Torwartsuche des VfB Stuttgart Daran hakt es bei Alexander Nübel
Der VfB buhlt um Alexander Nübel – und der Torhüter kann sich einen Wechsel vorstellen. Doch mit dem FC Bayern gibt es Probleme.
Der VfB buhlt um Alexander Nübel – und der Torhüter kann sich einen Wechsel vorstellen. Doch mit dem FC Bayern gibt es Probleme.
Die angestrebte Verpflichtung von Alexander Nübel kann sich beim VfB Stuttgart noch zur Geduldsprobe auswachsen. Zwar bestätigte Fabian Wohlgemuth Gespräche mit dem Torhüter des FC Bayern, aber der Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten betonte gleichzeitig, dass eine schnelle Einigung mit den Münchnern nicht in Sicht sei. „Diese Erwartungshaltung kann ich klar bremsen“, sagte Wohlgemuth nach dem Testspielsieg des VfB beim Oberligisten SSV Reutlingen (4:0).
Stand der Dinge bei den Stuttgartern ist, dass sie mit den drei Torhütern Fabian Bredlow, Dennis Seimen und Florian Schock nach dem Transfer von Florian Müller zum SC Freiburg in das Trainingslager nach Österreich fahren. Dass Nübel in Neukirchen als prominenter Zugang auftaucht, ist nahezu ausgeschlossen. Trotz des guten ersten Eindrucks den der 26-Jährige vom VfB erhalten hat. Bei einem Treffen überzeugte Nübel sowohl das sportliche Konzept als auch die Atmosphäre mit den Verantwortlichen.
Außer Wohlgemuth und Chefcoach Sebastian Hoeneß war auch der Torwarttrainer Steffen Krebs beim Gespräch mit Nübel dabei. Ein wichtiger Faktor für den Schlussmann. Er will schließlich wissen, mit wem er es zu tun bekommen würde. Zudem ist Nübel überzeugt, sein Torwartspiel noch verbessern zu können. Und als die Gäste Stuttgart wieder verließen, da hinterließ der Wunschkeeper die Botschaft: Er kann sich einen Wechsel zum VfB vorstellen.
Doch zwischen Vorstellung und Umsetzung liegt ein weiter Weg. Denn die Schwaben müssen auf das Geld schauen. „Die wirtschaftliche Komponente hat für uns zunächst Priorität“, erklärte Wohlgemuth. Angedacht ist ein Leihgeschäft für die anstehende Saison. Weil es auch die Perspektive des 17-jährigen Seimen zu beachten gilt. Dem Talent soll das Tor zur Zukunft beim VfB nicht verbaut werden. Ein Lehrjahr in der Bundesliga gilt als der nächste Entwicklungsschritt.
Gerne hinter Nübel, der beim VfB nicht nur zwischen den Pfosten stehen, sondern ebenso in eine Führungsrolle schlüpfen soll. Eine Herausforderung, die den früheren Schalker reizt. Dafür würde er wohl auch im Vergleich zu seinem Münchner Salär auf Gehalt verzichten. Ohnehin müssten sich aber zunächst die beiden Clubs einigen.
Zwei Millionen Euro pro Jahr – zwei Spielzeiten spielte er in der Ligue 1 – bezahlte die AS Monaco an Leihgebühr zuletzt für die Dienste von Nübel an die Bayern. Ein Betrag, den sich die Stuttgarter nicht leisten können, nicht einmal die Hälfte davon. Angeblich hat der VfB 500 000 Euro geboten.
Zu wenig für den Rekordmeister, der Nübel am liebsten verkaufen will. Und der Torhüter strebt seinen Abgang an, weil er nicht hinter Manuel Neuer auf der Ersatzbank sitzen mag. Ebenso wenig wie Yann Sommer, zumal der deutsche Nationaltorwart eine Einsatzgarantie erhalten hat, sobald er wieder voll fit ist.
Da sich aber Neuers Comeback nach langer Verletzungspause offenbar verzögert, ist Geduld gefragt. Doch weder der VfB noch die Nübel-Seite hat einen Transfer abgehakt. Dennoch blickt Wohlgemuth noch auf andere Kandidaten. „Wir sind in ganz, ganz vielen Gesprächen und es ist so, dass wir mehr Gespräche am Ende führen, als dann Verträge unterschrieben werden“, sagte der VfB-Sportdirektor.