Brutales Tötungsdelikt in Göppingen Polizei schweigt zu neuen Erkenntnissen

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Die Gewalttat in Göppingen-Ursenwang verlangt von den Ermittlern einen langen Atem. Und obwohl es neue Erkenntnisse gibt, können nur wenige Details bekannt gegeben werden.

Das Entsetzen über die Gewalttat in Ursenwang ist nach wie vor groß. Foto: Pflüger
Das Entsetzen über die Gewalttat in Ursenwang ist nach wie vor groß. Foto: Pflüger

Göppingen - Warum sagt die Polizei noch immer nicht, wie in der Nacht zum 3. November in Göppingen-Ursenwang ein 39 Jahre alter Mann zu Tode gekommen ist? – Weshalb gibt es nach wie vor keine näheren Angaben zu den mutmaßlichen Tätern? – Fragen wie diese beschäftigen seit fast zwei Wochen die Bevölkerung nicht nur in dem Stadtbezirk, sondern auch weit darüber hinaus.

Fest steht bis jetzt nur, dass vier junge Männer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren in Untersuchungshaft sitzen, weil sie verdächtigt werden, einen 39-Jährigen unweit des Edeka-Markts zu Tode geprügelt und getreten zu haben. Nach Informationen unserer Zeitung hatte das Opfer im benachbarten Ortsteil Manzen gelebt und war alleinstehend. Zwei der Festgenommenen sollen ebenfalls aus Manzen stammen, die beiden anderen aus Ursenwang. Eine persönliche Beziehung zu dem Getöteten hat es offenbar nicht gegeben.

Bischofberger: Es gibt Gründe, weshalb nicht alles bekannt gegeben werden kann

Michael Bischofberger von der Ulmer Staatsanwaltschaft bestätigt diese Angaben zwar nicht, verweist aber darauf, dass die Ermittlungen mit Hochdruck weiterliefen. „Es gibt mehrere Gründe, weshalb nicht alles, was wir wissen, bekannt gegeben werden kann“, betont er. Diese Gründe seien, da die Verdächtigen eisern schweigen, zum einen ermittlungstaktischer Natur. „Sie sitzen getrennt in Haft, sodass keine Kommunikation möglich ist. Es wäre also kontraproduktiv, alle Details öffentlich zu machen“, sagt Bischofberger.

Zum anderen gebe es Aspekte des postmortalen Opferschutzes sowie des Jugendstrafrechts zu beachten, ergänzt er. Und: „In einem Ermittlungsverfahren gilt die Unschuldsvermutung“, sagt Bischofberger. Er wehrt sich jedoch gegen Vorwürfe, dass die Ermittlungen nur stockend vorangingen: „Das ist Puzzlearbeit und braucht Zeit. Man sollte aber bedenken, dass wir sonntags um 10 Uhr noch nicht wussten, wer der Tote ist und mittwochs schon vier Tatverdächtige festgenommen hatten.“