Torball beim SV Hoffeld Nach Krimi: Hoffelder Torball-Team wieder erstklassig
Nach einer durchwachsenen Hinrunde schien der Aufstieg des SV Hoffeld in weiter Ferne. Ein nervenaufreibender Endspurt sorgt für den großen Jubel.
Nach einer durchwachsenen Hinrunde schien der Aufstieg des SV Hoffeld in weiter Ferne. Ein nervenaufreibender Endspurt sorgt für den großen Jubel.
Eine solche Situation hat Alexander Knecht in seinen 37 Jahren als Torball-Trainer noch nie erlebt. Im letzten Saisonspiel drehte der SV Hoffeld die Partie gegen die BSG Langenhagen. Zwei Bälle musste das Team noch abwehren, um den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga zu schaffen. „Ich saß nur noch auf der Trainerbank und konnte nicht mehr hinschauen“, gesteht Knecht. Mit dem Schlusspfiff zum 4:3-Endstand brachen bei den Seinen dann alle Dämme. Die Trainerkollegin Theresa Stahl sprang freudestrahlend über das Spielfeld und nahm die drei Spieler auf dem Feld in den Arm, Knecht feierte mit den drei Auswechselspielern auf der Bank.
„In dem Moment fällt natürlich alles von einem ab. Wir haben es sehr genossen“, berichtet Knecht. Als Zweiter der 2. Bundesliga hinter dem dominierenden SV Reha Augsburg steigt der SV Hoffeld direkt wieder in die höchste deutsche Spielklasse der paralympischen Sportart auf.
Torball ist eine Mannschaftssportart vorrangig für Blinde und Sehbehinderte, bei der ein akustischer Klingelball über den Boden flach ins gegnerische Tor gerollt wird. Drei Spieler pro Team verteidigen kniend, hockend oder liegend ein sieben Meter breites Tor, während sie lichtundurchlässige Brillen tragen, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Der SV Hoffeld ist dabei der einzige Verein aus Württemberg, der diese Sportart anbietet.
Nach einer durchwachsenen Hinrunde war das Hoffelder Ziel zunächst in weite Ferne gerückt. Im Oktober sammelten die Akteure von der Hohen Eiche beim Spieltag in Augsburg nur sechs Punkte und hatten als Vorletzter bereits drei Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Bei der Doppelrunde treten alle Mannschaften an einem Tag zweimal gegeneinander an. Für einen Sieg gibt es zwei Punkte, ein Unentschieden bringt einen Zähler.
„Uns war klar, dass an diesem Tag alles klappen muss“, blickt Knecht zurück auf den zweiten und entscheidenden Spieltag im Sommerrain, wo die Hoffelder ihre Heimspielstätte haben. Doch noch bevor sie ins Geschehen eingriffen, wurde die Latte noch einmal höher gelegt. Im ersten Spiel bezwang Langenhagen überraschend das Topteam Augsburg mit 2:1. „Da habe ich gedacht: Okay, jetzt wird es richtig eng. Da muss schon viel Positives passieren“, sagt Knecht. Und dies passierte tatsächlich: Zunächst gewann der SV Hoffeld gegen den MTV Heide mit 8:3. Im darauffolgenden Spiel nahm die BSG Langenhagen eben diesen Aufsteiger nach der 3:0-Pausenführung auf die leichte Schulter und wechselte zur Halbzeit alle Spieler. Die Niedersachsen verloren daraufhin den Faden und gaben die Partie mit 4:7 ab – der SV Hoffeld hatte den Aufstieg wieder in der eigenen Hand. Auf die beiden Siege gegen Langenhagen (6:1) und Marburg (6:2) folgte eine 3:6-Niederlage gegen Augsburg.
Somit mussten die Hoffelder aus den abschließenden drei Spielen drei Siege holen. Gesagt, getan. Die Rückspiele gegen Heide (8:3) und Marburg (9:5) waren weitere Schritte, bevor sich das Geschehen gegen Langenhagen final zuspitzte. Dem Gegner hätte ein Unentschieden zum Aufstieg gereicht, er scheiterte aber an den auftrumpfenden Stuttgarter Gastgebern.