Toilette an der Esslinger Burg Das stille Örtchen ist wieder offen

Vorerst nur bis September sind die Toiletten im Burginnenhof geöffnet. Foto: Roberto Bulgrin

Wer mal muss, muss in die Büsche: Diese Zeiten sind an der Esslinger Burg vorerst vorbei. Über die Sommermonate öffnet die Stadt tagsüber die WC-Anlage, die seit Jahren meisten verschlossen blieb. Unterdessen wird über eine Dauerlösung nachgedacht.

Die Burg gehört zu den Esslinger Wahrzeichen und darf bei einer Stadtbesichtigung eigentlich nicht fehlen. Ausgerechnet an dieser exponierten Stelle gab es seit längerer Zeit keine öffentliche Toilette mehr. Nicht nur Touristen brachte das regelmäßig in Bedrängnis, denen oft nichts anderes übrig blieb, als sich in die Büsche zu schlagen. Auch viele Einheimische waren empört über diese Situation.

 

Eine öffentliche Toiletten-Anlage gibt es unter dem Kanonenbuckel an der Burg zwar, aber die ist in die Jahre gekommen und seit 2006 aus Kostengründen fast immer verschlossen. 2016 wurde sie notdürftig saniert, um sie wenigstens bei Veranstaltungen im Burghof nutzen zu können. Nachdem der Wirt der Gaststätte Trödler Ende 2021 aus dem Projekt „Nette Toilette“ ausgestiegen war und seine Klos seitdem nur noch den eigenen Gästen offen stehen, verschärfte sich das Problem. Doch ist jetzt endlich Bewegung in die Sache gekommen: Seit Mai werden die Damen- und Herrentoiletten von 10 bis 22 Uhr aufgeschlossen und dürfen benutzt werden, wie die Stadt auf Anfrage bestätigt. Damit reagiert die Verwaltung auf einen Vorstoß mehrerer Bürgerausschüsse, den die Esslinger SPD unterstützt hat. Dieses Angebot ist allerdings zeitlich beschränkt: Es endet am 30. September.

Neubau oder Sanierung der alten WC-Anlage?

„Momentan prüfen wir verschiedene Möglichkeiten, wie eine dauerhafte Lösung für eine Toilette auf der Burg umgesetzt werden könnte“, sagt der städtische Pressesprecher Michael Botsch. Als Optionen würden derzeit zum einen ein barrierefreier Toilettenneubau, vergleichbar mit dem System am Esslinger Bahnhof, und zum anderen die Sanierung der Bestandsanlage geprüft. „Spielt bei einem Neubau die Standortfrage eine wesentliche Rolle, ist bei einer Wiedereröffnung der Bestandsanlage ein barrierefreier Ausbau besonders herausfordernd“, sagt Botsch über den laufenden Prozess des Abwägens. Bei beiden Varianten seien darüber hinaus zudem die Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen.

Die Kosten für die Übergangslösung auf der Burg belaufen sich laut der Stadtverwaltung insgesamt auf etwa 1800 Euro pro Monat. Darin enthalten sind die Reinigung, Schließdienst, Strom, Wasser und Verbrauchsmaterialien. Bislang werde das Angebot gut angenommen. „Zu Vandalismus kam es bislang nicht“, sagt Botsch.

roter Smiley als Wegweiser zur Netten Toilette

Das war auch schon anders: Die Zerstörungswut vieler Besucher hatte seinerzeit dazu geführt, dass der Trödler-Wirt entnervt seine Teilnahme an der „Netten Toilette“ aufkündigte. Das Prinzip der Netten Toilette ist denkbar einfach: Einrichtungen oder Gaststätten erklären sich bereit, dass ihre Toiletten nicht nur von ihren eigenen Gästen, sondern von allen kostenlos benutzt werden dürfen. Sie erhalten dafür von der Stadt einen Zuschuss. Zu erkennen sind diese Toiletten an dem roten Smiley-Logo.

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