Torhüter-Zwist um Manuel Neuer Uli Hoeneß droht mit Länderspiel-Verbot

Von Jürgen Kemmner 

Uli Hoeneß hat seine Attacken in der Torwartdebatte offenbar mit einer Boykott-Drohung an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) untermauert. Der Präsident des FC Bayern München droht, seine Profis nicht mehr für Länderspiele abzustellen.

Uli Hoeneß fühlt sich in der Torhüter-Debatte gereizt – und schießt mit Worten wild um sich. Foto: dpa/Marijan Murat
Uli Hoeneß fühlt sich in der Torhüter-Debatte gereizt – und schießt mit Worten wild um sich. Foto: dpa/Marijan Murat

Stuttgart - Frankfurt. Frankfurt, bitte kommen! Frankfurt, wir haben ein Problem! Kosmonaut Uli Hoeneß funkt an die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes, der Kapitän des Raumschiffes FC Bayern München hat aus der Weite des bayerischen Weltraumes etwas höchst Ungebührliches ausgemacht. Nämlich: Sein Fußball-Gesandter Manuel Neuer, glänzend ausgebildeter Torspieler (früher: Torhüter), scheint ihm in der Welt des Fußballs nicht gebührend gewürdigt. Es wird gezweifelt, dass eben jener Neuer des beste Torspieler des Planeten Erde ist, zumindest sollte unzweifelhaft sein, dass es der Beste Deutschlands ist. Doch Uli Hoeneß ist mit seinem weitschweifenden Überblick über die Welt nicht entgangen, dass ein gewisser Marc-André ter Stegen die Position von Manuel Neuer angreift und ihn aus dem Fünfmeterraum vertreiben will. Erst kürzlich hat der Kosmonaut aus dem Münchner Orbit ein paar deutliche Funksignale abgesetzt, nun hat „Sport-Bild“ einen weiteren Funkspruch des Mannes von der Bayern-Kommandobrücke via Frankfurt abgefangen.

Für den Fall eines Torhüterwechsels im DFB-Team von Manuel Neuer zu Ersatzmann Marc-Andre ter Stegen kündigte der 67-Jährige an, keine Spieler mehr vom Rekordmeister zur Nationalmannschaft zu schicken. „Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen“, schickte Uli Hoeneß gen DFB-Zentrale in Frankfurt. Offenbar befürchtet er ein Déjà-vu. Vor der WM 2006 hatte der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Nummer eins Oliver Kahn, bekannt in den Weiten des Weltraumes als Titan, wo auch ein Sternbild nach ihm benannt ist, stante pede abgesetzt und Stellvertreter Jens Lehmann ins Tor beordert. „Wir werden das nie akzeptieren, dass hier ein Wechsel stattfindet.“ Das wäre natürlich fatal, wenn die Besatzungsmitglieder des Raumgleiters FC Bayern niemals wieder auf die Erde jetten dürften, um an einem Länderspiel der deutschen Mannschaft teilzunehmen. Wobei: Die Männer selbst würden wahrscheinlich schon wollen ... aber dann dürfte ja auch Manuel Neuer gar nicht mehr um eine Rückkehr kämpfen. Irgendwie schwer zu verstehen.

Nun kennt die Bodenstation in Frankfurt am Main sowie deren Freiburger Führungskraft für die Nationalmannschaft, Joachim Löw, den leicht aufbrausenden Kosmonauten Hoeneß nicht erst seit diesen Tagen – und sie wissen dessen Funksprüche (besonders zur Zeit der Wiesn in München) entsprechend einzuordnen. Auf der Theresienwiese ist regelmäßig die Maß voll, und im Falle Hoeneß ist es das Maß. In der DFB-Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise werden sie die Signale aus dem Raumschiff Rabatz vernommen haben, und vielleicht setzen sie bald eine Antwort in die Umlaufbahn ab: „München, bitte kommen! Nicht wir, Käpt’n Hoeneß, haben ein Problem. Wir vermuten: München hat ein Problem!“