Toiletten im Rems-Murr-Kreis Drängendes Problem an der B 29
Zwischen Stuttgart und Aalen gibt es an der Bundesstraße keine Toiletten. Am Rastplatz Remshalden-Hebsack soll sich zwar demnächst etwas ändern. Eine dauerhafte Lösung ist das aber nicht.
Zwischen Stuttgart und Aalen gibt es an der Bundesstraße keine Toiletten. Am Rastplatz Remshalden-Hebsack soll sich zwar demnächst etwas ändern. Eine dauerhafte Lösung ist das aber nicht.
Rems-Murr-Kreis - Wer oft weitere Strecken im Auto zurücklegt, weiß, wie wichtig es sein kann, auf die Toilette zu können. Berufspendler, aber vor allem Reisende und Fernfahrer, sind da wohl besonders betroffen. Für Jochen Haußmann ist es unvorstellbar, dass insbesondere für Lastwagenfahrer zwischen Stuttgart und Aalen keinerlei Möglichkeit besteht, eine Toilette aufzusuchen. Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Schorndorf und FDP-Fraktionsvize sieht in dem Notstand aber noch ein anderes Problem: „Die Landwirte und die Kommunen sind durch die Verunreinigungen um die Parkplätze belastet. Das konnte ich mir rund um Waiblingen-Beinstein, Remshalden-Hebsack und Plüderhausen selbst anschauen.“
Mit einem Landwirt war Haußmann, der in Kernen wohnt, auch beim Parkplatz in Waiblingen-Beinstein, um die Verunreinigungen auf dessen benachbartem Acker anzusehen. „Und bei einem Besuch bei Bürgermeister Schaffer in Plüderhausen sind wir gemeinsam zu den dortigen Parkplätzen gefahren.“ Der vor einiger Zeit angebrachte Zaun am Parkplatz Waiblingen-Beinstein habe zwar eine gewisse Entlastung für die Landwirte gebracht, allerdings löse das nur einen Teil des Problems, sagt der Abgeordnete und ist sich sicher: „Nachdem seit einigen Jahren eine Lkw-Maut auf Bundesstraßen erhoben wird, hat der Bund genügend Finanzmittel zur Verfügung, um diese für Fahrer unzumutbaren Bedingungen zu beheben.“
Nun hat sich der lang andauernde Einsatz ein wenig gelohnt. In einem Schreiben des Regierungspräsidiums Tübingen, das auch als Mobilitätszentrale Baden-Württemberg fungiert, heißt es, dass zwar in Absprache mit dem Baudezernenten des Landratsamts Rems-Murr aufgrund der Topografie und der beengten Lage am Rastplatz Waiblingen-Beinstein eine mobile Lösung nicht möglich sei. Als Alternative sollen aber am Rastplatz Remshalden-Hebsack in beide Richtungen mobile Lösungen umgesetzt werden. „Diese jetzt geplante beidseitige mobile WC-Anlage ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Haußmann. Der FDP-Politiker sieht die Interimslösung mit einer mobilen Anlage als sinnvoll und pragmatisch an. Aber an den B 29-Parkplätzen in Remshalden-Hebsack befänden sich weder Frischwasser- noch Abwasserleitungen. Der Aufwand sei daher nicht unerheblich. „Das Ziel sollte also sein, dass wir dauerhafte Toiletten installieren.“ Und es sei wichtig, am Parkplatz Beinstein mit einem Schild auf die WC-Anlage hinzuweisen. Im Landratsamt schätzt man die Lage ähnlich ein. Seit vielen Jahren werde von Verkehrsteilnehmern das Fehlen von Sanitäranlagen an der B 29 bemängelt. Zwischen der Gemarkungsgrenze zu Stuttgart und der Kreisgrenze zum Ostalbkreis bestehe unmittelbar an der Bundesstraße für Autofahrer keine Möglichkeit für dringende Bedürfnisse.
Begründet ist das durch die Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen, welche nach den aktuellen Planungsgrundsätzen für Rastanlagen mit WC an Bundesstraßen einen Regelabstand von 25 bis 30 Kilometern vorgibt. Die Länge der B 29 im Rems-Murr-Kreis liegt unter 25 Kilometern. „In der Folge haben sich entlang der Bundesstraße im Laufe der Jahre aus der Not wilde Toiletten etabliert“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Rems-Murr-Kreis trage das Problem – wie auch Jochen Haußmann – bereits seit Jahren an das Regierungspräsidium heran.
Mit dem Verkehrsministerium, der Mobilitätszentrale Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Stuttgart arbeitet der Landkreis weiter an einer langfristigen Verbesserung der Park- und Sanitärsituation an den Bundesstraßen im Kreisgebiet. So werden zurzeit an der B 14 im Bereich der Rastplätze Korber Kopf und und Sörenberg die seit langem abgängigen WC-Anlagen durch neue und ansprechende ersetzt.
Nach dem Stand bezüglich der Lösung an den Rastplätzen Remshalden-Hebsack gefragt, antwortet eine Sprecherin des Regierungspräsidiums: „Aufgrund der strengen Hygieneanforderungen kann die Sanitärlösung derzeit nicht umgesetzt werden. Die Installation soll mit dem weiteren Abklingen des Infektionsgeschehens erfolgen.“ Der genaue Zeitpunkt hänge davon ab, wann flächendeckend solche Toiletten wieder öffnen dürfen. Derzeit gehe die Behörde davon aus, dass dies im Sommer der Fall sein wird.