Für Fabian Bredlow war es einer dieser undankbaren Tage, die ein Torhüter immer mal wieder erlebt: Hinter sich greifen musste der Schlussmann des VfB Stuttgart beim 1:4 gegen Paris Saint-Germain des Öfteren, ausrichten konnte er kaum etwas. „Es ist natürlich gar nicht so verlaufen, wie ich es erhofft hatte“, sagte der 29-Jährige in den Katakomben der Stuttgarter Arena – wo sich unter den Frust aber auch Stolz mischte. Schließlich hatte Bredlow für den VfB sein Debüt in der Königsklasse gegeben, nachdem die etatmäßige Nummer eins Alexander Nübel erkältet ausgefallen war.
„Extrem besonders“ sei der Abend für ihn gewesen, betonte Bredlow: „Ich war sehr aufgeregt. Es ist der Traum eines jeden kleinen Jungen, der mal anfängt mit Fußball, irgendwann in der Champions League zu spielen.“ Den habe er sich nun bei seinem Herzensverein erfüllt. Seit 2019 steht Bredlow beim VfB unter Vertrag und zählt damit zu den dienstältesten Profis im Kader. Die Verantwortlichen schätzen ihn für seine Zuverlässigkeit.
Zwei Rettungsaktionen in der ersten Hälfte
Auch gegen PSG legte er einen soliden Auftritt hin. In der Spieleröffnung leistete sich Bredlow anfangs zwar die eine oder andere Ungenauigkeit, fand dann aber auch mit präzisen Flugbällen seine Mitspieler. Vor allem verhinderte der Torwart Mitte der ersten Hälfte zweimal eine höhere Niederlage. Erst, als er gegen Bradley Barcola außerhalb des Strafraums in höchster Not klärte (28.). Dann, als Desiré Doué vor dem leeren Tor zum Abschluss kam und Bredlow den Gegentreffer mit einem Hechtsprung vereitelte. Als „überragende“ Rettungsaktion stufte auch der Stuttgarter Trainer Sebastian Hoeneß die Szene später ein.
Dass Bredlow solche Aktionen auch in Zukunft gerne zeigen würde, steht außer Frage: „Am Ende ist es das Ziel eines jedes Sportlers, auch im Wettkampf antreten zu können. Klar würde ich mich darüber freuen.“ Zugleich wünsche er Nübel natürlich eine schnelle Genesung und verschwende vorerst keine Gedanken an weitere Einsätze.
Dass die kommen, ist aber gar nicht so unwahrscheinlich. Zum einen steht noch nicht fest, ob Alexander Nübel rechtzeitig für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr) fit wird. Zum anderen folgt drei Tage später am kommenden Dienstag das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg. Und wenn Hoeneß sein Vorgehen bei den vergangenen beiden Pokal-Partien gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:1) und beim SSV Jahn Regensburg (3:0) beibehält, würde Bredlow hier spielen.