Tornado-Jets aus Büchel sieht man in unserer Region nicht allzu oft. Foto: IMAGO/Björn Trotzki
Am Donnerstagnachmittag hat ein tieffliegendes Kampfflugzeug über dem Großraum Backnang für Aufsehen gesorgt. Wir haben bei der Luftwaffe nachgehakt, was dahintersteckte.
Ein grollendes Fauchen, ein graues Delta, das tief durch den Frühlingshimmel schoss – und schon war alles wieder vorbei. Ein niedrig fliegendes Kampfflugzeug hat am Donnerstag gegen 16 Uhr über Althütte und die umliegenden Ortschaften für Aufsehen gesorgt. Der Überflug war kein Einzelfall: Mehrere Militärjets waren zur gleichen Zeit über der Region unterwegs.
Wie die Luftwaffe bestätigt, handelte es sich bei dem Flugzeug um einen Tornado des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 aus Büchel in der Eifel. „Die Flughöhe lag in diesem Bereich bei etwa 500 Fuß, also rund 150 Meter über Grund, bei einer Geschwindigkeit von 420 Knoten“, erklärt ein Sprecher. Das entspricht ungefähr 780 Stundenkilometern.
Tiefflieger aus dem Kalten Krieg: Panavia Tornado
Blick in einen Tornado-Simulator: Der Pilot sitzt vorn, der Waffensystemoffizier hinten. Foto: IMAGO/Björn Trotzki
Der Tornado ist ein zweisitziger Jagdbomber, der bereits 1979 vom europäischen Konsortium Panavia entwickelt wurde. Charakteristisch sind seine Schwenkflügel: Für Start und Landung sowie langsamere Flugphasen werden sie nach vorne gestellt, für schnellen Tiefflug nach hinten. Letzterer gilt als Spezialität des Tornados: Er kann bei jedem Wetter in 60 Metern Höhe fliegen – automatisch.
Bei gutem Wetter und mit manueller Steuerung durch den Piloten sind laut Luftwaffe Flüge in nur 30 Metern Höhe möglich. Die in Büchel stationierten Kampfjets haben eine brisante und zugleich umstrittene Rolle innerhalb der Nato: Sie sind Teil der sogenannten nuklearen Teilhabe und für den Einsatz amerikanischer Atomwaffen zertifiziert.
Kampfflugzeuge über dem Rems-Murr-Kreis sind nichts allzu Ungewöhnliches. Meist handelt es sich dabei aber um Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau. Am Donnerstag war auch eine Maschine dieses Typs über der Region unterwegs – gleichzeitig, aber unabhängig vom Flug des Tornados, wie der Sprecher betont.
Der Jet mit der Funkkennung „Rocket 1“ flog gegen 16 Uhr in gut 7000 Metern Flughöhe über dem Schwäbischen Wald. Laut dem Sprecher war dieser Jet auf dem Rückweg von einem Übungsluftraum im Raum Kaiserslautern. Im Vergleich zum Tornado, der bis 2030 ausgemustert werden soll, ist der Eurofighter ein deutlich moderneres Flugzeug. Er verfügt über starre Deltaflügel, ist viel wendiger und kann, wie auch der Tornado, mit mehr als zweifacher Schallgeschwindigkeit fliegen.