstelle in der Bebelstraße im Stuttgarter Westen. Foto: SDMG

Stuttgart - Die Landeshauptstadt ist für Fußgänger ein gefährliches Pflaster: Sieben von zehn Unfalltoten im vergangenen Jahr sind Passanten gewesen. Nicht minder alarmierend ist der Vergleich mit der Region: Stuttgart stellt knapp die Hälfte aller getöteten Fußgänger in den Landkreisen Böblingen, Ludwigsburg, Esslingen, Rems-Murr und Göppingen. Insgesamt waren in der Region nach Informationen unserer Zeitung im letzten Jahr 15 Todesopfer zu beklagen, die zu Fuß unterwegs waren.

Der Tod einer 81-jährigen Fußgängerin am Sonntagabend im Stuttgarter Westen ist eine Fortsetzung der düsteren Serie. Die Frau war im Bereich Bebel- und Scheffelstraße vom Auto eines 66-Jährigen erfasst und tödlich verletzt worden. Dabei ist der Unfallhergang für die Ermittler nicht geklärt: „Die Ampelschaltung der Fußgängerfurt zum Unfallzeitpunkt ist noch unklar“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Es sei allerdings noch nicht einmal sicher, ob die Passantin auf dem Überweg oder einige Meter davon entfernt unterwegs war.

Die Fußgängerampel zeigt zehn Sekunden Grün

Im Visier steht auch die Ampelschaltung an der Kreuzung. So gab es bereits in der Vergangenheit Klagen über eine zu kurze Grünzeit der Fußgängerampel. War die 81-Jährige noch auf der Straße, als der Autoverkehr schon wieder Grün hatte? Nach Angaben von Reinhard Unkhoff vom Tiefbauamt hat die Fußgängerampel zehn Sekunden Grün. „Danach hat der Fußgänger aber noch 14 Sekunden Zeit, die Straße vollends zu überqueren“, sagt er. Im Idealfall sind es also 24 Sekunden. Die Wartezeit an der roten Ampel betrage im Normalfall weniger als 60 Sekunden. „Allerdings kann es wegen der verkehrsabhängigen Schaltung sein, dass eine Stadtbahn die Rotphase verlängert“, sagt Unkhoff.

Warum die Fußgängerin auf der Straße war und warum sie auf der geraden und gut beleuchteten Strecke vom Autofahrer zu spät gesehen wurde, ist allerdings unklar. Die Ermittlungen dauern an.

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