Topspieler der Stuttgarter Kickers Spielen Sie die beste Saison Ihrer Karriere, David Tomic?

Trainer Marco Wildersinn und sein „Unterschiedsspieler“ David Tomic Foto: Baumann

David Tomic macht in den Spielen der Stuttgarter Kickers oft den Unterschied, musste aber schon drei Sperren abbrummen. Vor dem Spiel bei seinem Ex-Club SGV Freiberg gibt er Einblicke.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Das WFV-Pokalspiel am 17. März hatten die Stuttgarter Kickers daheim für sich entschieden, nun geht es am Ostermontag (14 Uhr) zur Neuauflage in der Regionalliga zu Spitzenreiter SGV Freiberg. Kickers-Schlüsselspieler David Tomic (28) schätzt die Lage vor dem Duell gegen seinen früheren Club ein.

 

Herr Tomic, wie war’s für Sie, gegen Alzenau gelb-rot-gesperrt auf der Tribüne zu sitzen?

Vor allem kalt. Schon von daher hätte ich mich gerne auf dem Spielfeld bewegt (lacht). Es fuchst einen immer, wenn man nicht spielen kann. Aber die Jungs haben es insgesamt gut gemacht, die Überzahl besser genutzt als bei unserem 0:0 in Offenbach und mit dem 3:0 die Punkte eingefahren.

Nach ihrer dritten Sperre in dieser Saison hat Sie Ihr Trainer schon als den „Bad Boy“ im Team bezeichnet.

Ich hab’s gehört, und er hat das mit einem Augenzwinkern gesagt. Denn jeder weiß, dass das eigentlich nicht meine Art ist. Die Rote Karte in der Vorrunde in Alzenau bekam ich etwas unglücklich wegen einer Notbremse, eine Sperre resultierte aus meiner fünften Gelben Karte.  

Jetzt gehen Sie ausgeruht ins Spiel beim SGV Freiberg. Sind Duelle gegen Ihren Ex-Club für Sie etwas Besonderes?

Ich will gegen jeden Gegner gewinnen, aber klar, es ist ein Topspiel vor sicher großer Kulisse, das macht besonders Spaß. Wir wollen den Spitzenreiter kitzeln.

Wie haben Sie Ihr Jahr in Freiberg 2022/23 in Erinnerung?

Es gab schöne Momente, der Umgang dort war angenehm, sportlich hätte es besser laufen können. Und in Ramon Gehrmann und Roland Seitz hatte ich zwei vom Ansatz her vollkommen unterschiedliche Trainer. Aber am liebsten erinnere ich mich im Zusammenhang mit Freiberg an unseren 3:1-Sieg vor kurzem im WFV-Pokal-Viertelfinale.

Und bestimmt auch an ihr Traumtor aus gut 35 Metern. Spielen Sie die beste Saison Ihrer Laufbahn?

Ich habe jetzt sieben Treffer und acht Assists. Im Vorjahr waren es am Saisonende neun Tore und sechs Vorlagen. In der Oberligasaison 2019/20 beim VfB II hatte ich mal zwölf Tore. Ich möchte mich immer verbessern.

David Tomic wird nach dem Pokalsieg gegen den SGV Freiberg von den Kickers-Fans im B-Block auf den Zaun beordert. Foto: Baumann

Wobei es ja nicht nur um die Abschlüsse geht.

Genau. Zumal ich eine andere Rolle habe. Ich habe in meiner Karriere oft außen gespielt. Nun spiele ich zentraler. Das kommt mir entgegen. Ich habe mehr Ballkontakte, kann mehr kreieren, das Spiel mehr lenken. Ich kann mit meinen Pässen Linien überspielen, Räume schaffen. Die Rollenverteilung passt aktuell sehr gut.

Wie froh sind Sie, dass Ihr Vertrag bis 2027 läuft?

Es ist immer schön, wenn man im Sommer keine Kopfschmerzen haben muss. (lacht).

Sie sind mit 28 im besten Fußballalter. Vielleicht kommt noch ein höherklassiges Angebot?

Das hat man nicht in der Hand und weiß man im Fußball nie. Aber am schönsten wäre es, mit den Kickers hochzukommen.

Wie sehr tangiert es das Team, dass die Verträge von acht Spielern und die des Trainerteams auslaufen?

Ob das die Jungs tangiert, die es direkt betrifft, weiß ich nicht genau. Ich kann nicht in die Köpfe schauen. Was ich weiß ist, dass wir von den vergangenen acht Pflichtspielen nur eines verloren haben. Das zeigt mir, dass es sich nicht negativ auswirkt.

Weitere Themen