Er ist einer der ganz Großen: am Mittwoch hat der amerikanische Jazzsänger Tony Bennett seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert.

Kultur: Jan Ulrich Welke (juw)

Stuttgart - Da Tony Bennett erst relativ spät zur professionellen Musik gekommen ist, steht er erst seit siebenundsechzig Jahren auf der Bühne: Dieser Satz klingt komisch, aber genau so ist es nun einmal bei dem amerikanischen Crooner. Entsprechend präpariert für diese sehr, sehr lange Karriere hat sich der gebürtige New Yorker allerdings schon davor. Erst auf der High School, wo er die Schwerpunktfächer Musik und Malerei belegte, dann als „singender Kellner“ in Restaurants seiner Heimatstadt, anschließend im Zweiten Weltkrieg als in Deutschland stationierter Infanterist in verschiedenen Militärorchestern, ehe er sich noch ein wenig fortbildete.

Dann ging’s Schlag auf Schlag. Von Bob Hope entdeckt und umgehend mit einem Plattenvertrag beim renommierten Label Columbia ausgestattet avancierte er alsbald zu einem der populärsten US-Künstler. Zwischenzeitlich veröffentlichte er das noch heute vielfach gecoverte Lied „Blue Velvet“, sang mit Count Basies Orchester und heimste mit „I left my Heart in San Francisco“ die ersten zwei seiner insgesamt neunzehn Grammys ein.

Dann kamen Licht und Schatten, zwei gefeierte Jazzalben mit Bill Evans ebenso wie eine Hauspfändung und ein Beinahetod durch eine Kokainüberdosis. Doch Bennett erwies sich zum ersten Mal als Stehaufmännchen, spielte ein Album mit Elvis Costello ein, reüssierte bei MTV (!) und festigte seinen Ruf als großer Jazzsänger.

Unzählig viele karitative Projekte

Die zweite Wiedergeburt folgte dann mit zwei Tributealben zur Feier seines achtzigsten und fünfundachtzigsten Geburtstags, mit denen Bennett die Vielfalt seiner musikalischen Bandbreite und seine ungebremste Experimentierfreude dokumentierte. Auf dem ersten singt er Duette unter anderem mit Bono, Billy Joel, Elton John, Paul McCartney, Barbra Streisand und Stevie Wonder, auf „Duets II“ waren dann etwa Lady Gaga und Amy Winehouse als Gesangspartnerinnen zu hören.

Das letzte seiner insgesamt 35 Alben erschien erst im September, und wenn der Mann gerade mal keine Alben veröffentlicht, widmet er sich den unzähligen karitativen Projekten, die er unterstützt oder ins Leben gerufen hat. Oder er feiert mal wieder ein rundes Jubiläum. So wie an diesem Mittwoch, an dem der große Jazzsänger Tony Bennett seinen neunzigsten Geburtstag begehen durfte.

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