Ida Gold, Black Kumquat und Midas. Klein und schwarz, grün, weiß und in allen erdenklichen Rotschattierungen liegen 221 Tomatensorten auf einem langen Tisch vor Brigit Kempe. Für 4 Euro oder 8,50 Euro, je nach Bechergröße, können die Besucherinnen und Besucher des ersten Tomaten-Festivals in Stuttgart an der Kulturinsel in Bad Cannstatt gemischte Tomatenbecher mit nach Hause nehmen.
Insgesamt fast 250 Kilogramm Tomaten in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen hat Birgit Kempe aus Dresden mitgebracht. In ihrer Heimat baut die Gärtnerin auf 700 Quadratmetern Tomaten an und tourt damit durch Deutschland. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Heute habe ich alles mitgebracht was reif war“, sagt sie. „Die kleinen sind zum pur essen besonders gut“, erzählt sie nebenbei einem Kunde, der wissen möchte, welche Sorte am besten ist „um sie einfach so zu essen“.
Die Nanni Boa wiegt stolze 850 Gramm
Aber auch bei den großen Sorten hat Kempe ihre Favoriten, zum Beispiel die Nanni Boa. Das Exemplar, das am Samstag vor ihr auf dem Tisch liegt, ist größer als eine Faust und wiegt stolze 850 Gramm. „Ich hatte auch eine mit 1009 Gramm, aber die ist mir geplatzt. Am Strauch hängen noch welche, die hören gar nicht auf zu wachsen“, schwärmt die Tomatenexpertin.
Auch Joachim Petzold, Geschäftsführer der Kulturinsel, ist bekennender Tomatenfan: „Die Liebe zu Tomaten habe ich von meiner Mutter, sie ist eine wirkliche Tomatenliebhaberin.“ Der Kontakt zu Birgit Kempe für das Festival an der Kulturinsel kam über Instagram zustande. Eine große Erwartungshaltung an den Festival-Tag haben er und sein Team dabei nicht: „Wir freuen uns einfach, wenn es funktioniert“, so der Hobbygärtner.
Das Tomaten-Konzept überzeugt die meisten Besucher
Für die Besucherinnen und Besucher ist die Mischung aus Tomaten zum Kaufen, Musik vom Tomaten Kollektiv, Foodtrucks, die Gerichte mit Tomaten anbieten, Getränken und einer Kinderspielecke ein voller Erfolg: „Ich finde es toll hier. Man fühlt sich einfach wohl“, sagt Besucherin Beate aus Brackenheim, die im Biergarten verweilt und später auch noch ein paar Tomaten kaufen möchte. „Am liebsten Fleischtomaten. Die werden dann mit vielen Kräutern zu einem schönen, leckeren Salat“, schwärmt sie.
Auch Hans und Susanne am Nebentisch sind vom Konzept „Kulturinsel“ und dem Tomaten-Festival überzeugt. Und das, obwohl Susanne eigentlich keine Tomaten mag: „Gekocht schon, aber roh gar nicht. Ich mag die Konsistenz beim Draufbeißen nicht.“ Bei so viel Auswahl möchten die beiden aber dennoch ein paar Tomaten mit nach Hause nehmen, vielleicht ist dann auch eine Sorte für Susanne dabei, „Ich werde es auf jeden Fall noch mal probieren“, sagt sie.